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Herbert und Schnipsi

30.03.2019

Zeitreise für die Akteure wie fürs Publikum

Ein höchst fideles Ehepaar: Herbert und Schnipsi.
Bild: Helmut Bissinger

Wie die beiden Komiker in der Monheimer Stadthalle mit ihrem ganz eigenen Stil begeisterten

Eigentlich hätte man sie fragen wollen, ob sie sich im Laufe ihrer Karriere verändert haben. Aber von Sketch zu Sketch kommt die Antwort: Die Gags haben sich mit dem Anspruch des Publikums verändert. Hanns Meilhamer ist mit Claudia Schlenger als Herbert und Schnipsi unterwegs, aber war schon vorher Kabarettist. Wie diese Zeit so war, vermittelte er vor rund 500 Zuschauern in diesem „Best-of-Programm“ immer wieder.

Die Zeitreise durch die eigene Bühnengeschichte begann mit einem der frühesten Sketche von Herbert und Schnipsi. Darin spielen sie ein Ehepaar, das sich, anstatt wie jedes Jahr nach Rimini zu fahren, für einen Campingurlaub in Schweden entschieden hat. Herbert versucht erfolglos, zu angeln, was vielleicht auch daran liegt, dass seine Köderauswahl aus einem Keks besteht, während Schlegel als die Ehefrau vom Campari am italienischen Strand träumt.

Das hätten sie praktisch selbst erlebt, gesteht Hanns Meilhamer. Von ihren ersten Gagen hätten sie sich einen VW-Bus gekauft und seien nach Schweden gefahren. Regen und Moskitos machten ihnen gehörig zu schaffen, und „nachdem wir diese Qualen überstanden haben, habe ich zu ihm gesagt, jetzt können wir auch gleich heiraten“, erklärte Claudia Schlenger.

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Mit unverfälschtem Humor und authentischer Ausstrahlung spielen sie die menschlichen Unzulänglichkeiten. Das Schöne dabei: Jede Pointe wirkt ungekünstelt, als würde sie spontan über die Lippen kommen. Herbert und Schnipsi bringen ihr Publikum unbeschwert zum Lachen. Er wundert sich, dass er vor der Atemschulung nicht schon längst erstickt war. Sie kämpft um den Charme ihres Gegenübers, er liest die Bildzeitung eines Gastes im Kaffeehaus, der gar nicht da ist: Den durfte sich das Publikum einfach vorstellen.

In 35 Jahren auf der Bühne ist einiges an Material zusammenkommen. Sie wollten aber, so das Versprechen, „nur die Besten spielen und vielleicht auch ein paar von den zweitschlechtesten“, erklärt Herbert. Kult ist seine Nummer, bei der er aktuelle Artikel aus der Bild-Zeitung singt. „Ufos. Grüne Kugeln verfolgen sieben Passagierflugzeuge“, ist einer der frühen Knaller.

Nicht nur Herbert und Schnipsi stehen mittlerweile seit 35 Jahren auf der Bühne, ebenso lange scheinen ihre Anhänger sie zu mögen. Bei der Zielgruppe kommt das Programm an, denn Herbert und Schnipsi bleiben sich treu. Sie sind nicht nur auf Lacher aus, sondern bauen einen Sketch auf, entwickeln die Szene und unterscheiden sich dadurch von jungen Kabarettisten, die glauben, im Wort-Feuerwerk den Erfolg zu finden. Das Publikum erlebt zwei amüsante Stunden, losgelöst vom Alltag.

Teilweise sind die Sketche und Lieder vor allem komisch. Ein Passbild des jungen Hanns Meilhamer mit langen Haaren sorgt ebenso für Heiterkeit wie ein Schlaflied, das liegend auf der Bühne gesungen wurde. Immer wieder beweist sich Meilhamer, lange mit seiner Band „Herbert und die Pfuscher“ unterwegs, als passionierter Musiker. Manche Nummern scheinen ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein. Aber auch das kommt an.

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