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Rain

28.11.2016

Wie der Landkreis punkten will

Wie kann der Landkreis bei jungen Menschen punkten? Bei der ersten Heimatkonferenz gab es darauf Antworten: beispielsweise mit der Nähe zur Natur oder guten Bedingungen für junge Familien.
Bild: Widemann

Junge Menschen zieht es oft in die Städte statt aufs Land. Bei der ersten Heimatkonferenz in Rain wird nach Wegen gesucht, die Region attraktiv zu vermarkten.

Haben die ländlichen Räume angesichts des demografischen Wandels und der anhaltenden Abwanderung noch Zukunftschancen? Kann man wieder die Lust aufs Land wecken oder muss man sich damit abfinden, dass junge Menschen nach Studium oder Berufsausbildung in die größeren Städte ziehen, weil ihnen dort vermeintlich bessere Perspektiven geboten werden? Robert Veitenhansl, Referent von Staatssekretär Michael Odenwald im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin, beantwortet diese Fragen mit einem klaren „Ja“. Die ländlichen Regionen hätten trotz nicht einfacher Rahmenbedingungen gute Entwicklungschancen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Verantwortlichen vor Ort die richtigen Weichen stellen und Initiativen starten würden, sagte Veitenhansl bei der ersten Heimatkonferenz des Landkreises vor rund 60 Zuhörern im Schloss Rain.

Der aus Memmingen stammende Ministerialbeamte attestierte in diesem Zusammenhang dem Landkreis, mit seiner Marke Donauries sowie dem Regional- und Konversionsmanagement auf dem richtigen Weg zu sein. Um auch nachhaltige Erfolge zu erzielen und Menschen in die Region zu locken, sei es von Bedeutung, überregional ein positives Image für den Landkreis zu schaffen und den Zielgruppen ein „gutes Gefühl“ zu vermitteln, betonte Veitenhansl. Ganz wichtig dabei sei es, die Vorteile der ländlichen Räume deutlich herauszustellen: die Nähe zur Natur, das soziale Miteinander, günstige Wohnkosten oder gute Bedingungen für junge Familien. Hilfreich hinzu kämen Trends wie der sukzessive Ausbau leistungsfähiger Breitbandverbindungen, die Zunahme der Heimarbeitsplätze in den Firmen vor Ort und nicht zuletzt die Kinderfreundlichkeit. Mit Letzterem sei der Landkreis bereits sehr gut aufgestellt, konstatierte Veitenhansl.

Diese positiven Aspekte gelte es, überregional zu vermitteln. Das Internet und die sozialen Medien spielten hierbei eine bedeutende Rolle. Dies gelinge dann am besten, wenn die Botschaften die Adressaten „emotional“ erreichten. Veitenhansl nannte zwei Beispiele, die seiner Ansicht nach für den Kreis gut passen würden. So könne er sich gut eine Facebook-Seite mit dem Titel „Donauries gefällt“ vorstellen, auf der positive Eindrücke aus dem Landkreis vermittelt werden, ebenso eine Aktion „Botschafter Donauries“. Mit bekannten Gesichtern aus der Region wäre es denkbar, für den Lebensraum, den Wirtschaftsstandort und die Tourismusregion bei verschiedenen Gelegenheiten überregional zu werben. Dadurch würde eine persönliche Ansprache von Investoren, Unternehmen und Urlaubern ermöglicht. Eine entscheidende Bedeutung bei jeder Kampagne komme der Medienarbeit zu, betonte der Referent. Die Medien seien unverzichtbar, wenn Aktionen oder Projekte wirken sollen. Allein mit Imagekampagnen könnten alle Probleme des ländlichen Raumes jedoch nicht gelöst werden. Von großer Bedeutung für die Stärkung der ländlichen Regionen blieben insbesondere eine gute Infrastruktur und passende Angebote bei der Daseinsfürsorge, resümierte Veitenhansl.

Zuvor hatte Landrat Stefan Rößle dafür geworben, bundesweite Kampagnen für die ländlichen Räume zu starten. Es dürfe nicht so weit kommen, dass sich die Bevölkerung auf dem Land vernachlässigt fühle, wie dies jüngst die Wahlen in den USA zum Ausdruck gebracht hätten. Der Weg, den der Landkreis eingeschlagen habe, sei richtig und werde konsequent weitergeführt. Regionalmanager Klemens Heininger und Konversionsmanagerin Barbara Wunder stellten ihre Programme und Projekte vor. Als Beispiele nannten sie die Jobbörse für die Beschäftigten der Nördlinger Firma Kathrein, durch die 73 Fachkräfte wieder Arbeit gefunden hätten, sowie das Projekt Sprachlotsen für Schüler mit Migrationshintergrund. Hinzu komme das Thema Flächenmanagement, ein Regionalportal im Internet und ein Netzwerk für Dorfläden. Rains Bürgermeister Gerhard Martin freute sich, dass die erste Heimatkonferenz im renovierten spätgotischen Wittelsbacher Schloss stattfand. "Kommentar

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