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Kleinkunst

17.12.2019

Zitterlametta im Thaddäus

Die Mehlprimeln, zusammen mit Konstanze Kraus und Thomas Schechinger, verzauberten die Zuhörer mit einem heiteren besinnlich-satirischen Abend.
Bild: Graf

Die Mehlprimeln und Gäste verzauberten die Zuhörer mit der traditionellen Kultveranstaltung „Schöne, wilde Weihnacht“

Traditionelle Weihnachtslieder hat man dieser Tage oft genug im Ohr. Muss man dann noch auf eine Veranstaltung, die sich „Schöne, wilde Weihnacht“ nennt? Muss man! Denn dieses Weihnachtsprogramm hat es in sich – und ist bereits Kult. Die Mehlprimeln luden jetzt auf die Kleinkunstbühne im Kaisheimer Thaddäus. Und sie hatten sich zwei grandiose Musiker mit ins Boot geholt: Konstanze Kraus an der Harfe und Thomas Schechinger mit Klarinette und Zither.

Die Mehlprimeln – das sind Reiner und Dietmar Panitz – die seit über 40 Jahren auf den Bühnen Deutschlands spielen und aufrühren, haben nun zur „Agentur für betreute Kleinkunst“ gewechselt. Bedingung: „Wir treten so lange auf, wie wir unser Publikum noch sehen können – eine gute Übung für die Feinmotorik und ein sozusagen verschreibungspflichtiges Konzept“, erklärt Reiner Panitz.

So kennt man das satirische Musikerduo: messerscharf, satirisch, mit einem Lausbubenlächeln im Gesicht. Einleitend rezitierte Reiner Panitz einen Text des Lyrikers Johann Christian Günther, gefolgt von dem Lied „Der Winter soll mein Frühling sein.“ Abwechselnd wurden Gedichte vorgetragen, Instrumentalstücke gespielt, eigene oder „umformierte“ Songs zum Besten gegeben, größtenteils alle thematisch an Weihnachten orientiert und wunderbar untermalt von Harfen-, Zither- und Klarinettenspiel. Pointen um Pointen hangelten sich aneinander, beispielsweise als die Herren im Dreigesang Josef von Nazareth die Babycreme für den kleinen Jesus suchen lassen – Maria sitzt drauf; oder sie den Klassiker von Georg Kreisler „Mein Weib will mich verlassen“ – „Gott sei Dank“ zum Besten geben.

Zitterlametta im Thaddäus

Reiner Panitz zeigte auch einen anderen Blickwinkel auf das bevorstehende Weihnachtsfest: „Erwachsene an Weihnachten betreuen, ist harte Kinderarbeit!“

Den Melodien von „Jingle Bells“ oder „Leise rieselt der Schnee“ hatten die beiden Brüder ihre ganz eigene textliche Version, die das Publikum vollauf begeisterte.

In diversen Soli überzeugten sowohl Konstanze Kraus mit wunderbaren Harfenklängen, Thomas Schechinger mit schnellen Melodiefolgen an Klarinette und Zither, als auch Reiner und Dietmar Panitz an den Gitarren.

Als Reiner Panitz mit russischem Akzent die „Philosophie der zwei Möglichkeiten“ vortrug oder „Advent im Seniorenheim – das Publikum für Amateurhoffnungen“, hielten sich die Zuhörer vor Lachen die Bäuche. Auch der Auftritt seiner Tochter am Hackbrett zog einen langen Applaus nach sich.

Zum Abschluss zeigten die Brüder auf den Ukulelen mit „Der erste Schnee“ ihr Können, blieben für weitere Zugaben aber gleich auf der Bühne sitzen. Ein kurzweiliges Einstimmen auf ein vielleicht zu kommerziell gewordenes Weihnachten.

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