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Umwelt

29.08.2019

Wie geht’s dem Mertinger Forst?

Der Wald ist fichtenreich und leidet extrem unter Hitzeperioden. Was dagegen getan werden kann, zeigt eine Exkursion am Sonntag

26. Juni 2019: Heißester Junitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Rekord aus dem Jahr 1947 ist geknackt. Wetterextreme nehmen zu und der Wald leidet darunter. Vor allem die Fichte möchte es eher kühl und feucht. Aber genau das wird durch immer länger anhaltende Schönwetterperioden ein Problem. Ungewöhnlich hohe Temperaturen und Wasserknappheit machen der Land- und Forstwirtschaft zu schaffen. Wie kann ich meinen Wald für das zukünftige Klima und die zunehmenden Wetterextreme fitter machen, welche Baumarten muss ich jetzt schon wählen, wie habe ich meinen Wald zu pflegen? All dies wird während des etwa zweistündigen Waldbegangs im Mertinger Forst am Sonntag, 1. September, um 15 Uhr erörtert.

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Die 600 Hektar Wald südlich von Mertingen sind sehr stark fichtenlastig und stellen eine Herausforderung für die Bewirtschaftung dar. Erschwert wird die Tatsache dadurch, dass der Mertinger Forst in sehr viele, lange und schmale Waldgrundstücke aufgesplittet wurde. Größtenteils gehören diese Privatwaldbesitzern. Dadurch wird die Bewirtschaftung erschwert, Probleme mit den Nachbarn sind vorprogrammiert, Lagerplatz ist oft knapp. Kleinmengen sind für den Verkauf zu bündeln und zu ordentlichen Preisen zu vermarkten. Die Ortsgruppe Mertingen der Waldbesitzervereinigung Nordschwaben veranstaltet mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten daher den Waldbegang. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz am Eingang zum Mertinger Forst. Von dort wird zu Fuß der Wald erkundet.

Ausgewählt wurde ein knapp drei Kilometer langer Rundweg, auf dem zwei wesentliche Punkte vorgestellt und diskutiert werden sollen: Zu Beginn eine für Mertinger Verhältnisse große Aufforstung mit Eiche und gegen Ende des Rundgangs eine Windwurf- und Käferfläche. Der Waldumbau mit klimatoleranten Baumarten wird auch in Mertingen vorangetrieben, nur noch Fichte, und das in Reih und Glied wie in früheren Zeiten, wird zusehends weniger. Gepflanzt werden nun auch andere Baumarten – die Mischung macht es, „wer streut, rutscht nicht“, heißt die Devise der Zukunft. Die Wälder werden abwechslungsreicher und stabiler. Wind, Sturm und Käfer haben es dann in Zukunft schwerer. Fichtenmonokulturen mit langen und dünnen Bäumen können Naturgewalten nur schwer trotzen und sind auch gegenüber dem Käfer wesentlich anfälliger. (dz)

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Eingeladen sind alle Interessierten, ob Waldbesitzer oder nicht.

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