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Gastronomie

01.08.2012

Wenn Zentimeter entscheidend sind...

Nein, keine Angst: Ganz so viele Bierbänke wie auf diesem Bild sind es in Rain nicht, die an der Hauptstraße zu weit in den Gehweg ragen.
Bild: Picture Alliance

Bierbänke vor einer Bar sorgen für hitzige Debatte

Rain Für die einen sind es nur ein paar Zentimeter, für die anderen geht es ums Prinzip. Weil die Biertische einer italienischen Bar in der Rainer Hauptstraße zu weit in den Gehweg ragen, schreitet nun das Ordnungsamt ein. Denn vom Tisch bis zur Bordsteinkante wären es teilweise nur 90 Zentimeter. Vorgeschrieben sind aber 1,50 Meter, damit Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen gut durchkommen.

Die Frage im Stadtrat war nun, ob die Wirtin eine Sondergenehmigung erhalten soll, die ihr erlaubt, dass der Abstand nur einen Meter beträgt. Dies löste eine hitzige Debatte aus. Alfred Hackenberg (CSU) setzte sofort mit einem Plädoyer für die Geschäftswelt an. „Wir haben ein angenehmes Flair, es ist schön in der Innenstadt draußen zu sitzen. Wir sollten den Betrieben keine Schwierigkeiten und aus einer Mücke keinen Elefanten machen.“ Man habe viele Jahre dafür gekämpft, dass Rain eine belebte Stadt sei und die Gastronomen kommen. Hier kleinlich zu sein, wäre ein Schritt zurück.

Das gefiel Günter Wintermayr von der PWG gar nicht. „Die Regeln gelten für alle und da muss sich auch die Wirtin daran halten“, sagte er. Die könne ja wohl andere Tische aufstellen, es sei wirklich ein wenig an an dieser Stelle.

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Bürgermeister Gerhard Martin, überrascht von der emotionalen Debatte, erklärte, dass die Bar ja nur an vier Tagen in der Woche öffne und da nur von 18 bis 23 Uhr. Allerings seien laut Ordnungsamt bereits mehrere Beschwerden eingegangen, dass auch nacht um 1.30 Uhr noch Gäste draußen sitzen.

Erwin Sandmair (PWG) plädierte dafür, der Wirtin den Meter Abstand zuzugestehen und damit die Sache zu beenden. „Es kommt nicht auf den letzten Zentimeter an“, sagte Rains Bürgermeister.

Der Meter müsse aber eingehalten werden, das sei auch im Sinne der Wirtin. „Wer sich nicht ärgern muss, weil er nicht vorbeikommt, der setzt sich vielleicht eher hin“, sagte Martin und ließ nach gut 20 Minuten HIn und Her abstimmen. Mit zwei Gegenstimmen (Wintermayr und Weber) wurde der Meter Abstand gewährt.

An die Sperrstunde um 23 Uhr muss sich die Wirtin freilich weiter halten. (fene)

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