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Wemding

22.07.2020

Wemding bekommt eigene "Stadtwerke"

Diese neue Trinkwasserleitung wurde Am Urnenfeld in Wemding verlegt.
Bild: Jaumann

Plus Die Stadt erstellt künftig einen eigenen Wirtschaftsplan für Kanal und Wasser. Was man sich davon erhofft und warum die Abwassergebühren steigen.

In Wemding soll es von diesem Jahr an „Stadtwerke“ geben. Soll heißen: Die Kommune rechnet alles, was mit der Abwasserbeseitigung und der Trinkwasserversorgung zusammenhängt, nicht mehr über den Haushalt der Stadt ab, sondern in einem eigenen Wirtschaftsplan. Damit erhoffen sich die Befürworter mehr Handlungsspielraum. Grund: Die Kosten und vor allem die Schulden, die für Kanal und Wasser anfallen, belasten nicht mehr den Etat der Kommune. „Wir wollen damit ein Stück weit Freiheit erreichen“, so Bürgermeister Martin Drexler.

Die beiden Bereiche der Infrastruktur müssen laut gesetzlichen Vorgaben kostendeckend betrieben werden. Soll heißen: Die Bürger müssen über Gebühren oder Beiträge die Defizite, die bei der Abwasserreinigung oder Trinkwasserversorgung entstehen, ausgleichen. In der Stadt Wemding geschieht dies generell ausschließlich über die Gebühren. Verbesserungsbeiträge werden nicht erhoben.

Schulden wegen Erneuerungsmaßnahmen

Dadurch laufen aktuell einige Schulden auf, denn die Kommune erneuert nach und nach das Leitungsnetz – auch um die Überschwemmungsgefahr bei Starkregen zu verringern. Dies geschieht aktuell im Bereich St.-Gundekar-Straße/Hubertusstraße/Am Urnenfeld. Kanal und Wasser verschlingen dort fast 1,7 Millionen Euro.

In der Zechstraße waren die Kanalarbeiten aufwendig.

Zudem muss heuer noch der neue Kanal in der Zechstraße abfinanziert werden (420000 Euro). Für das neue Baugebiet „Birket III West“ fallen knapp 480000 Euro an. Für die Ent- und Versorgungsleitungen im Gewerbegebiet Stadelmüllerweg West sind es etwa 800000 Euro. Um die gesplittete Abwassergebühr zu berechnen, die in Wemding eingeführt wird, beauftragte die Kommune ein externes Büro. Dies schlägt mit 70000 Euro zu Buche.

Bürger müssen mehr für das Abwasser zahlen

Mit all den Vorhaben steigen die Schulden der Wasserwerke von knapp 4,5 Millionen Euro (Anfang 2020) bis zum Jahresende auf ungefähr acht Millionen Euro. Eines ist damit absehbar: Die Abwassergebühren in der Stadt Wemding werden bald steigen. Bis zum Jahresende werden nach Auskunft von Drexler die Tarife neu kalkuliert.

Die Vertreter der CSU/Amerbacher Liste, der SPD/Unabhängige Wähler und der PWG-FW sprachen sich für die Gründung der Stadtwerke aus. Die Investitionen in Kanal und Wasser seien „alle dringend notwendig, um die Ver- und Entsorgung sicherstellen zu können“, erklärte Zweiter Bürgermeister Johann Roßkopf.

Transparenz der Ausgaben wird erhöht

Bürgermeister Drexler merkte an, mit dem sogenannten Eigenbetrieb der Stadtwerke werde auch die Transparenz der Ausgaben erhöht. Zudem schaffe man die Voraussetzungen dafür, dass weitere große Kanalmaßnahmen angegangen werden können, zum Beispiel der Entlastungskanal für den östlichen Stadtbereich.

Stadtwerke haben im Donau-Ries-Kreis bislang nur die Großen Kreisstädte Donauwörth und Nördlingen betrieben.

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