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23.01.2019

Weihnachtliche Nachspielzeit

Zwölf Kirchenchöre aus dem Dekanat Donauwörth fanden sich ein, um mit der Pastoralmesse in G-Dur von Karl Kempter an den 200. Geburtstag des Komponisten zu erinnern, der im Bistum Augsburg gewirkt hat.
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Zwölf Kirchenchöre aus dem Dekanat Donauwörth fanden sich ein, um mit der Pastoralmesse in G-Dur von Karl Kempter an den 200. Geburtstag des Komponisten zu erinnern, der im Bistum Augsburg gewirkt hat.
Bild: Jürgen Tochtermann

Chöre ehren den Komponisten Karl Kempter im Donauwörther Marienmünster. Er wäre heuer 200 Jahre alt geworden. Er hat uns eine ganz besondere Messe hinterlassen

Gibt es eine Messe, die im bayerisch-schwäbischen Raum zur Weihnachtszeit ähnlich unverzichtbar ist wie die Pastoralmesse in G-Dur opus 24 von Karl Kempter? Gibt es in dieser Region auch nur einen (katholischen) Kirchenchor, der diese Komposition nicht im Repertoire hat? Wenn ja, dann ist er ein Exot. Denn mit diesem Werk, das 1851 in der Christmette im Augsburger Dom uraufgeführt worden ist, hat Karl Kempter etwas hinterlassen, das die Kirchenmusik an Weihnachten vielerorts bis heute prägt. Zahlreiche Chöre in Stadt und Land singen die „Kemptermesse“ jedes Jahr zwischen dem Heiligen Abend und Dreikönig – mancher in der großen Orchesterfassung, andere wiederum mit Orgelbegleitung.

Ihre eingängigen, schlichten, gut singbaren Ohrwurm-Melodien haben einen weihnachtlichen Zauber inne, der Zuhörer wie Sänger mit den ersten Tönen des Vorspiels zum Kyrie ergreift und der noch lange nach dem letzten Klang des Agnus Dei in ihnen nachhallt. Die vielleicht schönste, vielleicht innigste Passage ist die Stelle „Et incarnatus es de Spiritu Sancto ex Maria Virgine“.

Spürbar und erlebbar machten dies jetzt Sängergruppen und Musiker aus zehn Dekanaten im ganzen Bistum Augsburg, als dort überall der 200. Geburtstag des ehemaligen Domkapellmeisters Karl Kempter gefeiert wurde.

Im Donauwörther Münster „Zu Unserer Lieben Frau“ fanden sich Sängerinnen und Sänger aus zwölf Kirchenchören ein, um bei der Vorabendemesse am vergangenen Samstag unter der Leitung von Dekanatskantorin Maria Steffek diese Komposition zu Gehör zu bringen. Beteiligt waren die Chöre aus Auchsesheim-Nordheim, Donauwörth (Crescendo- und Münsterchor), Feldheim-Niederschönenfeld, Gempfing, Höchstädt, Mertingen, Oberndorf, Parkstadt, Rain, Riedlingen und Westendorf.

Durch die ausgezeichnete Vorarbeit der jeweiligen Chorleiter sowie der Aufmerksamkeit und Flexibilität der Sängerinnen und Sänger gelang es in einer kurzen Probe vor dem Gottesdienst, einen homogenen Chorklang, ein einheitliches Tempo und eine differenzierte Dynamik im Gesamtchor zu erreichen.

In seiner Begrüßung wies Stadtpfarrer und Dekan Robert Neuner darauf hin, dass mit dem eine Woche zuvor begangenen Fest „Taufe des Herrn“ der eigentliche weihnachtliche Festkreis zwar abgeschlossen worden war, dieser Gottesdienst aber sozusagen als „Weihnachtliche Nachspielzeit“ bezeichnet werden könne.

Zum Gelingen dieser Aufführung, welche einen festlichen Gesamteindruck hinterließ, trugen wesentlich auch die Organistin Verena Dopfer, das Orchester aus Streichern und Bläsern und Anne-Kathrin Abel (Sopran), Andrea Meggle (Alt), Andreas Saal (Tenor) und Jürgen Rossmann (Bass) bei, die neben den Solopartien in der Messe von Karl Kempter auch noch dessen „Pastoral-Graduale“ (Hodie Christus natus est), op. 25, sangen.

Stadtpfarrer Robert Neuner hob am Schluss der Eucharistiefeier lobend hervor, dass sich so viele Chorsängerinnen und -sänger im Liebfrauenmünster eingefunden hatten, obwohl nicht einmal zwei Monate zuvor ein Dekanatssingen in „St. Johannes“ in Rain am Lech mit der erfolgreichen Darbietung der „Missa brevis in B“ von Christopher Tambling stattgefunden hatte.

Die Gläubigen im voll besetzten Kirchenschiff bestätigten den warmherzigen Dank des Zelebranten an alle Mitwirkenden durch lang anhaltenden Beifall. (jt mit wüb)

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