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Staudheim

03.04.2021

Wie eine Staudheimerin Osterkerzen für ihren Heimatort fertigt

Mit geschickten Fingern bringt Christina Breimair aus Staudheim kleine Blätter aus Wachs auf der Osterkerze an.
Foto: Barbara Würmseher

Plus Christina Breimair aus Staudheim hat für die Pfarrkirchen St. Johannes in Rain und St. Quirin in Staudheim die Osterkerzen gefertigt. Wofür die Kerzen stehen.

Mit flinken Fingern, die geschickt mit dem Skalpell hantieren, schneidet Christina Breimair kleine, filigrane Blätter aus einer hellgrünen Wachsplatte. Die Äste, auf denen sie befestigt werden, sind aus goldfarbenen Wachsstreben bereits auf den Kerzenrohlingen aufgeklebt. Christina sieht vor ihrem geistigen Auge schon genau das Endergebnis. Es ist kurz vor dem Osterfest, und die Arbeit der 33-jährigen Staudhei-merin liegt in den letzten Zügen. Viel an der Gestaltung fehlt nicht mehr, damit dann in der Osternacht in den Pfarrkirchen St. Johannes der Täufer in Rain und St. Quirin in Staudheim daran das Licht der Auferstehung entzündet wird.

Christina Breimair hat schon als kleines Mädchen gerne mit Wachs gebastelt und gearbeitet. „Als Kind hab ich immer für unsere Familie die Osterkerzen gestaltet“, erinnert sie sich. Es folgten Taufkerzen, Kommunionkerzen und andere mehr, um die sie von Verwandten und Freunden gebeten wurde. Und da sich ihr Geschick herumgesprochen hat, ist auch Rains früherer Stadtpfarrer Johann Menzinger darauf aufmerksam geworden und hat die damals 13-Jährige damit beauftragt, die Osterkerze für die Rainer Stadtpfarrkirche zu gestalten. „Das war voll die Ehre für mich“, freut sich Christina Breimair noch heute.

Osterkerzen von Christina Breimair: 90 Zentimeter für Rain, 65 für Staudheim

Eine Ehre, die im Wechsel auch anderen zuteilwird, etwa den Kommunionkindern der Pfarrei oder auch Mitgliedern der Kolpingfamilie und anderen. Für Christina blieb das nicht der letzte Auftrag ihrer heimatlichen Kirchengemeinde. Der amtierende katholische Ortsgeistliche Pfarrer Jörg Biercher hat bereits im vergangenen Jahr und eben auch heuer auf Christinas Talent zurückgegriffen. Und die hat begeistert Ja gesagt und ist mit Freude wieder ans Werk gegangen.

Im Gespräch mit Biercher hat sie die Motive für Rain und Staudheim entwickelt. 90 Zentimeter hoch ist der Kerzenrohling für die Rainer Stadtpfarrkirche, 65 Zentimeter hoch der für die Filialkirche im Stadtteil Staudheim. „Lebensbaum“ war Bierchers Wunsch und Christina hat ihn mit den griechischen Buchstaben Alpha (Anfang) und Omega (Ende) umgesetzt. Das Omega steht dabei für die Wurzeln der Bäume. Ein Kreuz haben beide Kerzen als Grundlage bekommen – die Rainer eines in Rot- und Orangetönen, die für das Osterfeuer stehen, die Staudheimer eines aus Mosaiksteinen –, darauf hat die Kerzenkünstlerin goldfarbene Streben, beziehungsweise einen braunen Stamm für den Baum angebracht. Die Bäume recken sich nach oben und gipfeln im Buchstaben Alpha. Die fünf Kreuznägel, die das Leiden Christi symbolisieren, sind ebenfalls Bestandteil der Gestaltung.

Die größte Freude für die Kerzen-Künstlerin aus Staudheim ist das Entzünden in der Osternacht

„Ich bin von österlichen Symbolen ausgegangen“, erzählt Christina Breimair, „hab mich davon inspirieren lassen und im Gespräch mit Pfarrer Biercher hat das Ganze dann Gestalt angenommen. Manches ist dann auch noch spontan entstanden.“ Rund vier Stunden hat sie an der kleineren Kerze gearbeitet, etwa sechs waren es für die große.

Christina Breimair und ihre Osterkerzen für Rain und Staudheim.
Foto: Barbara Würmseher

Aus einem intensiven Hobby ist in- zwischen ein kleines Gewerbe geworden, das Christina angemeldet hat. Die Arbeit für die Pfarrei allerdings ist ihr in erster Linie eben eine große Ehre, für die sie mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt wird. Die größte Freude für die 33-Jährige ist es, wenn in der Osternacht zum ersten Mal ihre Kreationen mit dem Osterfeuer, dem Symbol des Lebens, entzündet werden.

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