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Donauwörth/Landsberg

30.11.2019

Weihnachtslieder und ihre Geschichte

Singen gehört zu Weihnachten und auch in die Kirche. Tabita Hilgendorf aus Donauwörth ist fünf Jahre alt und hat für uns gemalt, was sie mit Weihnachtsliedern verbindet.
Foto: Bild: Tabita Hilgendorf

Jetzt ist die Zeit der Lieder. Grund genug, sich anzuschauen, was sich hinter Weisen und Versen verbirgt. Wir haben einen besonderen Begleiter durch den Advent.

Am 1. Dezember beginnt die Weihnachtszeit, die Zeit der Lieder. Wann sonst singen Menschen so viel, wie im Advent und an den Weihnachtstagen? Musikalisch ist das Weihnachtsfest klar im Vorteil gegenüber Ostern. Die außerordentliche Beliebtheit des Festes weit über seine kirchliche Bedeutung hinaus liegt sicher auch an den unzähligen Melodien, die wir mit der gar nicht so stillen Zeit verbinden.

Ab morgen stellen wir Ihnen ab 1. Dezember ein Weihnachtslied oder eine Auswahl von Liedern mit ähnlichem Thema – vor. Eine Art musikalischer Adventskalender. Er beginnt maritim mit Liedern, die Gutes ankündigen.

Hier geht es zum Adventkalender

In 24 Folgen werden uralte und moderne, geistliche und weltliche, deutsche und internationale, bekannte und unbekannte Lieder vorgestellt, ihre Historie und Besonderheit beleuchtet. Dazu gibt es Informationen über ihre Entstehung – wer hat sie wann und warum geschrieben, was ist an ihnen einzigartig, was können sie uns heute noch sagen? Viele Weihnachtslieder haben eine bewegte Geschichte, manchmal dauerte es mehrere Generationen, bis Text und Melodie sich fanden. Andere sind weit gewandert, bis sie zu uns kamen oder gingen von Deutschland aus in alle Welt.

Warum singen wir Weihnachtslieder?

Die Tradition, Weihnachten zu feiern und Weihnachtslieder zu singen, ist alt, reicht aber nicht in die Anfänge des Christentums zurück. Die ersten Gläubigen schenkten der Geburt Jesu keine besondere Beachtung. Später, als die Gemeinden den Tag der Geburt Christi zu feiern begannen, taten sie das an ganz unterschiedlichen Tagen im Kalender. Erst in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts setzte sich der 25. Dezember allmählich durch.

Es war nun aber nicht so, dass die Christen, nachdem das geregelt war, sich sofort daranmachten, Geschenke auszutauschen und „Stille Nacht“ zu singen. Das Weihnachtsfest, wie wir es heute kennen, entstand erst im 19. Jahrhundert. Von der Spätantike bis zur Reformation war die Geburt Christi ein kirchlicher Festtag ohne häusliche Bräuche. Die ersten Weihnachtslieder waren liturgische Gesänge. Seit dieser Zeit hat sich die musikalische Untermalung des Festes gewandelt, sie wurde immer weltlicher.

Die Serie will solche Entwicklungen nicht bewerten. Vielmehr soll Interesse für die musikalische Vielfalt der Weihnachtszeit geweckt werden, die von Gregorianik bis Punk und moderner Klassik reicht. Zwischen diesen beiden Polen gibt es eine Menge alter und neuer Weisen, die sich gut singen lassen.

Singen fördert die Gesundheit

In einer YouGov-Unfrage von 2012 gaben nur noch 40 Prozent der Befragten an, selbst Weihnachtslieder zu singen, Frauen sind demnach mit 45 Prozent sangesfreudiger als Männer mit 35 Prozent. Dabei werden Mediziner nicht müde, die gesundheitsfördernde Wirkung des Singens zu preisen. Singen stärkt den Kreislauf, die Nerven und die Abwehrkräfte, schüttet Glückshormone aus und soll sogar das Leben verlängern. Und das alles völlig kostenlos!

Es soll aber nicht verschwiegen werden: Nicht immer sorgt Weihnachtsmusik für reine Freude. Amerikas „härtester Sheriff“, der Trump-Freund Joe Arpaio, soll in seinem Gefängnis während der Adventszeit Tag und Nacht Christmas-Pop in voller Lautstärke gespielt haben. Die Häftlinge protestierten gegen die, wie sie es nannten, „grausame Bestrafung“. Bestraft fühlen sich auch manche unbescholtene Bürger hierzulande, wenn sie in der Weihnachtszeit von allen Seiten angedudelt werden.

Es ist schade, wenn weihnachtliche Weisen nur noch als lästig empfunden werden. Auch Lieder, die wir oft – vielleicht zu oft – gehört haben, bieten doch immer noch etwas Interessantes. Etwas, über das es sich nachzudenken lohnt. Mit unserem musikalischen Adventskalender, wollen wir zeigen, dass Weihnachtsmusik mehr ist als ein akustisches Folterinstrument oder ein Mittel zum Ankurbeln des Konsums im Dezember.

Lesen Sie dazu auch das Porträt über unseren Autor Gregor von Kursell

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