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Mertingen

26.01.2021

Wird zwischen Mertingen und Wertingen bald wieder ein Zug fahren?

An der ehemaligen Strecke des „Bähnles“ zwischen Mertingen und Wertingen erinnert eine alte Signalanlage an den früheren Betrieb.
Foto: Daniel Weigl

Plus Früher gab es im Zusamtal zwischen Mertingen und Wertingen eine Zugverbindung. Die Diskussion, diese wieder zu reaktivieren, ist neu entbrannt.

Viele ältere Mertinger haben gute Erinnerungen an "das Bähnle", das viele Jahre zwischen Mertingen und Wertingen verkehrte. Der Schienenbus war die ideale Anbindung für die Pendler und Menschen aus dem Zusamtal zum Umstieg in Mertingen in Richtung Augsburg und Donauwörth. Vor fast 25 Jahren wurde die Strecke stillgelegt, die Gleise abgebaut. Nun soll es Pläne für eine Wiederbelebung der ehemaligen Strecke geben.

In einer umfangreichen Auflistung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) aus Köln werden Mittelzentren im Bundesgebiet genannt, die ohne einen Bahnanschluss dastehen. Das Papier des Zusammenschlusses von rund 600 Firmen der Transportbranche zählt dabei, neben vielen weiteren Kommunen zwischen Flensburg und Sonthofen, auch Wertingen auf.

Manche sagen: „Ein schöner Traum, aber unrealistisch.“

Die Zeiten können nach Einschätzung des Kölner Lobbyverbandes kaum günstiger sein, zumal selbst die Deutsche Bahn nach ihren massiven „Streichkonzerten“ der Vergangenheit im Nahbereich zum Rückwärtsgang angesetzt hat. „Bei Streckenreaktivierungen schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Mertingens Bürgermeister Veit Meggle. Einerseits finde er die Idee aus ökologischen Grundüberlegungen sehr interessant, „andererseits müssen diese aber im konkreten Einzelfall auch wirklich sinnvoll sein.“

Bahnverbindung zwischen Mertingen und Wertingen: Das spricht dagegen

Bei der Bahnstrecke zwischen Mertingen und Wertingen handele es sich um eine vor Jahrzehnten stillgelegte Nebenstrecke. Die Grundstücke seien auch zum großen Teil verkauft worden. Der Gleiskörper, so Meggle, sei zwar weitgehend noch vorhanden, aber nicht mehr durchgängig. Für eine Reaktivierung würde also ein Grunderwerb und dann der Bau der gesamten Infrastruktur mit dem Gleis, Schienenquerungen und Haltepunkten notwendig werden.

„Wer könnte die Verbindung nutzen?“ fragt Meggle. Berufspendler sehe er nicht in großer Anzahl, nutzten die doch überwiegend das für sie viel komfortablere Auto. Sie seien dadurch flexibel. Das starre Bahnangebot könne nicht wirklich überzeugen, „solange sich die Unterhaltskosten eines Autos nicht wesentlich ändern“.

Mertingens Bürgermeister Veit Meggle
Foto: Barbara Würmseher

Auch die Schülerbeförderung sei nicht die Rettung. Heute würden Schüler bedarfsgerecht und nahe am Wohnort abgeholt. Künftig müssten Schüler dann die Bahn nehmen und möglicherweise längere Fußwege in Kauf nehmen. „Eine große Begeisterung wird dies nicht auslösen. Schließlich sei fraglich, ob Gelegenheitsfahrer das Angebot nutzen würden.

Erfahrungen aus der Reaktivierung der Hesselbergbahn

„Auch die Erfahrungen mit der Reaktivierung der Hesselbergbahn zeigen, dass ein solches Unterfangen mit großen Hürden verbunden ist. Als erstes muss der Nachweis des Bedarfs geführt werden. Hier müssen tausend Personenkilometer nachgewiesen. Der Freistaat setzt hier klare Grenzen.“ Meggle könne sich in der Zusammenfassung aller Argumente „derzeit nicht vorstellen, dass unter den genannten Voraussetzungen“ das „Bähnle“ wieder fahren könnte.

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27.01.2021

Zu: "Künftig müssten Schüler dann die Bahn nehmen und möglicherweise längere Fußwege in Kauf nehmen. „Eine große Begeisterung wird dies nicht auslösen."
Das würde einigen nicht schaden, wenn sie etwas Bewegung bekämen. Dann wären sie vielleicht etwas ausgeglichener.

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