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Feier

19.03.2015

Wemding feiert die heilige Teresa

Teresa von Avila, wie sie ein Maler gesehen hat. Am 28. März 1515 wurde sie geboren.
Bild: Wallfahrtsdirektion Ziemetshausen

In der Karmelitinnenkirche erinnern sich die Schwestern an eine besondere Ordensfrau

Sie war eine besondere Frau. Eine mit Visionen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Karmelfamilie in aller Welt begeht in diesem Jahr die 500-Jahr-Feier der Geburt ihrer Ordensgründerin, der heiligen Teresa von Avila. Auch die Karmelitinnen in Wemding begehen dieses Ereignis mit einigen Veranstaltungen und Gottesdiensten.

Die heilige Teresa wurde am 28. März 1515 in der spanischen Stadt Avila im Hochland von Kastilien geboren. Ihr Großvater war Jude, konvertierte aber zum christlichen Glauben. 1535 trat Teresa in das Karmelitinnenkloster von der „Menschwerdung“ in Avila ein. 1560 beschlossen Teresa und ihre Gefährtinnen die Gründung eines eigenen Klosters, des Reformklosters San José. Die Gründung erfolgte 1562 in Avila. 1567 gründete Teresa mit Johannes vom Kreuz auch den männlichen Zweig des reformierten Ordens. Von 1567 bis 1582 erfolgte in Spanien unter oft abenteuerlichen Umständen die Gründung von zwei Männerklöstern und 16 Frauenklöstern.

Teresa indes starb am 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes – der nächste Tag war übrigens nicht der 5., sondern der 15. Oktober 1582: In dieser Nacht wurde nämlich der gregorianische Kalender eingeführt. Der Gedenktag der Teresa von Avila wird deshalb am 15. Oktober gefeiert. 1622 wurde sie heiliggesprochen. 1970 wurde ihr als erster Frau der Geschichte von Papst Paul VI. der Titel „Kirchenlehrerin“ zuerkannt. Teresa von Avila war nicht nur die größte Mystikerin des Christentums, sondern auch eine pragmatische und lebenskluge Frau mit großer Tatkraft. Ihre Visionen und inneren Ansprachen sind Zeugnisse des christlichen Glaubens, Zeugnisse des Kontaktes zu Jesus. Für Teresa ist der Glaube an Gott aber wertlos, wenn er nicht zu Taten führt. Gegen Widerstände reformierte sie den Karmelorden und gründete zahlreiche Klöster, die Orte des Gebetes und der Einkehr wurden.

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Teresa ist in der Region nach wie vor aktuell: Der Karmel „Maria Mutter des Erlösers“ in Wemding wurde erst im Jahre 2000 gegründet und eröffnet, die Karmelitinnen kamen aus Speyer. Sie gehören zu dem von Teresa von Avila 1562 gegründeten Reformkloster der Unbeschuhten Karmelitinnen.

Die bekannteste Karmelitin in der neuesten Zeit ist übrigens Edith Stein. Sie wurde als Kind jüdischer Eltern 1891 in Breslau geboren, 1922 wurde sie getauft. 1939 trat sie in den Kölner Karmel ein. Am 2. August 1942 wurde sie von den nationalsozialistischen Machthabern verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und wahrscheinlich am 9. August durch Giftgas ermordet.

Die Feiern zum 500. Geburtstag der Ordensgründerin begannen in Wemding am 15. Oktober mit einem Festgottesdienst, den der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke mit vielen Gläubigen feierte.

In der kommenden österlichen Bußzeit sollen „Exerzitien im Alltag“ auf den Geburtstag der Heiligen (am 28. März) vorbereiten. Sie haben in Wemding am Aschermittwoch begonnen. In jeder heiligen Messe wird vom Aschermittwoch bis Palmsonntag ein kurzer Gedanke der heiligen Teresa als Impuls für den Tag den Gläubigen zur Meditation empfohlen. Die Gottesdienstteilnehmer erhalten den Text auch schriftlich mit nach Hause.

Am Donnerstag, 26. März, feiert um 19 Uhr der Augsburger Weihbischof Florian Wörner in der Wemdinger Karmelitinnenkirche (Kapuzinergraben 21) einen Gottesdienst. Weihbischof Wörner wird nicht nur an den 500. Geburtstag der Teresa von Avila erinnern, sondern auch an die Heiligsprechung ihrer geistlichen Tochter Terese von Lisieux, die vor 90 Jahren (17. Mai 1925) heiliggesprochen wurde. Am 28. März, dem 500. Geburtstag der Gründerin der Unbeschuhten Karmelitinnen, findet morgens um 7 Uhr in der Klosterkirche eine Festmesse statt. Am gleichen Tag um 16 Uhr sind alle Interessierten zur Vesper mit einem Festvortrag von Professor Marianne Schlosser aus Wien eingeladen. (dz)

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