Eigentlich sollte ein Fahrrad, das in der Tiefgarage eines Wohnhauses oder in einem versperrten Kellerabteil abgestellt ist, halbwegs sicher vor Dieben sein. Mehrere Besitzer von Elektrofahrrädern mussten sich in den vergangenen Wochen im Stadtgebiet von Donauwörth aber eines Besseren belehren lassen. Unbekannte stahlen die wertvollen Zweiräder. Inzwischen fällt auf, dass solche Fälle in der Großen Kreisstadt mit einer gewissen Regelmäßigkeit passieren.
Die örtliche Polizeiinspektion hat seit Beginn des Jahres sechs ähnlich gelagerte Diebstähle registriert. Dabei fällt laut Hauptkommissar Stephan Roßmanith auf, dass hauptsächlich Tiefgaragen und Kellerabteile in Mehrfamilienhäusern die Tatorte waren. Der größte Schaden entstand am 22. Januar in einem Gebäude in der Herzog-Ludwig-Straße in Riedlingen. Dort verschwanden drei E-Räder im Gesamtwert von rund 12.000 Euro aus einer Tiefgarage. Jedes der E-Bikes war eigens mit einem Schloss versperrt.
Diebstahl von Fahrrädern in Donauwörth und Riedlingen: 20.000 Euro Schaden
In der vorigen Woche brach ein Dieb in einem Wohnblock im Weidenweg in Donauwörth ein Kellerabteil auf, um an ein Mountainbike der Marke Cannondale zu gelangen. Der Wert der Beute bei diesen Taten summiert sich laut Roßmanith mittlerweile auf etwa 20.000 Euro. Unklar sei, ob ein direkter Zusammenhang zwischen den Fällen besteht: „Dafür haben wir keinen Anhaltspunkt, aber die Vorgehensweise ist ähnlich.“
Was den Ermittlern ins Auge sticht: Die Haustüren an den Gebäuden waren nicht gewaltsam geöffnet worden. Folglich kann es sein, dass Bewohner die Diebe unwissentlich ins Haus ließen. Denkbar sei, so die Polizei, dass die Täter einfach an der Haustür klingeln und vorgeben, für die Post oder einen Paketdienst tätig zu sein. Anstatt ein Päckchen ins Treppenhaus zu legen, könnten die Täter problemlos in den Keller oder in die Tiefgarage gelangen und dort in aller Ruhe nach einer möglichen Beute Ausschau halten. Es sei auch zweimal vorgekommen, dass in aufgebrochenen Kellerabteilen normale Fahrräder unberührt geblieben seien, obwohl es sich um hochwertige Modelle handelte, so Roßmanith. Über den Keller könnten die Diebe auch in eine Tiefgarage gehen und diese mit einem Fahrrad über die Ausfahrt verlassen.
Fahrraddiebe könnten sich als Paketboten ausgeben
Deshalb rät die Polizei, die Haustür nur zu öffnen, wenn klar sei, dass an dieser wirklich ein Post- oder Paketdienstbote stehe. Wenn Videokameras installiert sind, sollten Bewohner schauen, ob sich Fremde im Gebäude verdächtig verhalten.
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