Deutschlands Brücken sind bekanntlich in die Jahre gekommen – nicht erst mit dem Einsturz der Dresdner Carolabrücke wurde einem das schmerzlich bewusst. In Donauwörth stehen ebenfalls drei wichtige Straßenbrücken, deren Sanierung ansteht. Das Staatliche Bauamt Augsburg wies jüngst im Kreisbauausschuss in Donauwörth auf die Problematik bei einem jener Bauwerke in besonders eindrucksvoller Weise hin.
Es war ziemlich still im Sitzungssaal, als Alexander Becker und Markus Kreitmeier über den Zustand der drei großen Donauwörther Brücken referierten. Besonders die Hangbrücke am Schellenberg, über die die Bundesstraße 2 verläuft, stach dabei ins Auge. Das Bauwerk ist ein imposantes Stahlkonstrukt aus dem Jahr 1969 - und damit in dem typischen Alter, in dem größere Sanierungsarbeiten erforderlich sind bei neuzeitlichen Brückenkonstruktionen. Kreitmeier machte die Problematik der Stahlbrücke deutlich: Bei jedem Lastwagen schwinge die Brücke um gut drei bis vier Zentimeter – „man kann das mit dem Verhalten einer Büroklammer vergleichen, die man stetig nach oben und unten biegt; irgendwann bricht sie“. Es müsse also etwas geschehen.
Start der Bauarbeiten an der B2-Brücke in Donauwörth wohl ab 2027
Vor allem wegen des zunehmenden Schwerlastverkehrs seien umfangreiche Sanierungsarbeiten in naher Zukunft erforderlich, gerade weil es sich eben um eine reine Stahlbrücke handele, so Kreitmeier, der beim Staatlichen Bauamt Augsburg den Bereich Straßenbau leitet. Der Fachmann erklärte zudem, dass es früher eine automatische Sprühanlage gegen auf der Stahlbrücke rasch aufkommenden Frost gab. Aktuell wurde das Bauwerk in den regelmäßigen Bauwerksprüfungen mit den Zustandsnoten 3,0 (westliche Brücke) und 2,8 (östliche Brücke) bewertet. Der Notenbereich 3,0 bis 3,4 kennzeichnet laut Bauamt einen „nicht ausreichenden Zustand“ – das heißt: Instandsetzungen sind erforderlich, und zwar recht schnell. Im Notenbereich 2,5 bis 3,0 sind indessen kurz- bis mittelfristig Instandsetzungen angezeigt. Die Hangbrücke solle, so das Staatliche Bauamt auf Nachfrage, bald saniert werden: „Nach dem aktuellen Stand — zu Beginn der umfangreichen Bauvorbereitungen — ist mit dem Start der Bauarbeiten und damit mit den Verstärkungs‑ und Instandsetzungsmaßnahmen im nächsten Jahr zu rechnen.“
Eine Vollsperrung der B2 sei indessen nicht vorgesehen. Die Brücke besteht aus zwei getrennten Teilbauwerken – bei der Sanierung eines Teilbauwerks müsse dieses in einzelnen Bauphasen „vom Verkehr freigestellt werden“, um die Standsicherheit und die erforderlichen statischen Bedingungen zu gewährleisten. Dazu werde der Verkehr jeweils auf das andere Teilbauwerk umgeleitet; in diesen Bauphasen fließt also der Verkehr in beiden Richtungen über ein Teilbauwerk. Zeitweise beschränken sich die Arbeiten auf die Fundamente unter oder neben der Fahrbahn. Dann erfolgen die Arbeiten unterhalb der Brücke, sodass auf der Brückenoberfläche oft keine Bauarbeiter sichtbar sind.
Tragfähigkeit der B2-Brücke könnte leiden
Der Zustand des Bauwerks würde sich ohne Maßnahmen weiter verschlechtern, und Umfang sowie Kosten der Sanierung würden entsprechend zunehmen, teilt das Bauamt weiter mit: „Wenn über einen längeren Zeitraum keine Sanierung erfolgt, müsste das Bauwerk aus Sicherheitsgründen früher oder später gesperrt werden.“ Beispielsweise könne eindringendes Wasser Rost an tragenden Bauteilen verursachen und dadurch deren Tragfähigkeit verringern. Neben der Sanierung wird die Brücke umfassend verstärkt, „da eine statische Nachrechnung Defizite hinsichtlich künftiger Verkehrsbelastungen ergeben hat“. Derzeit bestünden für den Verkehr jedoch noch keine Einschränkungen der Tragfähigkeit.
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