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Konzert

09.01.2019

Welch ein Gruß an das neue Jahr!

Großartiges Operetten-Ensemble in der Schule Mertingen.
Bild: U. Hampp-Weigand

Hinreißend musizierten Sänger und Instrumentalisten. Feuriges und Schmachtendes stand auf dem Programm

Freudig leuchtende Gesichter zeigten, dass einfach alles gepasst hatte: Musik, Interpreten – und nicht zu vergessen das Wetter. Schneefreie Straßen zeigten, dass Mertingen beim Neujahrskonzert – großartige Sänger, Musikern und hinreißende Melodien – mit dem Wettergott im Bunde war. Der charmante mit leuchtend-schöner Tenorstimme ausgestattete Kubaner Bryan Lopez Gonzalez entwickelte sich im Lauf des Abends zum Damenschwarm, die Sopranistin Felicitas Barbara Marin erfreute mit hinreißenden Koloraturen, wickelte ihn und das Publikum mit aparter Schönheit um den Finger. Und in den Duetten klangen sie einfach grandios!

Ebensolche Hingucker waren die „Begleiterinnen“ Susanna Klovsky (fabulöses Musizieren auf dem Flügel) und Heike Schuch mit wunderbar dunkel klingendem Cello: die im Gleichklang schwingenden Seelen des Konzerts. Dazu noch ein singender Moderator, der Bassbariton Herbert Hanko, der wienerisch angehaucht mit Wissenswertem unterhielt.

„Spanisch“ begannen sie mit Melodien aus einigen der bekanntesten Zarzuelas – einer Melange aus Gesang und Wortbeiträgen, Volksliedern, Schlagern, die mitten hinein ins pralle Leben greifen. Mit der großen Romanze „De España vengo“ aus „El Niño Judio“ von Pablo Luna Carné führte sich Barbara Felicitas Marin ein, makellos, mit jenen zauberhaften, schwebenden, aus der arabischen Musik stammenden Melismen und Koloraturen. Dann kam Bryan Lopez Gonzalez mit „De este apacible rincón de Madrid“ aus der wohl prominentesten aller Zarzuelas, der über 10000 Mal aufgeführten „Luisa Fernanda“ von Federico Moreno Torroba.

Ihr folgte das berührende Duett „Cállate, Corazón!“, dessen temperamentvolle Rhythmen und gefühlvollen Romanzen begeisterten. Ebenso taten es die Arien aus „El barbero de Sevilla“ (Geronimo Giménez) und „El Gato Montés“ (Manuel Penella Moreno). Mit dem „Gran Tango“ für Cello und Klavier vom „König des komponierten Tangos“, Astor Piazolla, dem Schöpfer des „Tango Nuevo“, überraschten Pianistin und Cellistin das auf Operetten eingestimmte Publikum. Sie begeisterten es mit diesem unwiderstehlichen Kammerstück zwischen feurig und melancholisch.

Nach der Pause kamen die versprochenen, erwarteten und erwünschten Operettenohrwurmseligkeiten. In großer tenoraler Attitüde legte Prinz Suchong seiner Lisa „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Franz Léhars „Land des Lächelns“ zu Füßen. Dann polterte Oberst Ollendorf alias Herbert Hanko aus dem Bettelstudenten von Carl Millöcker, dass er „sie doch nur auf die Schulter geküsst“ habe.

Die angehende Schauspielerin Adele gab aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß Sohn (eine Rezessions-Operette!) eine glanzvolle Visitenkarte ab. Sehr erfolgreich tat sie dies, fand sie doch aufgrund ihrer Vorstellung im Fürsten Orlowsky ihren Mentor.

Und noch einmal gab es ein zauberschönes Intermezzo mit Klavier und Cello: Aus den „Alt-Wiener Tanzweisen“ wurden die unwiderstehlich romantischen „Liebesfreud“ und „Liebesleid“ vom Geigenvirtuosen Fritz Kreisler gespielt. Es folgte erneut ein tenoraler Höhenflug: „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ aus dem Vogelhändler von Carl Zeller, und aus Léhars „Giuditta“ zwei großen Arien – „Freunde, das Leben ist lebenswert“ und „Meine Lippen, die küssen so heiß“. Die sängerische Brillanz war ganz wunderbar.

Ein weiterer Großmeister der silbernen Operettenära leuchtete schließlich auf: „Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ im (eigentlich) abschließenden Duett „Tanzen möchte ich, jauchzen möchte ich“. Und doch war dieser vermeintliche Schlusspunkt lediglich der Übergang in Zugaben – dem Jubel des Publikums geschuldet. „Granada“ schmetterte der Tenor, mit dem Pasodoble „Lass mich Deine Carmen sein“ bezirzte der Sopran, und zu guter Letzt durften die Herren mit „Lippen schweigen“ um Léhars lustige Wirte buhlen. Wen wundert da der verdiente Jubel!?

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