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Geheimnisvolle Orte

12.01.2019

Wo es im Landkreis Donau-Ries spuken soll

Der wohl bekannteste, mystische Ort im Landkreis ist die Uhlbergkapelle. Im Internet ist der Ort oft beschrieben und wird als „Lost Place“ (verlorener Platz“) mit Spukpotenzial gehandelt. Leider hinterlassen die Besucher oft Scherben, Dreck und weitere Spuren des Vandalismus.
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Der wohl bekannteste, mystische Ort im Landkreis ist die Uhlbergkapelle. Im Internet ist der Ort oft beschrieben und wird als „Lost Place“ (verlorener Platz“) mit Spukpotenzial gehandelt. Leider hinterlassen die Besucher oft Scherben, Dreck und weitere Spuren des Vandalismus.

Plus Im Landkreis Donau-Ries gibt es viele geheimnisvolle Orte, an denen sich bis heute sagenumwobene Gestalten herumtreiben sollen. Alles nur Legende?

Einsamkeit, alte Mauern und noch ältere Legenden – der perfekte Nährboden für Spukgeschichten. Im Landkreis Donau-Ries gibt es viele solcher Orte, an denen der Wanderer mit einem mulmigen Gefühl seine Schritte setzt. Denn wenn es um einen herum immer stiller wird und die Zivilisation in weite Ferne rückt, dann kann man sich vielleicht dem ein oder anderen Gedanken an Sagenhaftes nicht erwehren.

Früher wurden die Spukgeschichten in kalten Nächten am Kachelofen weitererzählt, heute werden sie per Internet weitergetragen. Die Webseiten listen „kraftvolle Orte“, „Orte der Angst“, „Lost Places“ (verlorene Orte) auf oder versprechen „Horrorfakten“. Auch Geocacher – Schatzsucher mit digitalem Gerät – haben die mystischen Orte gerne zum Ziel ihrer Touren. Wir haben die schönsten „Spukgeschichten“ für Sie zusammengetragen – also bitte nicht fürchten.

Am Dossweiher nahe Wemding fahren drei weiß gekleidete Nonnen in einem Kahn – oder? 


Doosweiher: Nicht nur in Wemding erzählt man sich die Geschichte der drei weißen Nonnen, die sich am romantischen Doosweiher oder nahe der alten Waldkapelle Sandbrunn in der Nacht zeigen sollen – allerdings nur dem „Rechtschaffenen“, wie es im Buch „Liebenswertes Wemding“ von Georg Schlecht heißt. Die Gottesfrauen fahren mit einem prächtigen Kahn in strahlend weißen Kleidern und heben sich von der silbernen Wasserfläche ab. „Wie angewurzelt bleibt da vor Schrecken der von solchem Zauber Überraschte stehen“. Die Nonnen singen und gehen auf den Besucher zu, der sich mit klopfendem Herzen in einem Traum wähnt.

Christgarten: In den Brunnen des Weilers Christgarten zwischen Ederheim und Aufhausen soll es nachts säuseln, wie Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler weiß. Man erzählte sich, dass es um Mitternacht aus dem Brunnen sprudelte, gurgelte und gar Hexen hervorkamen. Wer zu spät vom Stammtisch kam, der wurde „verkratzt und zerzaust in den Straßengraben gezerrt.“ Das Dorfwirtshaus „Zum Schwan“ gibt es übrigens immer noch.

Eine andere Geschichte erzählt man sich von der alten Hoppelmühle bei Christgarten. Ein Müller entdeckt am Abend eine schimmernde Schlange im Bach. Die Schlangenkönigin sättigt sich am Mehl, obwohl gerade eine Hungersnot herrscht und der Müller rationiert. Doch die Großzügigkeit des Mannes wurde belohnt, er litt keine Not.

Der Uhlberg: Der wohl bekannteste mystische Ort im Landkreis ist die Uhlbergkapelle nördlich des Wolferstädter Ortsteils Zwerchstraß zur Grenze nach Franken. Dort soll eine weiße Frau zwischen den Ruinen des ehemaligen Gotteshauses erscheinen – das ist für zumindest für Mystik-Fans der Anlass, sich immer wieder zwischen den alten Gemäuern, die nur über holprige Forstwege zu erreichen sind, zu treffen. Leider sind die Spukgeschichten wohl auch der Grund für zunehmenden Vandalismus an diesem sonst so geheimnisvollen und absolut abgelegenen Ort.

