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Stadtrat

23.04.2019

Wohin mit Abwasser aus Rehau und Weilheim?

Das Abwasser aus den Ortsteilen Rehau und Weilheim könnte bald in der modernen Kläranlage in Monheim aufbereitet werden.
Bild: Tanja Sonntag

Sollen die bestehenden Kläranlagen vor Ort saniert werden oder lieber alles in die moderne Anlage nach Monheim geleitet werden? Warum das auch von Otting abhängt.

Wie sieht die Zukunft der Kläranlagen in den Monheimer Ortsteilen Rehau und Weilheim (dort gemeinsam betrieben mit Otting) aus? Dies war Thema der jüngsten Stadtratssitzung, wo gut 90 Minuten ausführlich über die Möglichkeiten informiert und diskutiert wurde. Einen Entschluss gab es noch nicht, doch die Weichen für einen Entscheid wurden gestellt.

Barbara Dziobek und Regine Schatz vom beauftragten Ingenieurbüro Dr. Resch & Partner (Weißenburg) präsentierten dem Gremium ihre Studie über die Ertüchtigung der beiden Kläranlagen. Dabei erläuterten sie zunächst den aktuellen Stand. So ist die Anlage Otting/Weilheim auf 1200 Einwohner ausgelegt, die Einleitungserlaubnis läuft noch bis Ende 2026. In Rehau endet die Betriebserlaubnis bereits Ende 2022, die Anlage ist auf 270 Einwohner ausgelegt. In ihrer Studie – die zusammen mit der Gemeinde Otting in Auftrag gegeben wurde – hatten die Planerinnen die Anlagen analysiert, die Möglichkeiten von Fördergeldern ermittelt sowie insgesamt sechs Varianten für die Ertüchtigung erarbeitet.

Varianten kosten zwischen 2,3 und 5,1 Millionen Euro

Die verschiedenen Varianten zeigen die unterschiedlichen Möglichkeiten auf, wie die Kläranlagen in den beiden Ortsteilen in Zukunft arbeiten könnten. Dies ging von einer Sanierung am jetzigen Standort über Anschlüsse via Rothenburg an die moderne Kläranlage in Monheim, eine gemeinsame Kläranlage für Otting/Weilheim und Rehau bis hin zur Ableitung in den Möhrenbach bei Gundelsheim. Die geschätzten Kosten der sechs Varianten unterschieden sich dabei je nach Aufwand sehr stark zwischen 2,3 und 5,1 Millionen Euro. Berücksichtigt wurden laut den Planerinnen Dziobek und Schatz in der auf 50 Jahre ausgelegten Kostenvergleichsrechnung die reinen Investitionskosten, der jährliche Betriebsaufwand sowie eventuelle Reinvestitionskosten. Die staatliche Förderung habe sich zuletzt verbessert, so könnten pro erstmals gebautem Kanal 150 Euro pro Meter bezuschusst werden. Insgesamt sind mindestens 50 Prozent und maximal 90 Prozent der Ausgaben förderfähig.

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Auch der städtische Abwassermeister Wolfgang Wild durfte seine Sicht der Dinge äußern: „Für mich gibt es nur eine Variante: Alles nach Monheim! Wir haben hier einen modernen Standort und auch die nötigen Kapazitäten, um die beiden Ortsteile aufzunehmen. Wir müssen es nur herbringen.“ Zudem wäre diese Alternative für das Team der Kläranlage mit deutlich weniger Arbeitsaufwand verbunden. Wild kritisierte, dass bei der Kläranlage Otting/Weilheim von der Nachbargemeinde wesentlich mehr Fremdwasser zu verbuchen sei.

Mehrere Ratsmitglieder meldeten sich nach der Präsentation zu Wort. So meinte Uwe Kaspar (CSU): „Wir sollten die Worte von Wolfgang Wild aufgreifen. Ich sehe keine andere sinnvolle Möglichkeit.“ Ähnlich äußerte sich Norbert Meyer (SPD), der sich erkundigte, wie man in so einem Falle aus dem Verbund mit Otting herauskommen könnte. Gerhard Leinfelder, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, informierte, dass bei diesem politischen Wunsch die Zweckvereinbarung hinterfragt werden müsse. Er machte aber auch klar, dass man „auf jeden Fall miteinander auskommen muss“. Prinzipiell sollte jedoch die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen, nicht die Emotion. Leinfelder: „Am Ende zahlt der Bürger.“

Josef Steinhart (PWG) erinnerte an die Philosophie der vergangenen Jahre, nach Möglichkeit alle Kläranlagen der Ortsteile an das zentrale Werk in Monheim anzuschließen. Dieses laufe seit 17 Jahren problemlos und sei technisch immer noch auf dem neuesten Stand.

Mit Sicht auf den Vertragspartner Otting meinte Steinhart augenzwinkernd: „Monheim first!“ Seine Fraktionskollegin Anita Ferber plädierte dafür, Otting auf jeden Fall mit ins Boot zu nehmen. „Wir müssten wissen: Was wird dort geplant?“

Für Peter Bullinger (CSU) wäre es interessant gewesen, den Kostenanteil der gemeinsam betriebenen Anlage Otting/Weilheim für die Jurastadt zu sehen, was jedoch nicht möglich war. Alfons Meier (MUM) erkundigte sich bei Abwassermeister Wild, ob die Kapazität der Monheimer Kläranlage auch für einen Anschluss der Gemeinde Otting ausreiche, was dieser bejahte. „Das wäre doch optimal“, meinte Meier, „je mehr Bürger dabei sind, desto günstiger wird es für alle.“

Weitere Gespräche mit Ottinger Vertretern

„Es war uns wichtig, sich einen Eindruck zu verschaffen“, bilanzierte Bürgermeister Günther Pfefferer. Er kündigte weitere Gespräche mit den Ottinger Vertretern an. Derweil erhielt Regine Schatz als Inhaberin des Ingenieurbüros den Auftrag, eine siebte Variante zu erstellen, die den Anschluss der beiden Kläranlagen Rehau und Otting/Weilheim nach Monheim sowie die günstigsten Möglichkeiten dafür beinhaltet.

Die mehrfach erwähnte Gemeinde Otting hatte Anfang des Monats ihren Haushalt für dieses Jahr verabschiedet (DZ berichtete). Dabei informierte Bürgermeister Johann Bernreuther, dass die Kommune in den kommenden Jahren rund drei Millionen Euro für die Sanierung des Kanalsystems ausgeben müsse. Die Schadstellen seien über den gesamten Ort verteilt. Für 2019 wurden 300000 Euro in den Etat aufgenommen. Nach Planung und Ausschreibung sollten in diesem Jahr möglichst auch noch die ersten Arbeiten starten, so Bernreuther.

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