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06.03.2009

Windräder nahe Gansheim: Bürger sollen mitreden

Marxheim (wwi) - Der Steinbruch-Betreiber Ewald Berner aus Marxheim möchte nahe des Ortsteils Gansheim zwei große Windräder bauen, die pro Jahr zusammen schätzungsweise acht Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen könnten. Eine entsprechende Bauvoranfrage hatte nun der Gemeinderat auf dem Tisch. Eine Entscheidung trafen die Räte nicht. Sie stellten das Thema bis zur nächsten Sitzung zurück, die voraussichtlich im April stattfindet. "Wir möchten hier die Bevölkerung mit ins Boot nehmen", erklärt Bürgermeister Alois Schiegg.

Durch alle Instanzen

Das Thema Windkraft ist in der Kommune in mehrfacher Hinsicht ein heißes Eisen. So unternahm Berner bereits 2001 einen Anlauf, um auf einer Anhöhe nahe Marxheim zwei Rotoren zu errichten. Sechs Jahre lang kämpfte der Unternehmer für das Projekt, welches das Landratsamt und die Regierung von Schwaben ablehnten. Berner beschritt den verwaltungsrechtlichen Weg, klagte, ging durch alle Instanzen - und unterlag schließlich.

Jetzt unternimmt der 54-Jährige einen zweiten Versuch. Als Standort hat er sich den Höhenzug westlich von Gansheim ausgesucht. Das eine Windrad soll dem Lageplan zufolge fast genau einen Kilometer vom Dorf entfernt gebaut werden, das andere etwa 200 Meter weiter. Die beiden Bauwerke hätten eine Nabenhöhe von 138 Metern. Die Rotorspitze würde auf 180 Meter reichen. Ein Mast befände sich auf Privatgrund, der andere auf einer Gemeindefläche. Beide Areale müssten angepachtet werden.

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"Ich möchte das so schnell wie möglich realisieren", sagt Berner gegenüber unserer Zeitung. Verwirklichen will er das 7,5 bis 8 Millionen Euro teure Projekt am liebsten mit Privatanlegern aus der Region. Die könnten sich finanziell beteiligen und mit einer attraktiven Rendite rechnen. "Ich möchte etwas für die Bürger im Umfeld tun", so der Initiator. Der ist davon überzeugt, den richtigen Platz gewählt zu haben. Das Areal sei laut Regionalplan für eine solche Windkraftanlage geeignet. Einen Schattenwurf auf Gansheim gebe es vom geplanten Standort aus nicht. Die Geräusche, welche die Rotoren machen, würden in dem Dorf nicht mehr zu hören sein.

Die Unterlagen in Zusammenhang mit der Voranfrage im Gemeinderat enthielten freilich noch keine Gutachten dazu, sondern lediglich einen Lageplan und eine kurze Beschreibung des Vorhabens. Bevor die Kommunalpolitiker darüber entscheiden, wollen sie die Meinung der Bewohner hören. Bei der Bürgerversammlung in Gansheim in dieser Woche sei die Mehrheit von den Windrädern "nicht begeistert" gewesen, so der Eindruck von Schiegg. Bei einer gesonderten Informationsveranstaltung in dem Ortsteil werde das Vorhaben genauer beleuchtet. Neben den möglichen Auswirkungen auf die Umwelt sei auch die Frage, wann wie viel Gewerbesteuer fließen würde.

Das Thema Windrad beschäftigt die Gemeinde Marxheim auch an anderer Stelle. Bekanntlich möchte die Bavaria Windkraft GmbH unmittelbar hinter der Grenze zum Landkreis Neuburg-Schrobenhausen nahe des Marxheimer Ortsteils Burgmannshofen auf Kienberger Flur ein ebenfalls fast 180 Meter hohes Bauwerk dieser Art verwirklichen.

Bürger aus Burgmannshofen und die Gemeinde Marxheim klagen vor dem Verwaltungsgericht gegen die Windkraftanlage - wegen der Nähe zur Ortschaft. Im Hauptverfahren ist noch kein Urteil gefällt worden. Der Investor könnte derzeit auf eigenes Risiko bauen.

Sollen die Windräder bei Gansheim gebaut werden? Diskutieren Sie darüber bei uns im Internet unter www.donauwoerther-zeitung.de/forum

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