Newsticker

RKI: Erneut mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Wenn Biogasanlagen-Betreiber aufhören

Umwelt

26.06.2020

Wenn Biogasanlagen-Betreiber aufhören

Der Weiterbestand mancher Biogasanlage im Donau-Ries-Kreis ist ungewiss. Dies bereitet Landrat Stefan Rößle gewisse Sorgen.
Bild: Helmut Bissinger

Landrat befürchtet, dass im Kreis weniger alternative Energie erzeugt wird

Landrat Stefan Rößle befürchtet ein Zusammenbrechen des „Gerüsts“ für eine regenerative Energieerzeugung im Landkreis Donau-Ries, sollte die Biomasse mit dem derzeit größten Anteil im Laufe der nächsten Jahre wegbrechen. Dies könnte passieren, weil einige Anlagenbetreiber nach Auslaufen der bisherigen Förderung aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr weitermachen können. Deshalb fordert die Branche von der Politik vertretbare Anschlussförderungen auch für Altanlagen.

Seit geraumer Zeit müssen sich die Betreiber bundesweiten Ausschreibungen stellen, wenn sie ihren erzeugten Strom verkaufen wollen. Vor diesem Hintergrund will der Landkreis seine 2017 im Kreistag verabschiedete Biogasanlagen-Resolution aktualisieren und die Situation neu analysieren.

Ein Wegfall einer Reihe von Biogasanlagen könnte im Donau-Ries-Kreis zwar durch mehr Windkraft bei der Energieerzeugung kompensiert werden, erklärte Landrat Stefan Rößle im Umweltausschuss des Kreistags. „Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn sich bei uns einige Windräder mehr drehen würden“, so Rößle. Dies sei jedoch schwierig, weil zum einen nicht allzu viele Flächen zur Verfügung stünden, die Windbedingungen nicht die besten seien und durch die bayerischen Abstandsregeln (10-H) der Bau von Anlagen erschwert würde. Von daher wäre es mehr als wünschenswert, wenn auch in Zukunft die Biomasse eine bedeutende Rolle bei der Energieerzeugung einnehme, sagte Rößle.

Wenn Biogasanlagen-Betreiber aufhören

Kreisrat Mark Tanner (Fraktion PWG/ÖDP/FDP) nannte Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, zumal dieser vom Bund finanziell nachhaltig gefördert werde. Stefan Rößle zeigte sich offen für den Vorschlag und schlug vor, dieses Thema im neuen Unterausschuss Nachhaltigkeit zu besprechen und zusätzlich in einem Fachvortrag beim nächsten Energietag zu beleuchten.

Rößle selbst bedauerte, dass es bis dato im Landkreis nicht gelungen sei, im Bereich der Wärme marginale Einsparpotenziale zu erreichen. Hilfreich hierfür wären Anreize für Wärmedämmung beispielsweise bei Gebäudesanierungen, gerade im privaten Sektor.

Martin Stegmair (Freie Wähler) regte an zu prüfen, ob es analog zum Land Baden-Württemberg möglich wäre, die Erteilung von Baugenehmigungen in Neubaugebieten davon abhängig zu machen, ob auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werde. So könnte noch mehr Solarstrom erzeugt werden.

Im Nachbarbundesland besteht ab 2022 eine „Solarpflicht“, zunächst allerdings nur für Nicht-Wohngebäude, wie Recherchen unserer Zeitung ergaben.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren