Open-Air-Konzert

12.07.2019

Wenn Soldaten swingen

Traumhafte Klänge vor traumhafter Kulisse: Das Gebirgsmusikkorps im Tapfheim.
Bild: Helmut Bissinger

Wie das Gebirgsmusikkorps mit einem anspruchsvollen musikalischen Programm abseits der Klischees einen magischen Abend vor dem Tapfheimer Schloss gestaltet

Für viele mag es ungewohnt sein, doch längst spielt die Militärmusik beim Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen nicht mehr die wichtigste Rolle. Natürlich sind die Musiker nach wie vor bei Aufmärschen, Paraden oder ähnlichen Großereignissen gefragt, doch es gibt auch jene magischen Momente, in denen sie ihr ganzes Können, ihre Repertoire-Bandbreite ausspielen können. Einen solchen Sommerabend erlebten die Besucher beim Benefizkonzert des Korps im Schatten des Tapfheimer Schlosses.

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Anspruchsvoll, facettenreich, unterhaltsam – das war der Geist des Konzerts, für das sich Bürgermeister Karl Malz stark engagiert hatte. Der Soldaten- und Kameradenverein als Veranstalter sprach mit seinem Angebot zahlreiche Besucher an. Der Reinerlös wird zwischen dem Bürgerservice und der Vereinigten Musikkapelle Tapfheim (für die Jugendarbeit) aufgeteilt.

Natürlich hatte das Orchester unter der Leitung von Oberstleutnant Karl Kirner auch die klassischen Werke im Programm, wie den Marsch aus den 70er-Jahren „An der Europabrücke“, eine Hommage an die damalige Zeit, oder den Solothurner Marsch. Mit Querflöte, Alphorn, Tuba, Trompete und Trommel sorgten die neun Soldatinnen und 42 Soldaten für ein Klangerlebnis der Extraklasse. Mit dem Marsch „Zauber der Montur“ begannen sie die zauberhafte Reise. Moderator Kirner verzauberte dabei nicht nur mit seinem Charme, sondern punktete vor allem mit seinem immensen Wissen.

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Die Musikerinnen und Musiker wechselten mit leichter Hand von konzertanter Musik zu Unterhaltung. Da verklangen eben noch die Klänge der Melodien aus der Operette „Der Landstreicher“ aus der k.u.k.Monarchie, da waren es plötzlich die Klänge aus dem Musical „Elisabeth“, dramatisch dargeboten. Dieselbe Gänsehaut brachte auch das Solo mit dem Alt-Saxofon hervor, das Oberfeldwebel Alexander Berezhney mit seiner jazzigen Power-Ballade „Against all Odds“ von Phil Collins bot.

Das Musikkorps schaffte es, bei den Konzertbesuchern Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Eine der Hauptattraktionen: der Auftritt von Oberfeldwebel Johannes Mimmler am Alphorn. Mimmler, der wie Kirner an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf studiert hat, brachte einen Hauch von Alpenatmosphäre in den Schlossgarten. Bei dem Medley aus Werken des Swing-Trompeters Harry James überzeugte Oberfeldwebel Valentin Köblitz mit „schleifenden Ventilen“, wie sein Chef Kirner es ausdrückte. Einen Glanzpunkt setzte das Musikkorps mit einem Medley des polnisch-jüdischen Komponisten Michael Jary: mit Filmmusik und Ohrwürmern wie „Die Beine der Dolores“ oder „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“.

Zum Finale kamen dann erneut die heimischen Akteure zum Einsatz: Das Tapfheimer Jugendblasorchester stimmte in den „Bozener Bergsteigermarsch“ mit ein. Ein stimmungsvoller Abschluss für einen abwechslungsreichen und hochklassigen musikalischen Abend unter freiem Himmel mit südlichem Flair.

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