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AWV

26.02.2018

Wie Dorfläden Abfall vermeiden

Gelbe Säcke in der Donauwörther Pflegstraße – nur ein Teil des Kunststoffmülls wird wiederverwendet. Das ist zwar besser als nichts, doch die seit Jahrzehnten gewachsenen Plastikmüllberge verlangen ein entschiedenes Gegensteuern – gerade auch im Kleinen.

Der nordschwäbische Abfallverband unterstützt die Projekte in zwölf Kommunen. Wie man dem Berg von Plastik verstärkt zu Leibe rücken will. Es wird wieder investiert.

Donauwörth Die zwölf Dorfläden in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen leisten einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Abfall. Deshalb wird der Abfallwirtschaftsverband (AWV) sie finanziell unterstützen. 1700 Euro erhält jeder Dorfladen. „Dabei kann vor Ort frei entschieden werden, welche Maßnahmen durchgeführt werden, um weniger Müll zu produzieren“, erklärte Werkleiter Gerhard Wiedemann bei der Verbandsversammlung.

Jutetaschen, Brotbeutel, Glasflaschen zum Milchabfüllen – in den Dorfläden seien schon viele Ideen entwickelt worden, erklärte Landrat Stefan Rößle. Die Kreativität der Verantwortlichen der Dorfläden begeistere ihn. „Mit vielen Maßnahmen wird ein aktiver Beitrag zum verantwortlichen Umgang mit wertvollen Ressourcen geleistet“, ergänzte sein Stellvertreter, Dillingens Landrat Leo Schrell.

Die zehn Dorfläden des Landkreises Donau-Ries haben sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen. Bei Austauschtreffen gehe es, so Rößle, auch um den Wissenstransfer in Sachen Müllverwertung. Als Beispiele nannte Gerhard Wiedemann den Dorfladen Alerheim, wo Gemüsekörbe angeschafft worden seien, oder den Dorfladen in Megesheim, der für die Kunden Juteeinkaufstaschen besorgt hat. In den Läden in Huisheim, Rögling, Daiting und Fünfstetten gibt es Brotbeutel zum abfallarmen Semmeleinkauf. Während im Dorfladen neue Einkaufskörbe bereitstehen, gibt es in Fünfstetten neue Stofftaschen. Geplant sei, in einigen Dorfläden Brotzeitdosen und Tassen anzubieten. Schließlich wolle der erst kürzlich eröffnete Dorfladen in Oberndorf zum Abfüllen von Milch Glasflaschen anbieten, die wiederbefüllbar sind. In der Lechgemeinde wollen die Dorfladen-Betreiber schon demnächst Frischeboxen sowie Obst- und Gemüsenetze anschaffen.

„Marginal und klein“, so Rößle und Schrell unisono, sei der Beitrag, um Kunststoff zu vermeiden und zu recyceln. Mit einer Entsorgungsfirma im Ries startet der AWV die getrennte Sammlung von Kunststoffen auf allen Recyclinghöfen. Damit will man Kunststoffe aus dem Abfallstrom separieren. In eigens aufgestellten Containern werden zum Beispiel Gartenmöbel, Schirmständer, Regenfässer, Wäschekörbe und Wannen, Komposter, Mörtelwannen, Klappboxen, Haushaltseimer, Wäschekörbe und saubere Öltanks gesammelt. „Das kostet uns Geld, ist es uns aber wert“, sagte Wiedemann. Die Sammlung ist für 2018 kostenlos, wie die Verbandsversammlung einstimmig entschied.

Doch was geschieht mit den Kunststoffen? Das Plastikgemisch wird in einer Sortieranlage in verschiedene Kunststoffsorten wie Polypropylen, Polyethylen und Polystyrol getrennt. Die Monofraktionen werden zu Ballen verpresst und zu Verwerter-Firmen innerhalb Europas – wie es sie beispielsweise in Holland gibt – transportiert. Dort wird das Material vermahlen und zu Granulat verarbeitet. Daraus können Parkbänke oder Einkaufswägen produziert werden.

Weil die Entsorgung von Erdaushub immer komplizierter und teurer wird und aus „Boden Abfall wird“, soll es jetzt für die Bürger kostensparende Lösungen geben. Während die Verbandsvertreter die Verordnungen dazu massiv kritisierten, begrüßten sie die regionalen Erleichterung. Bis 500 Kubikmeter wird demnach keine Analyse mehr notwendig sein, oft genüge auch eine Vor-Ort-Untersuchung. Damit kann die teure Haufwerksbeprobung umgangen werden.

Mit der Bauinnung hat der nordschwäbische Abfallverband festgelegt, dass ein einseitiges Formblatt für die Angaben zum Aushub genügt, ein AWV-Mitarbeiter eine Vor-Ort-Begehung macht und die Baufirmen die Aushubüberwachung übernehmen. Damit, so die Verbandsräte, sei sichergestellt, „dass nur unbelasteter Aushub angeliefert wird“. Schließlich gab die Versammlung grünes Licht für Investitionen: für den Neubau des stark frequentierten Recyclinghofs in Nördlingen (Kosten rund 2,6 Millionen Euro) und für die Sanierung der Sickerwasserleitungen und Böschungen an der Deponie in Binsberg bei Donauwörth (circa 1,5 Millionen Euro). "Kommentar

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