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Landkreis Donau-Ries

31.01.2019

Wie rettet man die Bienen?

SOS – Rettet die Bienen. Ab heute kann man sich in allen Rathäusern für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ eintragen. Ziel ist eine Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes. Die Landwirte in der Region machen Stimmung dagegen, während die Zahl der Unterstützer wächst.
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SOS – Rettet die Bienen. Ab heute kann man sich in allen Rathäusern für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ eintragen. Ziel ist eine Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes. Die Landwirte in der Region machen Stimmung dagegen, während die Zahl der Unterstützer wächst.

Ab heute kann sich jeder für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ eintragen. Landwirte lehnen es ab. Die Zahl der Unterstützer aus der Region wächst hingegen

Ab heute können sich die Bürger für das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ eintragen. Auch im Landkreis scheinen sich Politik, Landwirtschaft und Imker einig, dass die Bienen gerettet werden muss. Nur das Wie ist strittig. Während ein regionales Aktionsbündnis für das Volksbegehren wirbt, ist der Bauernverband alles andere als begeistert von dem Gesetzentwurf, der dahintersteht.

Spricht man mit den Imkern im Landkreis, dominiert die Sorge um die Biene. Bienen brauchen Blühflächen, die den ganzen Sommer die Ernährung sicherstellen, waren sich die Imker jüngst auf der Kreisversammlung in Wemding einig. Dabei geht es vor allem um den Bestand an Wildbienen. Alfred Hofmann, Kreisvorsitzender der Imker aus Donauwörth, spricht von einem Schwund von 50 Prozent.

Mehr Artenvielfalt

Mehr Artenvielfalt – das will die ÖDP mit ihrem Volksbegehren erreichen. Sie möchte das Bayerische Naturschutzgesetz ändern und agiert dabei vor allem in Richtung Landwirtschaft. Vorgesehen wäre beispielsweise, bis 2025 mindestens 25 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ackerfläche nach ökologischen Richtlinien zu bewirtschaften. Zudem enthält der Gesetzentwurf exakte Fristen zur Mahd von Wiesen oder dem Walzen von Grünland. Ab 2022 darf auf Dauergrünflächen kein Pflanzenschutzmittel mehr aufgebracht werden.

Regionales Aktionsbündnis

Ein regionales Aktionsbündnis engagiert sich für das Volksbegehren. Im Landkreis Donau-Ries gehören neben der ÖDP und den Kreisverbänden der Grünen, der SPD, des Bund Naturschutzes, der Imker nun auch der Alpenverein Donauwörth dazu. Zahlreiche Informationsveranstaltungen und Filmabende wurden initiiert, öffentlich wurde für Unterstützung geworben. In Wemding und Donauwörth gab es im Vorfeld Anträge, die Öffnungszeiten der Rathäuser zu verlängern, um mehr Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich einzutragen. In beiden Städten war dies klar mit dem Hinweis auf die Möglichkeit zur Briefwahl per Eintragungsschein und den Kosten gescheitert.

Nur der Bauernverband sieht den geplanten Gesetzentwurf äußerst kritisch. Dabei gehe es nicht darum, dass die Landwirtschaft das Problem nicht erkannt habe. „Im Gegenteil. Jeder zweite bayerische Landwirt tut bereits freiwillig etwas für mehr Blühflächen“, sagt Kreisobmann Karlheinz Götz. Für die Bauern sei aber nicht verständlich, warum sich der Gesetzentwurf allein auf Vorgaben für die Landwirtschaft konzentriere. „Was ist mit den Privatgärten oder den öffentlichen Flächen? Hier muss auch ein Beitrag geleistet werden“, fordert Götz. Der BBV lehnt das Volksbegehren ab, weil es die freiwilligen Umweltleistungen der bayerischen Bauern faktisch torpediere.

Allein im Landkreis Donau-Ries würden über die Agrarumweltprogramme Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) und Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) über 6200 Hektar ohne Düngung, ohne Pflanzschutz und mit Schnittzeitpunktauflage bewirtschaftet, sagt BBV-Geschäftsführer Michael Stiller.

141 Hektar Ackerflächen wurden in Grünland umgewandelt. Darüber hinaus werden heute schon 4200 Hektar ökologisch bewirtschaftet – Tendenz weiter steigend. Sollte das Volksbegehren durchgehen, bestehe die Gefahr, dass diese freiwilligen Umweltleistungen der Landwirte von heute auf morgen nicht mehr umgesetzt werden. „Die Initiatoren des Volksbegehrens setzen das bewährte Konzept aufs Spiel, ohne gleichzeitig eine Antwort darauf zu geben, wie die Bauernhöfe künftig überleben und wie Umwelt- und Naturschutz in Bayern funktionieren soll.“ Das sei einseitig und verantwortungslos – sowohl der Natur als auch den Bauernfamilien gegenüber, sagt Kreisobmann Götz und betont, dass Bauern großes Interesse daran haben, die Artenvielfalt zu schützen und die natürlichen Kreisläufe zu erhalten. „Das Volksbegehren zur Artenvielfalt ist der komplett falsche Weg. Statt das bäuerliche Engagement für den Umwelt- und Naturschutz anzuerkennen und zu stärken, wird einseitig und populistisch Stimmung gegen eine Branche gemacht sowie nach neuer Reglementierung gerufen“, sagt Götz. „Wir lehnen das Volksbegehren ab!“ "

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar: Selbst etwas für die Biene tun

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.01.2019

In jeden normalen Hausgarten sind mehr Bienen zu finden als auf 10 Hektar Maiswüste falls auch nur ein Rosen oder anderer Blumenstrauch gepflanzt wurde. Ich finde immer Lustig das die privaten Gärten als Beispiel genommen werden wo der Verbrauch an Spritzmittel und Pestiziden ist im vergleich nen Witz ist falls überhaupt was verwendet wird denn die meisten verzichten ja darauf was man von der Landwirtschaft so gut wie gar nicht behaupten kann.
Also meine Unterschrift habt ihr :-D .

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31.01.2019

Wer dieses Volksbegehren unterschreibt soll auch selbst was für die Bienen tun . Nämlich seinen Rasen nicht jede Woche zweimal mähen!!!Den Landwirten soll das alles per Gesetzt vorgeschrieben werden und der Normale Bürger der kann in seinem Garten machen was er will!!Es wird zuwenig nachgedacht und weitergedacht was daß alles für Folgen hat.Wer bereit ist seinen Rasen als Blühfläche zur Verfügung zu stellen der kann gern unterschreiben!!

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