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Donauwörth

15.03.2017

Wenn die Allergie zuschlägt

Der Heilpraktiker und Osteopath Florian Neumann-Mangoldt aus Donauwörth referiert über Allergien.
Bild: Weizenegger (Symbolbild)

Rund jeder Dritte reagiert auf Pollen, Milben oder bestimmte Lebensmittel. Aber auch häufige Infekte belasten. Welche Ursachen dahinterstecken und was Linderung schafft.

Manche schniefen und weinen schon als Kind, sobald die ersten Pollen fliegen. Bei anderen beginnt der Heuschnupfen in der Lebensmitte, bei immer mehr Menschen sogar erst im Seniorenalter. Auch andere allergische Erkrankungen wie Lebensmittelunverträglichkeiten. Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien können wie aus heiterem Himmel jederzeit auftreten. Ebenso Abwehrschwächen: Betroffene werden immer wieder aufs Neue krank, sie scheinen Viren sie magisch anzuziehen.

Der Heilpraktiker und Osteopath Florian Neumann-Mangoldt aus Donauwörth erklärt, dass solche Abwehrschwächen und Allergien mehr gemeinsam haben, als viele ahnen. „Ärzte betonen zwar immer wieder, dass Allergien auf ein besonders starkes Immunsystem hinweisen, und viele Patienten mit hören das ausgesprochen gern, weil es natürlich gut klingt“, berichtet er. „Aber erstens gibt es durchaus Menschen, die allergisch veranlagt sind und gleichzeitig eine Abwehrschwäche haben.

Zweitens ist das Immunsystem in beiden Fällen überlastet. Nur schießen bei Allergien die Reaktionen gegen Allergene über und bei einer Abwehrschwäche die Reaktionen gegen Krankheitserreger.“ Drittens gleichen sich viele Symptome der Betroffenen – sie fühlen sich schlecht, suchen Hilfe.

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Immer mehr Betroffene

Wie viele Menschen in Deutschland aktuell eine Abwehrschwäche haben und dadurch unter anderem zu Bronchitis, Lungenentzündung und grippalen Infekten neigen, ist nicht bekannt. Wie viele mit Allergien leben, schon: 30 Prozent aller Männer und Frauen, Tendenz: steigend.

Bei den Allergien geht man inzwischen von der Kombination dreier Ursachen aus, betont Neumann-Mangoldt: „Erstens hat sich das Milieu, in dem der Mensch lebt, verändert. Die meisten haben lange kaum Kontakt zu Tieren oder zu Schmutz. Das Immunsystem wird weniger trainiert als früher“, informiert er. Zweitens ernähren sich viele unausgewogen: „Fastfood, viel Zucker, Weizenmehl und Konservierungsstoffe sind ein Desaster für den Darm“, merkt Neumann-Mangoldt an. Auch häufig verordnete Arzneimittel, zum Beispiel Antibiotika, beeinträchtigen die Darmflora. „Und der Darm spielt nun einmal eine zentrale Rolle im Immunsystem“, weiß der Heilpraktiker.

Faktor Nummer drei, der Allergien begünstigt, ist die Umwelt. Feinstaub und extreme Klimaverhältnisse hinterlassen Spuren. Für Pollen wurde inzwischen sogar nachgewiesen, dass sie sich unter ungünstigen Umweltbedingungen auf eine Weise verändern, die allergische Reaktionen beim Menschen begünstigt. Vorbeugen und – bei ersten Beschwerden – lindern kann eine Ernährungsumstellung, gibt Neumann-Mangoldt zu bedenken. Viel Frisches, Saisonales, Regionales, viele Vitamine tun gut. Alles, was die Besiedelung des Darms mit nützlichen Bakterien fördert, ist ebenfalls sinnvoll wie Kefir oder Probiotika. Die Immunabwehr stärkt außerdem, wer sich viel bewegt, sich regelmäßig Frischluft und Kältereizen aussetzt. „Da sind wir dann bei Kneipp“, sagt Neumann-Mangoldt.

Ausweichen - wenn möglich

Allergiker tun sich viel Gutes, wenn sie den Allergenen ausweichen, wo immer möglich. Sind es Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, hilft eine Diät, die ohne dieselben auskommt. Sind es Pollen, können Duschen am Abend, häufiges Wechseln der Bettwäsche, nächtliches Lüften und Urlaube in den Bergen oder am Meer gut tun. Neumann-Mangoldt empfiehlt auch einen Versuch mit täglich einem Löffel Imkerhonig aus der Region, jeden Morgen auf nüchternen Magen eingenommen. „Das vertragen nicht alle Allergiker, aber die meisten, und oft lässt sich dadurch eine gewisse Immunmodulation über den Darm erreichen“, sagt der Experte.

In Neumann-Mangoldts Praxis, die seit 1990 ihren Sitz in Donauwörth hat, kommen viele, die schon einige Therapien ausprobiert haben und die Wirkungen nicht überzeugend fanden beziehungsweise unter Medikamenten-Nebenwirkunge leiden. Einer umfassenden Anamnese – dem Gespräch über die Krankheitsgeschichte – folgen weitere Untersuchungen.

Weil der Heilpraktiker unter anderem Fortbildungen bei japanischen, chinesischen, englischen und amerikanischen Spezialisten absolviert hat, ist auch das Therapieangebot vielfältig. Bei Allergien und Abwehrschwächen kommen zum Beispiel Eigenblutbehandlung, Akupunktur, Homöopathie und die Ordnungstherapie nach Kneipp infrage.

Über verschiedene Möglichkeiten, Allergien und Abwehrschwäche zu behandeln, wird der Heilpraktiker und Osteopath Florian Neumann-Mangoldt beim nächsten VHS-Gesundheitsstammtisch referieren. Der Vortrag „Allergien & Abwehrschwäche. Was macht immun - was kann man selber tun?“ läuft am Donnerstag, 16. März, von 19 bis 20.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Café Hummel, Bahnhofstraße 22, in Donauwörth. Eintritt: fünf Euro an der Abendkasse (Jahreskarte 25 Euro).

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