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Frühjahrskonzert

03.05.2018

Zeit für einen unvergesslichen Abend

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Vor 40 Jahren waren sie beim ersten Jugendkonzert dabei. Und auch heute noch gehören sie zu den Aktiven in der VMT: (von links) Stefan Keller, Gabi Pfefferer, Erwin Schiele, Otmar Kunz, Alexander Helber und Max Schnepf.

Die Vereinigte Musikkapelle Tapfheim widmete sich musikalisch dem Faktor Zeit. Eine Reise durch Kompositionen verschiedener Jahrhunderte und unterschiedlicher Genres

„Zeit rinnt wie Sand durch die Finger“ – so symbolisch zitierte Vorstand Stefan Keller den Faktor Zeit in unterschiedlichen Nuancen beim Frühjahrskonzert der Vereinigten Musikkapelle Tapfheim. Und in der Tat verging die Zeit wie im Flug bei der musikalischen Reise durch die Konzertetappen, eine davon sogar bis zum Sternenhimmel.

Den Lauf der Zeit verdeutlichte die Jugendkapelle augenscheinlich. Erstmals vor 40 Jahren traten deren Mitglieder unter Johann Kieweg öffentlich auf. „City 200“, das Arrangement von Walter Tuschla erforderte intensive Probenarbeit, wie Bürgermeister Karl Malz erinnerte, und genau zu diesem Stück mischten sich aus der Stammkapelle die heute noch aktiven Gründungsmitglieder Stefan Keller, Gabi Pfefferer, Erwin Schiele, Otmar Kunz, Alexander Helber und Max Schnepf unter „das Herzstück der VMT“. Dieser „Zeitreise“ vorausgegangen waren die Beiträge der Jugendkapelle unter Angela Pflüger.

Mit der packenden Filmmusik „Game of Thrones“ begaben sich die Jungmusiker in die mythische Welt einer erfolgreichen Fernsehserie, und sich wiederholende Tonfolgen prägten den Sound zum fulminanten Top. Nahezu im Marschschritt eröffneten „Ameisen“ den „Karneval der Tiere“, Querflöten ließen Grillen zirpen, und mit mächtigem Paukenschlag erschien der Insektenfresser, bis dann der Käfertanz den musikalischen Blick in die Tierwelt abschloss. Freude und Liebe zur Musik verdeutlichten die Jugendlichen im Konzertwerk von Dizzy Stratford „Friends for Life“. Schnellen Schrittes, flott und Stolpersteine liegen lassend musizierte der gut ausgebildete Nachwuchs nach Spanien und Ungarn. „Gypsy Dance“ von Joseph Compello bot die Gelegenheit, beim Zigeunertanz instrumentales Können zu untermauern. Pop, Rock, Klassik, die vielschichtigen Musikrichtungen interpretiert das Medley „Eine kleine Rockmusik“, und durch die klare Zeichensetzung der Dirigentin gelang in Anlehnung an Mozarts kleine Nachtmusik „a’ ganz b’sonders Stück’l“. Zusammen mit sechs Jungmusikerinnen, die den Sprung vom Vororchester in die Jugendkapelle schafften, entwickelte sich die Zugabe mit „Military Escort“ zum Klatschmarsch und der mit Beifall unterlegten Anerkennung für die gut 30 Musikantinnen und Musikanten.

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Mit einem „nagelneuen“, erst 2016 vom jungen Komponisten Timo Dellweg geschaffenen Werk eröffnete die VMT-Stammkapelle unter Simon Keller ihren Part und huldigte fulminant und schwungvoll „Kaiserin Sissi“, der Namensgeberin zu diesem Konzertmarsch. Leise und gefühlvoll starteten die über 50 Musikerinnen und Musiker mit den Konzertgästen in ferne musikalische Galaxien. Am Sternenhimmel funkelte „Cassiopeia“ von Carls Marques und entwickelte sich zum Kernstück des Programms. Mal pathetisch, dann lyrisch, unbeschwert oder mit einem gewaltigen Tutti zelebrierte das Orchester dieses sinfonische Gedicht aus der griechischen Mythologie. Mal mit Stab, mal per Hand forderte Dirigent Simon Keller die ganze Leistungsmöglichkeit seines Blasorchesters, die von Markus Stadelmaier Trompeten solistisch ergänzt wurde.

Amerikanischer Big-Band-Sound ebnete den Weg auf die Erde zurück, und die virtuose Ballettmusik von Peter Tschaikowskis „Nussknacker Swing“ veranlasste Aktive, erheiternd sogar echte Nussknacker ins Spiel zu bringen. Als Reminiszenz an die vielfältige Unterstützung der Vereinigten Musikkapelle durch Stefan Keller widmete diese „Stephans Polka“ von Alexander Pfluger ihrem rührigen Vorstand. Bei diesem Paradestück der Tenorhörner ließ selbst der Dirigent Mosch-Züge erahnen. Nostalgischen Charme mit modernen Stilelementen servierten die Tapfheimer Musikanten im „Weissen Rössl“ als Melodienfolge aus dem Singspiel von Robert Stolz. Das einfallsreich gestaltete Potpourri ließ die bekannten Melodien in neuem Glanz erstrahlen und manche Zuhörer zumindest mitsummen.

Als Blasorchester zwar einem anderen Genre zuzurechnen, aber in Anlehnung an den traditionellen Konzertabschuss der Berliner Philharmoniker beendete die „Berliner Luft“ von Paul Linke eine farbenfrohe musikalische Reise durch die Zeit. Mit launigen Worten kommentierte Simon Keller die geforderte Zugabe und traf mit dem „Laridah-Marsch“ von Max Hempel genau den Geschmack der Gäste. Und so waren die überaus zahlreichen Konzertbesucher in der Sporthalle von ihrer Entscheidung vollkommen überzeugt, sich Zeit genommen zu haben für einen unvergesslichen Abend.

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