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Konzert

28.12.2017

Wie in einer Musikkneipe in Bogota

Mit Latino-Musik begeisterte Maria Cristina Hurtado das Publikum im ausverkauften Zeughaus in Donauwörth.
Bild: Helmut Bissinger

Die Kolumbianerin Maria Cristina Hurtado stellt in Donauwörth ihr Debütalbum vor

Von Donauwörth nach Cali sind es exakt 9526,88 Kilometer. Das hat Barbara Sagel ausgerechnet. Cali liegt in Kolumbien. Von dort ist Maria Cristina Hurtado 2001 nach Deutschland gekommen. Mit in ihrem Gepäck: die Musik, die fast jeder Kolumbianer im Blut hat. Mit einem Unterschied: Die junge Frau hatte in ihrer Heimat Musikpädagogik studiert und ihre Liebe zur Musik ständig vergrößert. Nun hat sie ein neues Album aufgenommen – und Ausschnitte daraus jetzt einem großen Publikum präsentiert.

Einfühlsam und nuancenreich sind die Kompositionen Hurtados. Eigentlich kommt sie vom Opernfach, doch nun zeigt sie eine neue Seite. Im Tonstudio der Cold Water Production in Huisheim entstand das Debütalbum der Höchstädterin. Dabei ist es geglückt, spanische und südamerikanische Musikkulturen zu verbinden, ein ganz eigenes beseelt-kreatives, fröhliches, Latin-Kolorit einzubringen.

Im Donauwörther Zeughaus begeisterte die Sängerin nun mit der Melancholie in ihren deutschen wie spanischen Texten, aber auch durch ihr Temperament, das immer an den richtigen Stellen in ihren Liedern zum Ausdruck kommt. Man spürt die Leidenschaft bei ihren eigenen Liedern aus dem neuen Album „Siempre Brilla El Sol“ (Immer scheint die Sonne), aber auch bei einigen Coverversionen (etwa Georg Gershwins „Summer Time“). Ihr Salsa, dann wieder die ruhigen Abschnitte wie beim Song über den Regen im April – es ist wie eine Hommage an ihre südamerikanischen Wurzeln. Mit Anmut, wie im spanischen Text beschrieben, singt sie den Ohrwurm zu Ritchie Valens Lied „La Bamba“ – und einige im Publikum wippen mit den Hüften.

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Maria Cristina Hurtado ist so herrlich authentisch. Sie schafft, was sogar ganz Großen im Zeughaus verwehrt war: eine besondere Atmosphäre, getragen von Herzlichkeit, herzustellen. Das mag daran liegen, dass sie nicht nur singt, sondern an Gitarre und Keyboard weit mehr als ein Amateur ist, aber auch an ihrer Band mit hauptsächlich Florian Schmaler an Saxofon, Klarinette und Querflöte. Thomas Höpfner (Drums) und Holger Havlin (Bass) vervollständigen die Band. Barbara Sagel ist nicht nur eloquente Moderatorin, sondern fungiert auch als Background-Sängerin.

Dass auch weihnachtliche Lieder zum Tragen kamen, liegt an Hurtados Heimat. Dort wird Weihnachten ganz groß gefeiert, aber bei anderen Temperaturen ganz anders wie bei uns: mit Tanz und großer Fröhlichkeit. Ein wenig davon vermittelte die Sängerin bei den traditionellen Liedern, die sie als „Christmas Überraschungen“ bezeichnete. In jeder Musikkneipe in Bogota, Cartagena oder Medellin wäre Hurtado genauso wie in Donauwörth umjubelt geworden.

Alles in allem: Ein berührender Konzertabend einer Künstlerin, deren Weg zum „Latin Heart“ gerade erst begonnen hat. Das Konzert in Donauwörth mit handgemachter musikalischer Feinkost war für sie sicher ein Meilenstein.

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