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Wemding

22.05.2019

Wemding steht vor einem besonderen Fest

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„Löwen, Gunst und Gulden“ – in einer Woche beginnen die fünftägigen Festivitäten in Wemding. Die Stadt feiert gleich zwei Jubiläen und stellt mit Vereinen ein historisches Stadtfest auf die Beine. Das schweißt zusammen.  
Bild: Wolfgang Widemann

Die Vorbereitungen für das Spektakel „Löwen, Gunst und Gulden“ in Wemding laufen seit zwei Jahren. Organisatoren müssen über 1000 Ehrenamtliche und rund 100 Akteure und Gruppen unter einen Hut bringen. 

Das anstehende Großereignis ist allgegenwärtig. Die Straßen sind mit rot-weißen Fähnchen geschmückt. An der Fassade des Amerbacher Tors hängt ein großes Transparent, in vielen Schaufenstern stehen Puppen, die historisch gewandet sind, umgeben von Papierfähnchen. Auf dem Marktplatz und vor einigen Anwesen stehen auch schon erste Buden und Unterstände. Unter dem Motto „Löwen, Gunst und Gulden“ geht im historischen Zentrum von Wemding vom 29. Mai bis 2. Juni ein historisches Stadtfest über die Bühne.

Drexler: „Alles wir hervorragend“

Jeder sei ein wenig angespannt, hat Bürgermeister Martin Drexler registriert: „In jedem Gespräch schwingt ein bisschen die Sorge mit, dass alles funktioniert.“ Der Rathauschef zeigt sich optimistisch: „Alles wird hervorragend.“ Damit sich diese Prognose bewahrheitet, daran wird seit zwei Jahren intensiv gearbeitet. Zum einen soll sich der östliche Teil der Altstadt in eine Festmeile verwandeln, zum anderen wird mit Vorträgen, Aktionen und Führungen der beiden Ereignisse gedacht, die Anlass für die Feierlichkeiten geben: Wemding ist seit gut 550 Jahren bayerisch und hat seit 400 Jahren einen zweiten Kirchturm an der Stadtpfarrkirche St. Emmeram.

Aus den Reihen des Stadtrats wurde 2017 ein siebenköpfiger Arbeitskreis gebildet, der fortan Aufträge vergab und sich bestimmter Aufgaben annahm. Die Hauptlast der Organisation tragen drei Personen: Kulturreferent Josef Barta, Tourismus-Beauftragte Judith Strohhofer und Gewerbeverband-Vertreterin Helga Holzinger-Hilt. Dieses Trio trifft sich seit zwei Jahren praktisch jeden Donnerstag und Freitag, um sich abzustimmen.

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Das Sicherheitskonzept füllt einen ganzen Aktenordner

Der Aufwand für das Spektakel ist gewaltig. So füllt laut Judith Strohhofer allein das Sicherheitskonzept einen kompletten Ordner. Unter anderem wurden Evakuierungspläne für den Fall erarbeitet, dass etwas Größeres passieren sollte. Es sei genau geregelt, wer wen verständigt, wer welche Position einnimmt und wer beispielsweise bei einem Stromausfall die bereitstehenden Aggregate einschaltet oder die Besucher per Lautsprecher informiert. Im Büro der städtischen Tourismusleiterin stehen aber auch noch viele weitere Ordner. Schließlich gelte es, rund 100 Akteure und Gruppen (Gaukler, Musiker, Händler) unter einen Hut zu bekommen. „Für jeden Akteur haben wir einen eigenen Akt angelegt, um festzuhalten, was ausgemacht ist und was der jeweilige braucht“, erläutert Judith Strohhofer. Denn ansonsten könne man schnell mal den Überblick verlieren. Verpflegung, Übernachtung, Einfahrtgenehmigung, Strom- und Wasserversorgung seien nur einige von vielen Punkten, die es individuell zu regeln gelte.

Regiepläne mit genauem Zeitrahmen

Für große Programmpunkte existierten eigene Regiepläne mit genauen Zeitangaben. Das Stromnetz in der Altstadt werde während der Festtage wegen des erhöhten Bedarfs „angepasst“, die Netzbetreiber für Mobilfunk würden benachrichtigt, damit – Historie hin oder her – auch mit dem Handy telefonieren kann.

Neben der Gastronomie und den Gewerbetreibenden bilden die Vereinen wesentlichen Pfeiler des Fests. Über 1000 Ehrenamtliche sind Judith Strohhofer zufolge über die fünf Tage aktiv. „Das Wir-Gefühl ist gerade in den Vereinen stark“, sagt Bürgermeister Drexler. An unterschiedlichen Stellen hätten sich jeweils mehrere Vereine zusammengeschlossen, um Stände zu betreiben. Es fänden bereits Probeessen statt, um herauszufinden, welche Zutaten für die Gerichte am besten sind. Die Freiwillige Feuerwehr, die Wemdosia und das Jugendzentrum bewirtschaften gemeinsam den Schlosshof – und haben dafür eigens eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet. Allein für die drei genannten Vereine seien bereits 150 Helfer im Einsatz, schildert Judith Strohhofer.

Während der Feierlichkeiten laufen im Festbüro in der Wallfahrtsstraße die Fäden zusammen. In dem ehemaligen Geschäft befand sich zuletzt ein Jahr lang eine Nähstube. Dort konnten sich Wemdinger passende historische Gewänder schneidern oder sich bei Kleiderbasaren eindecken. Das Interesse sei groß gewesen, berichtet die Tourismusleiterin.

Stadt gibt 220.000 Euro für das Fest aus

Ein Thema, das bei den Vorbereitungen intensiv diskutiert wurde, sind die Eintrittspreise. Wie gemeldet, gibt die Stadt über 220.000 Euro für das Fest aus. Mit den Armbändern, die an den Eingängen in die Altstadt verkauft werden, soll ein Teil der Kosten gedeckt werden. 13 Euro zahlt ein Erwachsener und 8 Euro ein Kind/Jugendlicher im Vorverkauf und hat dann Eintritt an allen Tagen. Kostenpflichtig sind der Freitag, Samstag und Sonntag. Kinder bis 1,40 Meter Größe können das Fest umsonst besuchen. „Für das, was die Stadt investiert, ist das adäquat“, meint der Bürgermeister. Den Verantwortlichen sei es wichtig gewesen, die Preise so zu gestalten, „dass die ganze Familie mitfeiern kann“. Am Samstag, 25. Mai, geht es nach Ansicht von Strohhofer so richtig los: „Das ist für mich der Tag X.“ Dann startet der Aufbau der Infrastruktur – und jeder kriegt dann mit, dass in Wemding ein Fest ansteht, das in die Geschichtsbücher eingehen soll.

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