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Donauwörth

14.08.2017

Welche Schule macht schlau und glücklich?

Autorin Petra Plaum mit ihrem jetzt erschienenen Buch „Die beste Schule für mein Kind“.
Bild: Barbara Würmseher

Petra Plaum und zwei Kollegen haben „Die beste Schule für mein Kind“ geschrieben. Das Buch ist jetzt erschienen.

„Was ist denn da in der 5b der Donauwörther Mädchenrealschule St. Ursula los? Die Tür zum Klassenzimmer steht weit offen, im Gang schauen die Klassenlehrerin und eine Schülerin auf dem Laptop gemütlich ein Video. In einer Sitzecke stecken zwei Mädchen die Köpfe zusammen und flüstern. Betritt man das Klassenzimmer, ist das Ungewöhnlichste die Ruhe, die dort herrscht. Über Blätter flitzende Buntstifte und das ,Rrratsch’ einer Schere (...) sind die einzigen Geräusche. 24 Zehn- und Elfjährige wissen sich offenbar auch ohne Betreuungsperson im Raum zu beschäftigen. Was sie wohl gerade lernen? Die Antwort: Geografie, Religion, Deutsch und Mathe, je nach Lust und Laune ...“

Schule nach Lust und Laune? Nach individuellen Bedürfnissen? Ist das der Unterricht der Zukunft? Wenn die Donauwörther Autorin jene Szene in der Mädchenrealschule beschreibt, stellt sie einen modernen pädagogischen Ansatz vor. Freie Stillarbeit (FSA) nach dem Marchtaler Plan, wie sie ein Teil des Unterrichts in St. Ursula ist, wird an katholischen freien Schulen mitunter ins Konzept integriert. Das ist nur eines von vielen denkbaren Systemen. Petra Plaum und ihre Co-Autoren Lucinde Hutzenlaub (Stuttgart) und Hendrik Lambertus (Syke bei Bremen) haben sich auf die Suche gemacht, wie Schule Anfang des 21. Jahrhunderts in der Praxis aussieht.

Viel Diskussionsstoff

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Sie haben recherchiert, Erfahrungen von Eltern ausgewertet und das Ganze in ihrem aktuellen Buch verpackt. „Die beste Schule für mein Kind“ ist jetzt auf dem Buchmarkt erschienen und bietet kurz vor dem neuen Schuljahr viel Diskussionsstoff. Elf verschiedene Typen haben sie ausgewählt – von Waldorf und Montessori über Privatschulen in konfessioneller Trägerschaft und Internationale Schule bis hin zu Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten (Homeschooling) und Unterricht, der völlig frei ohne jegliche Struktur stattfindet (Unschooling). Diese beiden letzteren Formen sind in Deutschland verboten, in Österreich, der Schweiz, Belgien, Irland und anderen europäischen Ländern allerdings möglich.

„Unser Buch soll Mut machen, dass es ganz verschiedene Wege gibt, Kinder zu einem guten Bildungsstand und zu ihren beruflichen Fähigkeiten zu bringen“, sagt Autorin Petra Plaum. „Es soll die Angst vor der Schulzeit nehmen, die ja nicht nur den Ernst des Lebens bedeutet, sondern auch ganz viel Schönes in sich birgt. Man kann jede Menge Spaß haben.“

Entscheidung kommt irgendwann

Jeder, der eigene Kinder hat, steht irgendwann vor der Entscheidung: Auf welche Schule sollen sie gehen? Meistens fällt die Wahl dann auf eine staatliche Schule – aufgrund von Schwellenangst oder Vorurteilen. Das neue Buch will damit aufräumen und Antworten auf drängende Fragen der Eltern geben: Was bedeutet Montessori oder Waldorf? Was ist eine demokratische Schule, eine Konfessionsschule, eine Naturschule oder eine Internationale Schule? Wie sieht der Schulalltag jeweils aus und worauf müssen sich die Eltern und ihre Kinder einstellen? Und vor allem: Wie findet man die Schule, die am besten zum eigenen Kind passt? Auch Schattenseiten und mögliche Schwierigkeiten werden nicht ausgespart. Die Autoren lassen Eltern zu Wort kommen, die mit unterschiedlichen Schultypen Erfahrungen gemacht haben und ergänzen ihre Texte mit Interviews, die sie mit Bildungsexperten geführt haben.

Petra Plaum, 45, arbeitet seit 25 Jahren als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Bildung und Gesundheit. Zwischendurch ist sie auch pädagogisch tätig – sie unterrichtet Schreibtechniken, leitet Konversationsabende, gibt Deutschkurse für geflüchtete Mütter und ist freie Mitarbeiterin der Donauwörther Zeitung.

Sie ist Mutter von drei Töchtern, die alle auf unterschiedliche Schulen gehen. Das Autorentrio hat zusammengenommen elf Kinder. Die noch Schulpflichtigen davon besuchen zurzeit sechs verschiedene Schultypen.

Was am Ende der umfangreichen Recherche der Autoren als Ergebnis steht, ist keine Bewertung, keine Empfehlung an Eltern. „Die Erkenntnis ist die, dass es keine perfekte Schule für alle gibt“, sagt Petra Plaum. „Schule muss immer für das einzelne Kind passen. Wir haben mit so vielen Müttern und Vätern gesprochen, deren Kinder alle etwas geworden sind, dass wir Eltern gerne die Angst nehmen wollen.“ Und noch etwas ganz Wesentliches bleibt unterm Strich stehen: „Kinder sind viel mehr wert, als die Zensuren und Bewertungen, die sie in der Schule bekommen.“

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