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Monheim

20.07.2015

Wo der Handschlag noch etwas wert ist

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3 Bilder
Schon am frühen Morgen waren viele Menschen in die Monheimer Innenstadt gekommen, um sich den historischen Viehmarkt anzusehen, sich zu informieren und vielleicht auch das eine oder andere Tier zu kaufen.

Zum Abschluss des Stadtfestes gibt es ein Spektakel in den Morgenstunden.

von Helmut BissingEr

So viele Menschen hat die Monheimer Altstadt morgens um 6 Uhr wohl selten gesehen: Schon um diese Zeit gab es gestern kein Durchkommen mehr. Ein morgendliches Spektakel mobilisierte Jung und Alt: der historische Viehmarkt zum Abschluss des Stadtfestes.

Noch einige „Übriggebliebene“ vom Fest wärmten sich am Feuer, andere ließen sich schon Weißwürste schmecken. Schon weit vor 6 Uhr hatten die Vorbereitungen für den Auflauf begonnen. Die ersten Händler fanden sich allmählich mit ihren Tieren ein: Kühe, Rinder, Schafe, Ferkel, Gänse und so ganz exotische Züchtungen wie Pommernenten oder Sulmtaler Hühner.

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Die Boxen mit dem Kleinvieh waren längst belegt, als Hans Mederer aus Neumarkt in der Oberpfalz seine edlen Kaltblüter hereinführte. Tags zuvor waren sie beim Festzug ein Blickfang gewesen, jetzt konnte man sie aus der Nähe bewundern. „Unverkäuflich“, gesteht Mederer, der seine Pferde liebt, mit denen er gerne bei Festumzügen gesehen ist. Rund 20000 Euro müsste man für einen seiner „Belgier“ beispielsweise hinblättern. Doch auch dann, gesteht Mederer, würde er zögern.

Um kleinere Beträge geht es für Stefan Engelhard aus Warching. Er hat vier Ferkel anzubieten. „Interessenten gibt es schon, aber keiner, der ein Tier dann auch wirklich mitnehmen würde“, sagt Engelhard. Für einen seiner Glücksbringer müsste er schon 65 Euro bekommen, macht der den Umstehenden klar. Mit einem Handschlag könnte man das Geschäft perfekt machen.

Unterdessen herrscht dichtes Gedränge: bei den Kühen ebenso wie bei den Geißböcken, die ihre Besitzer ganz schön in Trab halten. Einer reißt aus und sorgt für große Belustigung im Publikum. Die ganz Kleinen zieht es zu den Hasen – beispielsweise zu den Deutschen Riesen von Andreas Wild aus Wittesheim.

In der Nähe des Rathauses hat Werner Dörutlein aus Treuchtlingen seine Tiere in Boxen untergebracht. Er ist Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Treuchtlingen. Was er mitgebracht hat, sind echte Raritäten: Tiere, die teilweise sogar auf der Roten Liste der bedrohten Kreaturen zu finden sind. Geduldig erklärt er den Interessenten, was sie sehen, darunter eine rehfarbig gefärbte Laufente mit langem Hals oder die Sulmtaler Hühner, aus der Steiermark in Österreich stammend. Aber auch bei ihm gilt: „Unverkäuflich!“

Was die wenigsten wissen: Die weitreichende Tradition des Monheimer Viehmarktes datiert zurück bis ins Jahr 1520. Das Feilschen um Klein- und Großvieh war zur damaligen Zeit und lange danach einzigartig.

Einiges los ist an den Verpflegungsständen des Stadtfestes. Es gibt „Viehmarktschmankerln“ oder ein ganz normales Frühstück. Viele halten einen Maßkrug mit Bier in der Hand. Erst als das Staunen und vielleicht da und dort auch das Feilschen vorbei waren, ging das Stadtfest auf die Zielgerade. Gestern Mittag war dann endgültig Schluss.

Bei uns im Internet

Mehr Fotos vom historischen Viehmarkt finden Sie unter

donauwoerther-zeitung,de/bilder

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