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Marxheim-Gansheim

19.01.2020

Wenn der Vater mit dem Sohne Brieftauben züchtet

Felix und Wolfgang Häckl freuen sich über die Preise, die sie heuer mit ihren Brieftauben bei den Regionalverbandsmeisterschaften gewonnen haben.
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Felix und Wolfgang Häckl freuen sich über die Preise, die sie heuer mit ihren Brieftauben bei den Regionalverbandsmeisterschaften gewonnen haben.
Foto: Andrea Hammerl

Exklusiv Wolfgang Häckl und sein Sohn Felix aus Gansheim bilden eine sogenannte Schlaggemeinschaft und feiern im Regionalverband große Erfolge. Wie alles begonnen hat.

Felix strahlt übers ganze Gesicht. In der einen Hand hält er seine Urkunde von der deutschen Verbands Jugendmeisterschaft, die ihm den ersten Platz in der Kategorie der sieben- bis zehnjährigen Brieftaubenzüchter im Regionalverband 755 Donau-Lech bescheinigt. Die andere Hand hält fest den Pokal für den dritten Regionalverbands-Jährigenmeister umschlossen.

Den hat er gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang Häckl auf der Jahresversammlung in Grasheim (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) bekommen, ebenso wie den deutlich größeren Pokal für den dritten Regionalverbandsmeister und den von einer Taube gekrönten für das zweitbeste jährige Weibchen. Vater und Sohn, die in Gansheim leben und der Reisevereinigung Monheim im Regionalverband Donau-Lech angehören, haben heuer ganz schön abgesahnt.

Seit 35 Jahren dabei

Der 49-Jährige züchtet seit 35 Jahren Brieftauben und hält derzeit 35 Zuchtpaare plus Nachzucht. Seit er Mitglied im Verband ist, nimmt Häckl an den Wertungsflügen teil. 2015 gewann er die Regionalmeisterschaft. Felix ist seit zwei Jahren aktiv dabei, bildet mit dem Vater die sogenannte Schlaggemeinschaft Häckl und hilft ihm bei allen Arbeiten.

Am meisten Spaß aber machen dem Neunjährigen die Flugtage. Zwölf davon gab es im vergangenen Jahr. Fünf davon wurden gemeinsam für alle sieben Reisevereinigungen des Regionalverbandes ausgerichtet, nur deren Ergebnisse zählten für die Regionalmeisterschaft.

Gleich zwei Siege

Felix und Wolfgang Häckl haben gleich zwei dieser Flüge gewonnen, weil jeweils eine ihrer Brieftauben am schnellsten unterwegs war. Gestartet waren die Tauben einmal in Saarlouis (339 Kilometer Luftlinie), einmal in Arlon (411) und Les Isnes (523) in Belgien und zweimal im 406 Kilometer entfernten luxemburgischen Steinfort. Die letztgenannte Strecke liegt den Häcklschen Tauben offenbar am besten, denn beide Flüge aus Luxemburg gewannen sie.

Bei diesen Flügen waren einmal 2712 Tauben von 93 Züchtern, einmal 2084 Tauben von 77 Züchtern aus den Landkreisen Eichstätt, Donau-Ries, Neuburg-Schrobenhausen, Augsburg, Friedberg, Aichach und Ingolstadt am Start gewesen. Üblicherweise verringern sich die Starterzahlen im Laufe der Saison, weil nur wirklich fitte Brieftauben eingesetzt werden. Wenn die Kondition nachlässt, müssen sie zu Hause bleiben.

Bis zu 120 Stundenkilometer

Um die Flugleistungen vergleichen zu können, wird die durchschnittliche Geschwindigkeit jeder Taube ausgerechnet, indem die Entfernungsmeter zu ihrem Schlag geteilt werden durch die Flugzeit in Minuten. Brieftauben können mehrere hundert Kilometer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern zurücklegen und verfügen über einen erstklassigen Orientierungssinn und ebensolches Heimfindevermögen. An Flugwochenenden werden sie mit einem Transporter zum Auflassort gefahren, wo sie – bei gutem Wetter, denn sie brauchen ein Mindestmaß an Sonnenlicht, um sich orientieren zu können – am nächsten Morgen freigelassen werden und sich auf den Heimweg machen.

Die Startzeit bestimmt der Flugleiter vor Ort je nach Wetterlage. Ab dem frühen Nachmittag warten die Besitzer dann mit Spannung auf die Ankunft ihrer Tiere. Gewertet wird mittels Chip, den die Taube in einem Ring am Fuß trägt, über ein elektronisches Konstatiersystem. Sollte eine Taube mal nicht nach Hause finden, hilft ein Zugeflogendienst mit Kontaktleuten vor Ort weiter.

Ehrung für einen Monheimer

Nachdem es heuer wieder zwei neue aktive Mitglieder gab, blickte Regionalverbandsvorsitzender Josef Sillet positiv in die Zukunft. Für 50-jährige Mitgliedschaft ehrte er Günther Weinzierl aus Obereichstätt, für 40-jährige Armin Zoglauer aus Monheim. Zoglauer war 20 Jahre lang im Brieftaubensport aktiv, aktuell ist er „nur noch Züchter“ und freut sich, „wenn andere Erfolg haben“, wie der 58-jährige sagt. Zu den Brieftauben kam er über den Onkel eines Cousins, der einen Bauernhof besaß. Dort holte sich der damals 18-jährige zwei Tauben, die er zunächst in einer selbst gebastelten Holzkiste hielt. 

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