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Stadtrat

09.06.2011

Widerstand gegen neue Sendemasten

Bald ausgedient haben soll dieser Antennenmast in Rain. Direkt daneben soll ein neues Bauwerk dieser Art entstehen – und mit der Sendetechnik für den geplanten Behördenfunk bestückt werden. Dagegen regt sich Widerstand.
Bild: Foto: Widemann

Deutsche Funkturm GmbH will in Rain und Wemding bauen. Politiker dagegen

Rain/Wemding Die Deutsche Funkturm GmbH in München stößt mit ihrem Vorhaben, in Rain und Wemding zwei neue Sendemasten zu bauen, auf Widerstand. Die Stadträte in beiden Orten verweigerten den Projekten ihr Einvernehmen. Unmut macht sich auch unter den Bürgern breit.

Der Sitzungssaal in Rain war am Dienstagabend prall gefüllt, als sich der Stadtrat mit dem Antrag des Unternehmens befasste, einen neuen sogenannten Stahlbetonantennenträger auf einem Grundstück in der Ignaz-Lachner-Straße zu errichten. Vor den Räten und über 50 weiteren Zuhörern erklärte ein Vertreter der Firma, dass auf dem Grundstück (es gehört dem Freistaat), auf dem seit den 1980er-Jahren bereits ein mit diversen Mobilfunkantennen gespickter Mast steht, ein anderes Bauwerk dieser Art entstehen soll. Höhe: 44 Meter. Die Maßnahme sei aus statischen Gründen nötig. Der bisherige Mast (41 Meter hoch) werde dann nicht mehr gebraucht und abgerissen.

Auf den neuen Mast sollen Funkantennen und die dazu gehörigen Versorgungseinheiten installiert werden. Mit größter Wahrscheinlichkeit würden dort auch die Antennen für den geplanten Behördenfunk angebracht, so der Unternehmenssprecher. Unter den Anliegern sorgen diese Pläne für einige Unruhe. Die Bewohner befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen.

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Räte: Standort abseits der Wohngebiete wählen

Die Stadträte teilten diese Sorgen. Günther Wintermayr (PWG), Reinhard Prummer (SPD) und Alfred Hackenberg (CSU) machten Folgendes klar: Wenn schon ein neuer Mast benötigt werde, dann sollte für diesen auch ein neuer Standort gewählt werden – abseits von Wohngebieten.

Der Vertreter des Mastbetreibers blockte solche Forderungen ab. Er sagte, er sehe keine Ablehnungsgründe. Die Sache müsse sich wirtschaftlich rechnen. Die Frage des Dritten Bürgermeisters Rainer Wilhelm (Stadtteilliste), ob denn Abstandsflächen einzuhalten wären, verneinte der Mitarbeiter der Deutschen Funkturm GmbH. Auf Empfehlung von Bürgermeister Gerhard Martin verweigerten die Räte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Die Stadt gibt im Rahmen des Genehmigungsverfahrens lediglich eine Stellungnahme ab. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt.

Abgesehen von dem Beschluss möchte die Kommune nun auch auf der Verhandlungsebene aktiv werden. Leo Meier (CSU) regte an, im Dialog eine neue Lösung zu suchen. Die Räte zeigten sich einverstanden, entsprechend dem Umweltpakt Bayern II zusammen mit dem Landratsamt und dem Betreiber Alternativstandorte zu suchen und zu prüfen.

Falls diese Bemühungen keinen Erfolg haben und der Mast in dem bebauten Gebiet unmittelbar östlich der Altstadt hochgezogen wird, würden sich Nachbarn dem Vernehmen nach rechtliche Schritte vorbehalten.

Weiterer Antennenträger auf der Robertshöhe

In Wemding hat der geplante Bau eines rund 50 Meter hohen Sendemasts im Lommersheimer Forst für den Behördenfunk bekanntlich ebenfalls Protest ausgelöst. Seit Montag können sich Bürger im Rathaus in entsprechende Listen eintragen. Im Grundstücks-, Bau- und Werksausschuss des Stadtrats stieß am Dienstagabend ein zweiter Antrag auf Ablehnung.

Die Deutsche Funkturm GmbH will auf der Robertshöhe einen weiteren Antennenträger bauen. Der soll nach Auskunft von Bürgermeister Dr. Martin Drexler zehn Meter hoch werden. Die Firma begründe die Maßnahme damit, dass der bestehende Mast statisch an der Kapazitätsgrenze angelangt sei.

Eine Genehmigung brauche man nicht, allerdings bitte man die Stadt als Grundstückseigentümerin um Zustimmung, so das Unternehmen. Die Räte verweigerten diese einstimmig. Grund: Die Anfragen für den Betrieb von Mobilfunkanlagen – seien es private oder hoheitliche – nähmen überhand. Bei diesen zusätzlichen Belastungen durch Strahlung sei eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bewohner nicht ausgeschlossen, monierte das Gremium.

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