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Podiumsdiskussion

25.01.2020

Wie nachhaltig ist Donauwörth?

Eine Podiumsdiskussion zum Thema Nachhaltigkeit fand im Rahmen der Fairen Woche statt. Als Vertreter der Fraktionen und Gruppen des Stadtrates diskutierten im Doubles Starclub Albert Riedelsheimer (Grüne), Jonathan Schädle (CSU), Josef Reichensberger (AL/JB), Michael Bosse (PWG/FW), Gustav Dinger (ÖDP), Manfred Hofer (EBD) und Heinrich Kopriwa (SPD).
Foto: Cathrin Gros

Vertreter aus dem Stadtrat diskutieren die Frage, wie es bei diesem Thema in der Großen Kreisstadt aussieht. Für manches gibt es Lob, aber oft sieht man Luft nach oben

Die bauliche Stadtentwicklung, die Verkehrsinfrastruktur und der öffentliche Nahverkehr sowie die Pflicht jedes einzelnen Bürgers zu nachhaltigerem Konsum haben sich wie ein roter Faden durch die Podiumsdiskussion im Doubles Starclub gezogen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Fairen Woche der Fairtrade-Stadt Donauwörth statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Anton Stegmair, Leiter der Abteilung Weltkirche beim Bistum Augsburg.

Sieben Vertreter der Fraktionen und Gruppen des Stadtrates gaben einen Einblick, was aus ihrer Sicht in Donauwörth bereits gut läuft in Sachen Nachhaltigkeit, welche weiteren Ideen sie haben und wo sie vor Herausforderungen stehen. Zentrale Frage war, welchen Beitrag die Große Kreisstadt zu den 17 internationalen Nachhaltigkeitszielen leisten kann, die die Vereinten Nationen im Jahr 2015 für die Jahre bis 2030 definiert haben. Denn die Verantwortung dafür könne man nicht nur auf die Bundesregierung abschieben, waren sich die Teilnehmer größtenteils einig. Beim Thema nachhaltige Stadtentwicklung stehe man vor einer enormen Herausforderung, so Josef Reichensberger (JB/AL). Denn junge Leute wollen bauen und forderten regelrecht Bauland. Gleichzeitig soll der Flächenfraß eingedämmt werden, wie unter anderem Albert Riedelsheimer (Grüne) mahnte. Dennoch gebe es Lösungen: Riedelsheimer nannte die ehemalige Druckerei Auer als Positivbeispiel. Hier wurde alte Bausubstanz abgerissen und neuer Wohnraum geschaffen, ohne weitere Flächen zu erschließen. Auch die Entwicklung des Areals der ehemaligen Alfred-Delp-Kaserne sei ein exzellentes Beispiel für die nachhaltige Stadtentwicklung, so Manfred Hofer (EBD). Dabei sehen die Teilnehmer weiteres Potenzial: Die Energieversorgung soll ohne die Nutzung fossiler Brennstoffe erfolgen. Bestimmte Bauweisen könnten gefördert werden. Im Gemeinschaftsbereich könnten Grünflächen geschaffen werden. Und man wünschte sich eine entsprechende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Damit dieser auch genutzt wird, müsse man innovativ sein und Anreize schaffen, so Gustav Dinger (ÖDP). Er denke zum Beispiel an ein Programm zur Förderung von Lastenfahrrädern. Denn 80 Prozent aller Fahrten mit dem Auto seien kürzer als fünf Kilometer und könnten daher – entsprechende Gesundheit vorausgesetzt – genauso gut mit dem Fahrrad bewältigt werden. Bei weiteren Strecken sahen einige Teilnehmer Aufholbedarf, was den öffentlichen Nahverkehr angeht. Zu seiner Arbeitsstelle nach Niederschönenfeld komme er zum Beispiel nicht mit dem Bus, so Reichensberger. Hier hätte man gute Beispiele vor der Haustüre, sagte Albert Riedelsheimer, an denen man sich orientieren könne, um das Mobilitätsangebot zu verbessern.

Zudem sollten Bürger darin unterstützt werden, ihren Konsum nachhaltiger zu gestalten. „Die Stadt selbst kann keine Unverpackt- oder Bio-Läden eröffnen, aber natürlich entsprechende Initiativen fördern“, sagte Jonathan Schädle (CSU). Dabei sei ihm besonders wichtig, alle Gesellschaftsschichten mitzunehmen. Denn, wie Heinrich Kopriwa (SPD) darlegte, habe Nachhaltigkeit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Komponente. Auch wenn die Stadt bereits in vielen Bereichen mit positivem Beispiel vorangeht – so gibt es zum Beispiel seit Jahren nur noch Fair-Trade Kaffee – sehe er Luft nach oben. Kopriwa wies zum Beispiel darauf hin, dass im öffentlichen Beschaffungswesen nicht mehr nur der Preis zähle. Auch qualitative Kriterien könnten stärker angewendet werden. Unternehmen, die soziale Kriterien nicht erfüllen, weil sie zum Beispiel Tarifverträge kündigen, bräuchten dann nach Ansicht von Riedelsheimer gar kein Angebot mehr abzugeben.

Insgesamt sahen die Diskussionsteilnehmer auch die Bürger in der Pflicht. Denn die Veränderung, so Manfred Hofer, müsse auch von den Leuten kommen. „Ein bisschen Spaß will man auch noch haben. Aber die Leute müssen verstehen, dass es auch mit weniger geht.“ Das sei ein ständiges Arbeiten an sich. „Auch wir sind keine Heiligen“, sagte Andreas Plohmann, Vorsitzender der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Donauwörth. Es ginge darum, kleine Ansätze zu finden.

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