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03.06.2009

Zeit der faulen Papiere

Die Überraschungen in der Finanzwelt sind für den Hobby-Gärtner erlebter Alltag. Die Medien melden immer neue Sensationen der Finanzkrise und berichten über Fässer ohne Boden in Banken und Konzernen. Wer in Salat, Kohlrabi und Blumenkohl investiert, hat das unberechenbare Weltgesetz von Verlust und Gewinn längst begriffen.

Der Gartenfreund weiß: Ameise, Schnecke und Blattlaus übernehmen in seinem Spekulationsbereich die Rolle von Wertvernichtern nach dem Muster von Lehman Brothers. Und wenn der Gärtner über prächtigen und welkenden Pflanzen die Gießkanne leert, erinnert er an staatliche Sanierungspläne, die erfolgreiche Konjunkturritter und Spitzbuben gleichermaßen aufblühen lassen.

Als Millionen Menschen faule Papiere kauften, hätte man eine internationale Gärtnerkonferenz einberufen müssen. Sie hätte der investierenden Menschheit mitgeteilt, dass sich Blüte und Dürre, Wachstum und Mangel ablösen. Und so hätte man erfahren, dass nichts in den Himmel wächst. Vielleicht wäre dann der Hobby-Spekulant vor faulen Immobilienkrediten so zurückgeschreckt wie der Gärtner vor der Blattfäule.

In unserer Epoche der faulen Papiere bleibt nur noch zu hoffen, dass sich der römische Dichter Iuvenal geirrt hat, als er schrieb: "An der Räude eines Schafs oder am Grind eines Schweins stirbt die ganze Herde auf den Feldern und eine Traube bezieht ihre Fäule vom Anblick einer faulen Traube."

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