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Landkreis 

14.08.2019

Wo gibt es weitere Todesfallen?

Die Wasserwacht untersucht Gefahrenstellen, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Ein Unglück wie das in Münster, bei dem vor dreieinhalb Wochen ein Familienvater ertrank, soll sich nicht wiederholen. 
Bild:  Michael Haller

Nach dem Unglück von Münster werden Wasserwacht und DLRG aktiv, damit Vergleichbares nicht an anderen Stellen im Kreis passiert. Kommunen sollen Gefahren melden.

Das Unglück von Münster ist noch nicht vergessen. Vor dreieinhalb Wochen war ein Mann an einem Altwasserarm des Lech in eine tückische Strömung geraten, als er seinen Hund und seine Frau retten wollte. Er kam dabei ums Leben. Die Stelle, an der das passierte, war für viele Bürger im Umkreis bisher als angenehme Badestelle bekannt – das Wasser des Lechs ist besonder frisch.

Die Wasserwachten und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Landkreis Donau-Ries haben aufgrund des tragischen Unfalles im Fließgewässer bei Münster nun eine Unfallkommission gegründet. Die möchte sich intensiv mit dem Thema der Wassersicherheit an natürlichen Seen und Fließgewässern befasst und ergründen, ob es im Landkreis ähnliche Stellen an Fließgewässern im Landkreis gibt. Falls ja, könnten dort Vorkehrungen getroffen werden, dass ein weiteres Unglück dieser Art nicht mehr passiert.

Die Wasserrettungsorganisationen verfolgen dabei das gemeinsame Ziel, dass die Fließgewässer, Seen und Bäche im Landkreis Donau-Ries noch sicherer gemacht werden. „Als Ansprechpartner für Wassersicherheit wollen wir allen Kommunen im Landkreis Donau-Ries zur Seite stehen und bieten dabei die Möglichkeit an, dass jede Gemeinde bekannte Wassergefahrenstellen (Fließgewässer, Seen, Bäche oder anderes) in ihrem Gemeindegebiet an unsere Wasserrettungsorganisationen melden kann“, sagt Pressesprecher Michael Dinkelmeier von der Kreiswasserwacht Nordschwaben.

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Gemeinsam werden Gefahrenstellen begutachtet

Gemeinsam mit den Verantwortlichen der jeweiligen Gemeinde werde vor Ort die entsprechend gemeldeten Stellen begutachten und die Gefahren analysieren. „Zusammen wollen wir erörtern, welche Maßnahmen für mehr Wassersicherheit an den gemeldeten Wasserstellen getroffen werden kann“, erklärt Dinkelmeier. Das könnten beispielsweise Warnschilder oder ein installierter Rettungsring sein.

Die Gefahrenanalyse erfolgt unverbindlich und kostenfrei durch die Wasserrettungsorganisationen und soll im ersten Schritt eine Empfehlung für mehr Wassersicherheit darstellen.

Initiative wird durch Landrat Rößle unterstützt

Die Einsatzkräfte warnen besonders davor, dass oftmals von sehr idyllischen Wasserstellen eine enorme Gefahr aus geht, die letztendlich im Fließgewässer auch tödliche Folgen mit sich bringen kann. Die Gefahr und Kraft des Wasser wird dabei oftmals von Schwimmern unterschätzt. Die Initiative der Wasserrettungsorganisationen wird von Landrat Stefan Rößle unterstützt. Um gemeinsam mit den Gemeinden im Landkreis Donau-Ries für noch mehr Wassersicherheit zu sorgen, appelliert der Landkreischef an alle Kommunen, das Angebot der Wasserrettungsorganisationen für eine unverbindliche und kostenfreie Gefahrenanalyse in ihrem Gemeindegebiet anzunehmen. Rößle: „Die Einsatzkräfte fungieren im Landkreis Donau-Ries als zuverlässige Partner, wenn es um die Sicherheit an und im Wasser geht“.

Bei Interesse an einer Gefahrenanalyse haben die Kommunen Gelegenheit ihren Bedarf zentral über das Büro des Landrats bis spätestens 30. September 2019 zu melden. Im Anschluss daran daran werden dann die vor Ort-Begehungen stattfinden. (dz)

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