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Landkreis

20.01.2021

Wie läuft es mit der Notbetreuung im Kreis Donau-Ries?

Kinder in einer Kindertagesstätte in der Region. Die überwiegende Mehrzahl der Kinder im Kindergartenalter wird aktuell im Landkreis Donau-Ries zu Hause betreut. Bei einigen Eltern ist dies jedoch berufsbedingt schlichtweg nicht möglich.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Im ersten Lockdown war die Bürokratie rund um die Beaufsichtigung in den Kitas noch ein Problem. Wie es jetzt läuft, wie viele Kinder betreut werden – und welche Befürchtung es nun gibt.

Uwe Neumann hat keine Chance auf Homeoffice – und seine Frau auch nicht. Er ist als Fahrer bei einem Druckereibetrieb beschäftigt, liefert Ware aus, sie arbeitet im Lebensmittelbereich. Die Riedlinger Familie mit zwei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter ist auf die Notbetreuung an den Einrichtungen angewiesen. Sie gehören zu denjenigen, die gar nicht im strikten Lockdown leben können. Die Notbetreuung im Landkreis Donau-Ries ist indessen wohl weitaus unkomplizierter angelaufen, als es zuletzt noch im Frühjahr der Fall gewesen war.

Das Lesen der Nachrichten stets mit einem bangen Gefühl: Was kommt?

Wenn Uwe Neumann derzeit Nachrichten liest oder hört, dann stets mit einem bangen Gefühl. „Die Beschlüsse kommen kurzfristig und man weiß nie, was kommt“, sagt der Familienvater. Eigentlich wünschte er sich mehr Stabilität und Planungssicherheit, gerade im Sinne der Familie. Die Kinder müssten zumindest mittelfristig zuverlässig betreut werden können – die Andeutungen von Ministerpräsident Markus Söder über nachzuschärfende Maßnahmen hingegen ließen ihn stets im Ungewissen; bei den Neumanns herrscht die Unsicherheit, ob die Notbetreuungen angesichts zunehmender Verschärfungen aufgrund der Corona-Zahlen weiterhin in Betrieb für alle bleiben dürfen.

Darauf kann auch Claudia Wernhard, im Landratsamt Donau-Ries zuständig für den Bereich Kindertagesstätten, keine hundertprozentige Antwort geben. In der Behörde gelte es, Beschlüsse vor Ort umzusetzen – „wir wissen oft heute nicht, was morgen kommt“, erklärt Wernhard. Aktuell habe sich die Betreuung an den Kitas gut eingespielt, die meisten Einrichtungen im Kreis böten jene Notbetreuungen an. Das Prozedere sei weit unkomplizierter als noch im Frühjahrs-Lockdown, als nur jene Kinder, deren Eltern einen Beruf mit – aus staatlicher Sicht – „Systemrelevanz“ vorweisen konnten, einen Anspruch auf externe Betreuung hatten. Die Notbetreuung ist in diesem Winter für alle Kita- und Schulkinder bis zur sechsten Klasse sowie für Förderschüler möglich – und zwar für alle Eltern, die angeben, sie zu brauchen. So hatte es die Staatsregierung forciert.

Kaum Probleme bei der Anmeldung zur Notbetreuung im Landkreis Donau-Ries

Das Anmeldeverfahren sei einfach, sie wisse diesbezüglich von keinen größeren Problemen, berichtet Wernhard für den Kita-Bereich im Landkreis Donau-Ries.

Die aktuellen Zahlen für diese Altersgruppe bieten einen Einblick, wie das Betreuungsangebot derzeit genutzt wird: Im gesamten Landkreis sind Montag voriger Woche 753, Dienstag 861, Mittwoch 865, Donnerstag 824 und Freitag 523 Kinder in 98 Kita-Einrichtungen beaufsichtigt worden. Nur 14 Einrichtungen hätten keine Meldungen an die Kreisbehörde gesendet – wobei unklar ist, ob schlicht die Meldung sich verzögert oder dort kein Bedarf angemeldet worden war.

Der direkte Vergleich liefert derweil einen merklichen Unterschied: Im September wurden im Landkreis insgesamt 5430 Kinder in den Kitas gemeldet. Das wiederum bedeutet: In den Einrichtungen werden dieser Tage – je nach Wochentag – zwischen zehn und 16 Prozent der Kinder im Kita-Alter beaufsichtigt. Die überwiegende Mehrheit ist also zu Hause – da, wo das möglich ist.

Mögliche Schließung der Notbetreuung wäre eine wirtschaftliche Belastung für die Donauwörther Familie

Eine mögliche Schließung der Notbetreuung bei einer weiteren eventuellen Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen würde derweil für Uwe Neumann den Weg in die hundertprozentige Kurzarbeit bedeuten. Neumann wünscht sich mit Nachdruck, dass nicht im wöchentlichen Wechsel neue Verordnungen die ohnehin unsichere Lage noch vager machten. Er sagt, ihn verunsichere, dass in Bayern Bundesbeschlüsse mitunter anders, beziehungsweise schärfer ausgestaltet würden – ein Beispiel sei die hiesige Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Geschäften sowie im öffentlichen Nahverkehr, während andernorts OP-Masken genügten. Was jedoch ohne Probleme laufe, das sei durchaus die Notbetreuung vor Ort, im Falle der Neumanns ist dies das Angebot an der Riedlinger Grundschule sowie am Kindergarten St. Martin. Die Gruppen seien klein, konstant – „für die Kinder ist das optimal, es wird nicht durchgewechselt, es ist verlässlich“. Jene Verlässlichkeit wünschte er sich derzeit auch stärker von der Politik.

Bislang ist jedoch noch keine Veränderung hinsichtlich der Notbetreuung anberaumt. Doch angesichts der vielen Wechsel im Zuge der Krisenzeit bleibt wohl auch hier die bange Frage: Wer weiß heute schon, was morgen ist?

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