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Wemding/Kroatien

13.01.2021

Wemdinger startet Hilfstransport für Kroatien

So sieht das Haus der Verwandten von Kristian Beljak aus. Es steht in Sisak, wo die Erde seit dem Jahreswechsel mehrfach gebebt hat.
Bild: Beljak

Kristian Beljak aus Wemding will Verwandten und weiteren Opfern des Erdbebens in Kroatien helfen. Was gebraucht wird.

Die Bilder aus Kroatien zeigen Verwüstung und Elend: Kurz vor dem Jahreswechsel hat sich in einer Region südöstlich von Zagreb ein schweres Erdbeben ereignet. Eine Woche später bebte die Erde erneut. Epizentrum waren die kroatischen Kleinstädte Petrinja und Sisak. Häuser sind unbewohnbar, die Menschen leben in Kellern.

Einer, der sorgenvoll in die Krisenregion blickt, ist der Wemdinger Kristian Beljak. Viele seiner Verwandten leben genau dort, wo die Erde bereits zweimal heftig bebte und immer wieder von kleineren Erdstößen erschüttert wird. Onkel, zwei Tanten und Cousinen haben ihr Heim verloren, denn es wäre lebensgefährlich, in die einsturzgefährdeten Gebäude zurückzukehren. „Sie haben nur die nötigsten Papiere aus ihrem Haus geholt“, erzählt Beljak, der selbst in Lauingen geboren ist und seit 17 Jahren in Wemding lebt. Seine Familie habe eine Notunterkunft gefunden. Doch das Leid der Menschen vor Ort sei immens. Denn die Beben treffen eine Region, die sehr ländlich strukturiert ist und nach wie vor unter den Auswirkungen des Jugoslawien-Krieges leidet. Bereits seine Eltern, Evica und Josip Beljak, hatten zu Kriegszeiten selbst Hilfsgüter für Jugoslawien und Kroatien gesammelt und diese dann direkt in die entsprechenden Regionen gebracht. So konnte den Menschen, die dringend Hilfe benötigten, auch geholfen werden.

Soldaten inspizieren die Trümmer eines vom Erdbeben zerstörten Hauses in Petrinja.
Bild: --/AP/dpa

Jetzt will er dem Beispiel seiner Eltern folgen und selbst helfen. Er organisiert derzeit einen Hilfstransport nach Sisak – auf eigene Faust. Die klassischen Hilfsorganisationen wie die Johanniter können derzeit nicht unterstützen, aber viele bayerische Feuerwehren haben ihren Kollegen in Kroatien bereits Hilfe in Aussicht gestellt. Beljak will so bald wie möglich mit einem Lkw Richtung Kroatien aufbrechen. Diesen hat er bereits organisiert. Jetzt hofft er auf die Spendenbereitschaft der Bürger im Landkreis Donau-Ries und Dillingen.

Es braucht vor allem Werkzeug und Baumaterial

Vor Ort gebraucht werden keine Lebensmittel, sondern Dinge, die man zum Wiederaufbau benötigt. „Baumaterial und Werkzeug aller Art ist knapp, weil der Bedarf so hoch ist“, schildert der 47-Jährige, für den es die erste Hilfsaktion dieser Art ist. Konkret geht es ihm um Schaufeln, Schubkarren, Stromaggregate und mobile Heizgeräte. Aber es fehle auch an warmer Arbeitskleidung wie Gummistiefel, Regenkleidung. Große Planen und Abdeckfolien sind ebenfalls Mangelware.

Trümmer eines durch ein Erdbeben eingestürzten Hauses bedecken ein Fahrzeug, das an einer Straße in Sisak steht.
Bild: Marin Tironi/Pixsell/Xinhua/dpa

Das bestätigt auch der ehemalige Stadtpfarrer von Höchstädt, Marko Cvitkusic. Er ist mittlerweile der Kanzler der neu gegründeten katholischen Diözese Sisak. Er berichtet davon, dass 116.000 Menschen von den Folgen der Erdbeben betroffen seien, die am 28. Dezember begonnen haben. „Die Situation ist sehr traurig“, sagt der Pfarrer. Auch 55 Kirchen und Kapellen wurden beschädigt oder zerstört. Immer noch gebe es täglich zwei bis drei Nachbeben.

Cvitkusic versucht gerade, einer Familie mit fünf Kindern zu helfen. „Wir brauchen auch die Hilfe guter Menschen in Deutschland“, sagt der ehemalige Stadtpfarrer. Nötig seien unter anderem Waschmittel und Heizkörper.

  • Wer Hilfsgüter spenden möchte, soll sich bitte mit Kristian Beljak telefonisch in Verbindung setzen. Seine Nummer lautet: 0162/8781197.

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