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Donau-Ries: Das sind die Stellvertreter des neuen Landrats Dinkelmeier

Landkreis Donau-Ries

„Bürger erwarten ein Miteinander“: Das sind die Stellvertreter des neuen Landrats Dinkelmeier

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    Der neue Landrat Michael Dinkelmeier (Zweiter von links) mit seinen Stellvertretern. Erster Stellvertreter ist Jürgen Leberle (rechts), weitere Stellvertreter sind Martin Stegmair und Gabriele Fograscher.
    Der neue Landrat Michael Dinkelmeier (Zweiter von links) mit seinen Stellvertretern. Erster Stellvertreter ist Jürgen Leberle (rechts), weitere Stellvertreter sind Martin Stegmair und Gabriele Fograscher. Foto: Thomas Hilgendorf

    Es ist ein wenig so zugegangen wie am erstem Schultag, am Mittwochvormittag im Sitzungssaal des Donauwörther Fuggerhauses. Die neu gewählten Kreistagsabgeordneten suchten ihre neuen Plätze, man unterhielt sich mit den Nachbarn, einige brachten Familienangehörige mit, die so auch mal eine Sitzung mitverfolgen konnten. Doch es war weit mehr als nur ein netter Plausch unter Abgeordneten - im Fokus stand die spannende Frage, wer die Stellvertreter des neuen Landrats Michael Dinkelmeier (FW) werden sollten - und welche Worte Dinkelmeier wählte bei seiner ersten Ansprache als Landrat. Der lieferte damit einen deutlichen Hinweis, was in den kommenden sechs Jahren im Blickpunkt stehen wird im Landkreis Donau-Ries.

    Bereits bevor das erste Wort gesprochen war in der konstituierenden Sitzung des Donau-Rieser Kreistags, gab es erste interessante Einblicke in die künftige Legislatur. Die Kernfrage dabei: Wer mit wem? Auf den Tischkarten waren die Fraktionen verzeichnet. Dabei wurde klar: Einige blieben für sich, andere gingen eine Ehe auf Zeit ein. Fortan wird es sechs Gruppierungen im Kreistag geben: CSU/ AL-JB (22 Abgeordnete. Sprecher: Steffen Höhn), FW/ Frauenliste (9; Florian Riehl), PWG/ ÖDP/ FDP (9; Barbara Wunder), AfD (8; Elias Merkle), SPD (6; Claudia Müller) und Grüne/ Linke (6; Albert Riedelsheimer). Nicht alle gewählten Abgeordneten waren am Mittwoch vor Ort, entschuldigen ließen sich Claudia Marb, Ulrich Lange (beide CSU), Ulrich Singer, Ute Langer (beide AfD) und Christoph Schmid (SPD).

    Fünf gewählte Donau-Rieser Kreistagsabgeordnete ließen sich entschuldigen

    Demnach waren zur Wahl der Landratsstellvertreter 55 Kreistagsabgeordnete anwesend, der erste Stellvertreter wurde in geheimer Wahl per Stimmzettel gewählt. Hierzu gab es einen offenen Vorschlag aus den Reihen der größten Fraktion, der CSU/ AL-JB: den Reimlinger Bürgermeister Jürgen Leberle. Die Wahl des 45-Jährigen galt zwar als sicher, zumal es keinen offenen Gegenvorschlag gab - dennoch ist die tatsächliche Stimmenzahl stets ein Gradmesser für das Vertrauen, das ein neues Gremium in den Gewählten hat. Mit 52 Stimmen konnte Leberle sein Ergebnis durchaus als Erfolg verbuchen.

    Gerhard Martin (SPD) vereidigte Landrat Michael Dinkelmeier (FW).
    Gerhard Martin (SPD) vereidigte Landrat Michael Dinkelmeier (FW). Foto: Thomas Hilgendorf

    Das Gremium entschied zudem, zwei weitere Stellvertreter per Handzeichen zu wählen. Vorgeschlagen wurde aus den Reihen der FW/ Frauenliste Martin Stegmair, bislang dritter Bürgermeister in Niederschönenfeld. Er wurde gegen sechs Stimmen der AfD gewählt, die mit Elias Merkle einen Gegenkandidaten ins Rennen schickte. Als weitere Stellvertreterin schlug die PWG/ ÖDP/ FDP-Fraktion die Sozialdemokratin und langjährige Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher aus Nördlingen vor. Die AfD setzte dagegen auf Marc Kröger aus ihren Reihen. Ergebnis: Fograscher wurde gegen die Stimmen der AfD gewählt.

    Einblicke in inhaltliche Schwerpunkte von Landrat Michael Dinkelmeier

    Über politische Inhalte wurde zwar in der ersten Sitzung des neuen Kreistages noch nicht entschieden - dennoch lieferte ein Punkt einen interessanten Aufschluss über erste unterschiedliche Sichtweisen: Ein neuer Passus in der Geschäftsordnung soll es dem Landrat und Sitzungsvorsitzenden ermöglichen, Ordnungsmaßnahmen im Kreistag zu ergreifen. Hierzu äußerte Elias Merkle für die AfD Bedenken: Ein solcher Passus sei schlicht „nicht erforderlich“, wenn man vertrauensvoll zusammenarbeite. Dennoch stimmte das gesamte Gremium schlussendlich für die Neuerung.

    Landrat Michael Dinkelmeier sprach nach seiner Vereidigung (und der Vereidigung der 24 neuen Kreistagsmitglieder) von einem „besonderen Moment“. Für ihn persönlich habe die Wahl zum Landrat am 22. März zu „weitreichenden Veränderungen in meinem Leben geführt“. Zugleich dankte Dinkelmeier seinem Vorgänger Landrat Stefan Rößle (CSU) vor allem für „die gute und harmonische Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen“. Der neue Landkreischef erklärte, er wolle das Vertrauen der Bürger über Verlässlichkeit und Nähe gewinnen; ebenso stünden die Serviceorientierung sowie die Digitalisierung der Kreisbehörde weit vorn auf seiner Agenda. Vom Kreistag erwarteten die Bürger zudem Lösungen und kein politisches Gegeneinander.

    Er blicke einerseits insgesamt positiv in die Zukunft des leistungsstarken Landkreises, so Dinkelmeier, dennoch sei klar, dass das Thema „Finanzen“ ein Schwerpunkt werde, ebenso wie der Bereich Soziales. Auch der Katastrophenschutz werde im Fokus stehen.

    Die 24 „neuen“, vereidigten Kreisräte sind (in alphabetischer Reihenfolge): Dr. Wolfgang Beck, Maximiliane Böckh, Timo Böllmann, Wolfgang Dittrich, Udo Dreher, Anke Drukewitz, Markus Eisenbarth, Marco Fänger, Anita Ferber, Michael Haller, Hans-Ludwig Held, Thomas Heydecker, Alexandra Horndasch, Tobias Källner, Marc Kröger, Wolfgang Lechner, Elias Merkle, Karl Rehm, Carina Roßkopf-Achatz, André Seidl, Jürgen Sorré, Marcus Späth, Daniel Strauß, Dr. Barbara Wunder.

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