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Gemeinderat

28.07.2020

Wohngebiet kontra Feldlerchen in Wolferstadt

Zuletzt wurde in Wolferstadt dieses Wohgebiet geschaffen. Dort sind inzwischen aber alle Parzellen verkauft.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Geschützte Vögel machen Ausgleichsmaßnahmen für geplantes Baugebiet nötig. Zudem sollen im Ort Baulücken gefüllt werden.

Die Gemeinde Wolferstadt ist aktuell auf zwei Feldern aktiv, um Interessierten im Kernort den Bau von Wohnhäusern zu ermöglichen. Zum einen wird am südlichen Ortsrand ein neues Baugebiet namens „Kühberg“ ausgewiesen. Zum anderen soll der Bebauungsplan „Streitäcker II“ geändert werden. Dort gibt es einen ungewöhnlich hohen Anteil an unbebauten Grundstücken.

Das neue Wohngebiet „Kühberg“ soll in Wolferstadt den Bedarf für die nächsten Jahre decken. Momentan habe die Gemeinde keine Parzelle mehr zu verkaufen, berichtet Bürgermeister Philipp Schlapak. Auf dem rund drei Hektar großen Areal könnten einem Entwurf zufolge insgesamt etwa 25 Parzellen entstehen.

Experten entdecken am "Kühberg" gleich vier Brutpaare der Feldlerche

Um auf den Acker- und Wiesenflächen überhaupt Wohnland schaffen zu können, sind freilich einige Hürden zu überwinden. So ist in solchen Fällen zwingend ein Artenschutzgutachten vorgeschrieben, um festzustellen, ob schützenswerte Pflanzen oder Tiere betroffen sind. Auf besagten landwirtschaftlichen Flächen am „Kühberg“ entdeckten Experten gleich vier Brutpaare der Feldlerche. Die Folge: Es muss ein Konzept erarbeitet werden, mit welchen ökologischen Maßnahmen der Wegfall des bisherigen Lebensraums ausgeglichen werden könnte.

Darüber wurde nun der Gemeinderat informiert. Demnach schlagen Fachleute als Ersatz sogenannte Lerchenfenster vor. Nach Auskunft Schlapaks handelt es sich dabei inmitten von Äckern um 20 Quadratmeter große Flächen, die nicht angesät werden. Die Hoffnung der Experten: Die Vögel weichen in diese „Fenster“ in bestimmten Lagen auf freiem Feld und ein Stück entfernt vom Waldrand aus.

Das Problem mit den Lerchen ist nach Ansicht des Bürgermeisters lösbar, erfordere jedoch einen enormen Aufwand. Aus den Reihen der Räte seien Zweifel laut geworden, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen auch wirklich funktionieren. In jedem Fall müssten neben Behörde und Biologen auch die Landwirte mit ins Boot geholt werden.

Ein weiteres Thema im Baugebiet „Kühberg“ ist die Entwässerung. Hier berichtete ein Planer, dass das Oberflächenwasser, das auf den Grundstücken anfällt, auf diesen auch versickern könnte. Dies habe Bodengutachten ergeben. Damit müsste das Wasser auch nicht in den Beidebach eingeleitet werden.

In altem Wohngebiet sind noch 18 Parzellen unbebaut

Im Wohngebiet „Streitäcker II“ haben die Räte das Verfahren gestartet, mit dem der Bebauungsplan geändert werden soll. Grund: In dem weitläufigen Bereich, der Ende der 1970er Jahre ausgewiesen wurde und die Friedrich-, Ottheinrich-, Tiemo-, Ulrich- sowie Wolframstraße umfasst, sind noch immer 18 Parzellen unbebaut. Alle befinden sich in Privateigentum und es besteht kein Bauzwang.

Jedoch gibt es Schlapak zufolge inzwischen mehrere Bauinteressenten. Der Haken: Die Festsetzungen im bisherigen Bebauungsplan entsprechen nicht mehr unbedingt dem heutigen Geschmack. Ziel der Änderung sei, das Gebiet den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. So sollen beispielsweise zweistöckige Gebäude mit flachem Dach zugelassen werden – und andere Bauformen.

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