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Donauwörth

25.09.2013

Zu schnell auf B25: Fahrverbot für Promi-Fürst zu Schaumburg-Lippe

Alexander zu Schaumburg-Lippe, einer der prominentesten Adeligen in Deutschland, muss für vier Wochen seinen Führerschein abgeben und eine Geldbuße von 480 Euro zahlen. Archivbild
Bild: Wolfgang Langenstrassen dpa/lni

Alexander zu Schaumburg-Lippe war auf B25 zu schnell unterwegs. Am Amtsgericht Nördlingen waren drei Verhandlungstermine angesetzt. Denn der Promi-Fürste wehrte sich - vergeblich.

Alexander zu Schaumburg-Lippe, einer der prominentesten Adeligen in Deutschland, muss für vier Wochen seinen Führerschein abgeben und eine Geldbuße von 480 Euro zahlen. So lautet das Urteil des Amtsgerichts Nördlingen nach drei Verhandlungsterminen. Die Verkehrspolizei (VPI) Donauwörth hatte – wie berichtet – den Fürsten bereits im April 2012 auf der B25 unweit des Harburger Stadtteils Großsorheim geblitzt. Der 54-Jährige war demnach mit 147 statt der maximal erlaubten 100 Stundenkilometer unterwegs.

Einen Monat Fahrverbot für Promi-Fürst

Eine derartige Geschwindigkeitsüberschreitung zieht automatisch ein Fahrverbot von einem Monat nach sich und bedeutet drei Punkte in Flensburg. Zudem verdoppelte die Bußgeldstelle das übliche Bußgeld in Höhe von 160 Euro – eine Maßnahme, die unter anderem vorgenommen wird, wenn so etwas nicht zum ersten Mal passierte.

Dies war bei dem Fürsten aus Bückeburg bei Hannover der Fall. Er hat fünf einschlägige Voreintragungen in der Verkehrssünderdatei. Zwei dieser Geschwindigkeitsverstöße hatten bereits Fahrverbote zur Folge.

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Schaumburg-Lippe wehrte sich gegen die Strafe

Gegen die Strafe, die er sich im Donau-Ries-Kreis einhandelte, wehrte sich Schaumburg-Lippe. Auf seinen Einspruch hin fanden mittlerweile drei Termine am Amtsgericht in Nördlingen statt. Dort ließ sich der Adelige von einer Anwältin vertreten. Die bezweifelte sowohl die ordnungsgemäße Zustellung des Bescheids in Bückeburg als auch die Korrektheit der Geschwindigkeitsmessung der Polizei. Das Gericht beauftragte einen Sachverständigen mit einem Gutachten. Er kam zu dem Schluss, dass bei der Radarkontrolle alles in Ordnung gewesen sei.

Anwältin stellte Sachkundigkeit des Dekra-Mitarbeiters in Frage

Die Verteidigerin wiederum stellte infrage, ob der Dekra-Mitarbeiter die nötige Sachkunde hätte. Ebenso beharrte die Anwältin auf dem Standpunkt, dass die Zustellung des Bußgeldbescheids unwirksam gewesen wäre. Das Schreiben nahm eine Angestellte des Chefs des Hauses Schaumburg-Lippe entgegen. Er selbst habe nie von dem Brief erfahren. Folglich habe dieser den Land- und Forstwirt – so seine Angaben zum Beruf – nicht fristgerecht erreicht. Wenn dies so gewesen sein sollte, wäre die Ordnungswidrigkeit verjährt und der Fürst käme straffrei davon.

Richterin Sandra Fischer ließ die Argumente der Verteidigerin freilich nicht gelten, wies auch weitere Beweisanträge zurück und verurteilte den 54-Jährigen. Er muss demnach einen Monat auf seinen Führerschein verzichten und bekommt die Punkte in Flensburg. Das Bußgeld erhöhte die Richterin von 320 auf 480 Euro. Ob das Urteil rechtskräftig wird, bleibt abzuwarten. Schaumburg-Lippe hat noch die Möglichkeit einer Beschwerde. Über die würde das Oberlandesgericht Bamberg entscheiden.

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