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Landkreis Donau-Ries

21.05.2020

Wie der Vatertag für viele zum Familientag wurde

Vater- und Ausflugstag: Nicht wenige Väter verbrachten ihren Tag bei Kaiserwetter mit den Familien.

Plus „Alles ruhig“ vermelden Biergartenbesitzer und Polizei. Die Corona-Einschränkungen vermögen lieb gewonnene Traditionen nicht zu verhindern. Aber es ist doch ganz anders als in früheren Jahren

Mit dem Bollerwagen losziehen oder mit den Freunden im Biergarten sitzen – für viele Männer gehört das zum Vatertag dazu. Das Wetter dafür hätte am Donnerstag gepasst, wenn nicht das Coronavirus den Spaß eingeschränkt hätte. Trotzdem feiern oder lieber zu Hause bleiben? „Erlaubt ist auch an Christi Himmelfahrt nur ein Treffen mit Menschen aus maximal einem weiteren Haushalt“, hatte die Polizei schon im Vorfeld gewarnt.

Vier in einem Boot: Vatertagsausflug auf der Wörnitz.

„Wir halten uns zurück“, sei die Devise in der Bevölkerung gewesen, meint Stephan Roßmanith, Pressesprecher der Polizeiinspektion Donauwörth. Und tatsächlich: Väter wie auch Mütter, Familien im kleinen oder großen Verbund, halten sich an die Regeln. „Normal sind wir eine große Gruppe“, erzählt Daniel Scheurer aus Donauwörth. Gestern waren es dann eben nur einige wenige junge Männer aus zwei Haushalten und direkter Verwandtschaft, die zu Fuß unterwegs waren.

Desinfektion im Biergarten

Die sonst übliche Vatertagsbootsfahrt lassen sie sausen, auch das Weißwurstfrühstück. Dafür steht eine Einkehr im Biergarten Schweizerhof in Schäfstall auf dem Programm. Dort weist ihnen Julia Rödter ihre Plätze zu. „Alles geregelt“, sagt sie. Für sie sei es natürlich auch ein wenig außergewöhnlich, war sie doch in der Vergangenheit immer am Ausschank tätig. Nun aber heißt es, für Desinfektion zu sorgen und die Daten der Gäste festzuhalten. Auch im Biergarten Bäldleschwaige läuft es ähnlich: „Wir haben mehr Ausgabestellen geschaffen“, erklärt Karl-Philipp Sautter. Und er habe Tische und Bänke großzügiger aufgestellt. An einer Garnitur haben Ludwig Jenning, sein Sohn Michael und dessen Trauzeuge Michael Gautsch aus Unterglauheim Platz genommen. „Das machen wir jedes Jahr so.“ Auch in diesem besonderen Jahr wollten sie die Tradition nicht abreißen lassen. Sie haben aus dem Vatertag einen Vespa-Ausflug gemacht.

Wie der Vatertag für viele zum Familientag wurde
„Griaß di“: Mundschutz-Willkommen im Biergarten.

Eigentlich ist ja an Christi Himmelfahrt Vatertag, aber bei genauerem Hinsehen wird klar: Es ist ein Familientag. Weil das Wetter passt und die lange Zeit der Ausgangsbeschränkungen vorbei ist, zieht es vor allem Radfahrer ins Freie. Sie genießen das lange vermisste Gefühl eines Hauchs von Freiheit. Wiederum andere suchen die Ruhe an der Wörnitz, um einen Fisch an die Angel zu bekommen oder mit dem Boot unterwegs zu sein.

Tour der Motorradfreunde

An einem Parkplatz zwischen Tapfheim und Donauwörth poliert Stefan Ratz sein Motorrad. Er kommt aus Zöschingen und will nach Bäumenheim. „Wir treffen uns dort“, erzählt er. „Wir“, das seien einige Motorradfreunde, die jedes Jahr am Vatertag gemeinsam eine Tour planen. Diesmal, so Ratz, habe man Oberammergau auserwählt.

Für die Polizei wie auch die Biergartenbetreiber ist es schließlich überraschend ruhig. Sie haben befürchtet, dass es zu Saufgelagen kommen könnte. Solche gibt es wohl auch deshalb nicht, weil sich die Vatertagsfeiern gegen Abend dann doch in den Privatbereich verlagern.

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