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Landkreis

25.09.2019

Wildunfälle: Es droht ein trauriger Rekord

Bei Wittislingen gab es einen Wildunfall
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Bei den Zusammenstößen mit Tieren steuert der Donau-Ries-Kreis auf eine Höchstmarke zu. Zwei schlimme Unglücke erschüttern auch die Jäger.

Wildunfälle werden im Donau-Ries-Kreis zu einem immer größeren Problem. Bis Ende August meldeten Verkehrsteilnehmer den Polizeiinspektionen in Donauwörth, Nördlingen und Rain heuer insgesamt 750 Unglücke dieser Art. Damit dürfte der Landkreis im aktuellen Kalenderjahr auf einen Rekord zusteuern. Der ist umso trauriger, da bei den Karambolagen nicht nur Blechschaden entstand: Es passierten – wie berichtet – zwei schlimme Unfälle, bei denen eine Autofahrerin starb beziehungsweise ein junger Mann schwere Verletzungen erlitt.

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Verhängnisvolle Unglücke endeten tödlich

Magnus Kastenhofer, der rund 20 Jahre Sachbearbeiter Verkehr der Polizei im Landkreis war und damit auch die Unfallstatistik im Auge hatte, kann sich an keine vergleichbaren Ereignisse in seiner Dienstzeit erinnern: „Das sind schon Negativbeispiele.“ Die beiden verhängnisvollen Unglücke geschahen im Sommer. Ende Juli prallte ein 19-Jähriger, der mit einem Moped auf der Straße zwischen Daiting und Buchdorf unterwegs war, am späten Abend gegen ein Reh, das über die Straße lief. Der junge Mann stürzte und blieb bewusstlos auf dem Asphalt liegen.

Am frühen Morgen des 14. August sorgte auf der Kreisstraße zwischen Mauren und Oppertshofen eine tragische Verkettung von unglücklichen Umständen für einen Unfall mit tödlichen Folgen. Eine 32-Jährige erfasste mit ihrem Auto ein Reh, das die Straße querte. Der Wagen geriet auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal gegen einen Laster. Während dessen Fahrer, 42, mit leichten Blessuren davonkam, erlitt die Frau so schwere Verletzungen, dass sie wenige Tage später in einer Klinik starb.

Wildunfälle: Es droht ein trauriger Rekord

Eigentlich ist die Zahl der Verletzten in der Regel gering

Dass ein Wildunfall so schlimm endet, komme glücklicherweise nur selten vor, so Kastenhofer. Dies zeige auch ein Blick auf die Statistik der vergangenen Jahre. Von 2015 bis 2017 registrierte die Polizei im Donau-Ries-Kreis jedes Jahr gut 850 Zusammenstöße mit Wildtieren. Bei jeweils nur zwei oder drei gab es einen (Leicht-)Verletzten. 2018 zeigte der Trend etwas nach oben. Da waren es schon 934 Wildunfälle mit insgesamt zehn Leichtverletzten. Heuer sind es – wie bereits erwähnt – in den ersten acht Monaten bereits 750 Unfälle mit einer Toten, einem Schwerverletzten und sieben Leichtverletzten. Geht die Entwicklung so weiter, könnten es erstmals 1000 Wildunfälle in einem Jahr im Landkreis werden – plus Dunkelziffer von nicht gemeldeten Unglücken.

Was Kastenhofer auffällt: Im Donau-Ries-Kreis gibt es keinen Straßenabschnitt, der durch außergewöhnlich viele Karambolagen heraussticht. Der tödliche Unfall geschah auf einer Straße, die kilometerlang durch den Wald verläuft. Mit Rehen, Füchsen, Wildschweinen und anderen Tieren müsse man da immer rechnen. Entsprechend krache es dort immer wieder mal.

Nicht ausweichen, sondern Lenkrad gerade halten

Weil Wildunfälle offenbar nicht zu verhindern sind, rät der Beamte Verkehrsteilnehmern, sich zumindest immer wieder bewusst zu machen, dass ein Tier auf die Straße laufen könnte. Auf diese Weise halte der Betroffene dann vielleicht zumindest das Lenkrad gerade und behalte die Kontrolle über sein Fahrzeug, denn: „Die schlechteste Reaktion ist ein Ausweichen.“ Dann drohe das Fahrzeug außer Kontrolle und in den Gegenverkehr zu geraten oder an einem Baum zu landen. Vor dieser Gefahr warnt auch Robert Oberfrank, Vorsitzender der Jäger-Kreisgruppe Donauwörth.

Die beiden schweren Unfälle hätten auch bei den Jägern für große Betroffenheit gesorgt, so Oberfrank gegenüber unserer Zeitung. Er glaubt nicht, dass ein erhöhter Abschuss der Tiere die Zahl der Unfälle senken könnte: „Es gibt keine einfache Lösung. Das ist eine ganz komplexe Angelegenheit.“ Aktuell zum Beispiel laufe das Abernten der Maisfelder auf vollen Touren. Große Flächen würden in wenigen Stunden kahl, und die Wildtiere, die sich wochenlang dort tummelten, gerieten in Panik. Deshalb sei besondere Vorsicht geboten.

Hinzu komme: Sowohl der Verkehr als auch dessen Geschwindigkeit nähmen zu. Durch die Bauart der Fahrzeuge – es entstehe schneller ein höherer Schaden – würden auch mehr Wildunfälle gemeldet als früher.

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