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Autorenbegegnung

11.10.2019

Zwischen Historie und Fiktion

Autor Peter Dempf bei seiner Lesung in Harburg.
Bild: Richard Hlawon

Peter Dempf las aus seinem historischen Roman „Das Gold der Fugger“

Der „Teufelswels“, ein riesiger Donauwaller, bekam einen besonders schaurigen Auftritt, als Peter Dempf bei der Autorenlesung des Harburger Kulturherbsts in der Bücherei im Strölinhaus eine dramatische Romanepisode von der Flussüberquerung in der Nähe Donauwörths vortrug. Tatsächlich seien solche Fische von mehreren Metern Länge in der Donau zur Zeit der Romanhandlung um 1516 keine Seltenheit gewesen, versicherte er.

„Das Gold der Fugger“ ist der jüngste Roman des bekannten Augsburger Schriftstellers. Er begann die Lesung mit dem Prolog, in dem Agnes, die jugendliche Protagonistin, die Hinrichtung ihres Vaters in Augsburg erleben muss. Der Fuhrmann in Diensten des Fugger-Handelshauses wurde des Diebstahls während eines Kaufmannszugs von Augsburg nach Prag beschuldigt und ohne lange Ermittlungen zum Tode verurteilt. Im Folgenden setzt Agnes alles daran, die Unschuld ihres Vaters beweisen, und schließt sich zu diesem Zweck selbst einem Fugger-Treck nach Prag an. Sie erlebt zahlreiche Abenteuer mit den raubeinigen Fuhrleuten, Raubrittern, Wegelagerern, Strauchdieben und dem erwähnten „Teufelswels“.

Der Autor trug mehrere spannende Szenen vor und verknüpfte sie, frei und lebhaft erzählend, miteinander. Auch den historischen Hintergrund erläuterte er und die Mühen, diese Fakten aus den oft spärlichen Quellen zu recherchieren. Die Ausweisung von Geächteten am St.-Gallus-Tag in Augsburg zum Beispiel, die Agnes widerfuhr, war noch zu Beginn des 16. Jahrhunderts nachweisbar.

Auch die Handelswege von Augsburg über Nürnberg nach Prag sind belegt. Dass die Fugger nicht nur die „Goldene Straße“ von Nürnberg nach Prag nutzten, welche auf Reichsgebiet verlief, sondern – wie im Roman – ihre Handelszüge trotz kaiserlichen Verbots über eine kürzere, aber gefährlichere Strecke schickten, ließ sich ebenfalls beweisen. Peter Dempfs nächster Roman „Die Geliebte des Kaisers“ wird noch heuer erscheinen. Es geht um Kaiser Otto III. (980-1002 n. Chr.), dessen Herz nach seinem frühen Tod in Augsburg bestattet wurde.

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