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09.06.2009

Wer seinen Roller schneller macht, riskiert großen Ärger

Donauwörth (wwi) - Wenn die warme Jahreszeit wieder da ist, brausen viele Jugendliche auf Mofas oder Motorrollern durch die Gegend. Doch manchem geht es anscheinend zu langsam voran. Höchstens 25 Stundenkilometer läuft ein Mofa, 45 ein Motorroller. Wer technisch geschickt ist, kann die Leistung des Zweirads und damit die Geschwindigkeit erheblich steigern - und sich jede Menge Ärger mit Polizei, Landratsamt und Justiz einhandeln.

Seit einigen Wochen erwischt die Polizei in der Region fast schon regelmäßig junge Leute, die ihr Mofa oder ihren Roller "frisiert" haben. Meist fällt den Beamten auf, dass die Maschinen auffällig flott unterwegs sind. Tests auf dem Rollenprüfstand ergeben, dass mit den manipulierten Rollern teilweise bis zu 70, 80 oder noch mehr "Sachen" möglich sind. Über die Folgen staunten viele der Ertappten, schildert Thomas Scheuerer, Leiter der Polizeiinspektion Donauwörth: "Sie handeln sich eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein."

So erging es beispielsweise in der vorigen Woche einem Lehrling, den eine Streife in Donauwörth kontrollierte. Den 17-Jährigen erwischten die Gesetzeshüter bereits zum zweiten Mal auf einem manipulierten Roller. "Wir haben da schon Stammkundschaft", berichtet Polizeihauptmeister Hans Bauer, der die Tricks der "Tuner" bestens kennt. Immer wieder entdeckt er an Motorrollern kleine, versteckt montierte Schalter, mit denen der Fahrer die Leistungsbegrenzung abschalten kann. Neben der Elektronik sind der Polizei zufolge auch das Getriebe und der Vergaser manipulierbar. An manchem Zweirad sei auch illegal ein Sportauspuff montiert.

Läuft die Maschine schneller, reiche die Mofa-Prüfbescheinigung (ab 15 Jahren zu haben) beziehungsweise der Führerschein der Klasse M für ein Kleinkraftrad (ab 16) nicht mehr aus, klärt Scheuerer auf. Wer mit über 45 km/h unterwegs ist, brauche einen Führerschein der Klasse A 1.

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Damit nicht genug der Schwierigkeiten. Für ein frisiertes Zweirad erlischt auch die Betriebserlaubnis. Dies meldet die Polizei jeweils der Verkehrsbehörde (Landratsamt). Um die Maschine wieder zulassen zu können, ist ein Gutachten von TÜV oder Dekra nötig. Das kostet Zeit und Geld.

Gutachten kostet viel Geld

Noch teurer wird es, wenn die Art der Manipulation nicht gleich offensichtlich wird. In einem solchen Fall könne ein Experte beauftragt werden. "Dieses Gutachten allein kann um die 800 Euro kosten", weiß Gerhard Schamann, Jugendrichter in Nördlingen und somit für den Donau-Ries-Kreis zuständig.

Ein juristisches Nachspiel hat das Schrauben an der Maschine in jedem Fall. Bei einem erstmaligen Verstoß verhängt die Staatsanwaltschaft laut Schamann eine Geld- oder Arbeitsauflage. Wer noch Schüler ist, werde zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Wer als Lehrling schon ein Einkommen hat, müsse in der Regel zwischen 100 und 200 Euro zahlen.

Werde jemand zum wiederholten Male oder mit extrem hoher Geschwindigkeitsüberschreitung erwischt, lande er direkt beim Jugendrichter: "Je nach Schwere der Tat gibt es ein Ermahnungsgespräch, verbunden mit einer etwas saftigeren Geld- oder Arbeitsauflage."

In krassen Fällen könne es zu einer Verhandlung vor Gericht kommen. Die Strafen reichen Schamann zufolge dann von einem Fahrverbot über einen Freizeitarrest bis hin einer Führerschein-Sperre.

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