Mertinger Höll und Hundswinkel: Gespenstische Reiter, die im Sturm mit jochendem Schrei durch die Lüfte fahren – Geschichten über „Das wilde Gejäg“ kann Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler erzählen. Bis heute glaube so mancher daran, sich in den dunklen Nächten vor bösen Geistern schützen zu müssen. „Hexen, die auf Besen reiten, gehörten schon zur Vorstellung unserer Vorfahren“, sagt Dettweiler. Sämtliche Sagen, die im Ries genauso erzählt wurden wie im Lechgebiet, hätten stets eines gemeinsam: „Die Erscheinung ist immer mit Lärm und Getöse verbunden, oft auch mit Nebel und Sturm“, sagt er. Übrigens erzählt man sich bis heute Geschichten über das „Wilde Heer“ im Hundswinkel bei Oettingen. Dort wurden in einer Winternacht Bauersleute von seltsamem Spuk heimgesucht, der mit fürchterlichem Lärm, „Hussa-Halli-Hallo-Rufe“ und Klopfen am Fenster einherging.

Bei den drei Steinen am Rennweg nahe Amerdingen soll die Seele eines Kurierreiters Unruhe verbreiten. 


Rennweg bei Amerdingen: Im Wald südlich von Amerdingen soll von Zeit zu Zeit ein wilder Reiter spuken. Bei drei Steinen – einst Zeugen einer wichtigen Grenze im Wald –, tobt er. Seine Geschichte dazu geht so: Als Kurier war der Reiter mit einer wichtigen Botschaft unterwegs nach Wien, als er von einem rot gewandeten Reiter mühelos eingeholt wurde und zum Anhalten verleitet wurde. Habgierig auf den Goldschatz, tauschte der Kurier seinen Botenbrief – und auch sein Leben. Das Klagen des Reiters will so mancher Wandersmann noch heute im Wind hören.

Die Ruinenkirche Übersfeld bietet rein optisch jede Menge Stoff für unheimliche Geschichten. 


Ruinenkirche Übersfeld: Die katholische Kirche St. Wolfgang zwischen Übersfeld und Blossenau wird seit 1542 nicht mehr genutzt und ist dem Verfall preisgegeben. Heute stehen davon nur noch die Nord- und Westseite. Es gibt eine kleine Mariengrotte. In seinem Internetblog beschreibt der Ingolstädter Stephan Gröschler seine jüngsten Erlebnisse dort. In seiner Freizeit besucht er „kraftvolle Ort“ in ganz Bayern und schreibt darüber auf seiner Internetseite, die auch Ausflugstipps gibt. Als der an der Ruinenkirche fotografierte, sah er eine andere Person auf der Ostseite. Als er dorthin ging, um mit dem Mann zu sprechen, war niemand mehr zu sehen. „Plötzlich erhob sich auch dem alten Apfelbaum neben mir mit einem Schrei ein riesiger Greifvogel und erhob sich unter schweren Flügelschlägen“, schreibt er.

Leberholz: Im Wäldchen zwischen Lochenbach im Ries und Dornstadt (Baden-Württemberg) soll nachts der Bauer, dem der Leberhof gehört hatte, vom Teufel geritten worden sein. Wie Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler weiß, versetzte Grenzsteine, schlug Brennholz im fremden Wald und wilderte im Tierbestand des benachbarten Forstes. Da er zur Strafe keine Ruhe finden kann, plagt er die Fußgänger als „Lebermännla“. Denn wer sich da zu Fuß den Berg hinauf quält, dem setzt sich der Geist des teuflisch gewordenen Bauern auf die Schultern, sodass es arg schwer vorangeht. Nur ein Gebet könnte den Wandersmann von der Last befreien, heißt es. Dettweiler sagt mit Augenzwinkern: „Erst in den letzten Jahren wurde es ruhiger um das Lebermännlein. Kein Wunder, fährt doch fast jeder mit dem Auto.“

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