Startseite
Icon Pfeil nach unten
Donauwörth
Icon Pfeil nach unten
Donauwörth
Icon Pfeil nach unten

Donauwörth setzt auf 80 Millionen Rücklagen: Was damit geplant ist

Donauwörth

Spannende OB-Debatte in Donauwörth: Hochwasser, Millionen und Megaprojekte im Fokus

  • |
  • |
  • |
  • |
    Bei der Podiumsdiskussion in Auchsesheim stellten sich OB Jürgen Sorré und Herausforderin Bärbel Stahl (rechts) den Fragen von Redaktionsleiterin Martina Bachmann.
    Bei der Podiumsdiskussion in Auchsesheim stellten sich OB Jürgen Sorré und Herausforderin Bärbel Stahl (rechts) den Fragen von Redaktionsleiterin Martina Bachmann. Foto: Simon Bauer

    Im Saal des Gasthaus Hoser ist es schon öfter heiß hergegangen, auch bei Minusgraden draußen. Hier wurde darüber diskutiert und gestritten, wie Donauwörth besser vom Hochwasser geschützt werden könnte, hier mussten sich Verantwortliche aus Politik und Verwaltung bei Bürgerversammlungen dem stellen, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Am Dienstagabend folgte eine weitere Runde des politischen Schlagabtauschs: diesmal mitten Winterwahlkampf zur OB-Wahl in Donauwörth 2026 zwischen Oberbürgermeister Jürgen Sorré (parteilos) und Herausforderin Bärbel Stahl (Grüne).

    Die Donauwörther Zeitung hatte eingeladen - und die Bürgerinnen und Bürger kamen. Voll besetzt war der Saal des Gasthauses. Amtsinhaber Sorré und seine Herausforderin Stahl wurden in gut zwei Stunden von Redaktionsleiterin Martina Bachmann zu den derzeit gewichtigsten Themen der Stadtpolitik befragt. Dabei wurde auch die jeweilige Redezeit immer wieder geprüft.

    Donauwörth plant Großes für die Landesgartenschau 2028

    Thema Landesgartenschau: Gut 100.000 Gäste erwartet Donauwörth zwischen Mai und Oktober 2028. Dann wird das Megaevent Landesgartenschau (LGS) stattfinden. Damit einher gehen viele Projekte zur Stadtentwicklung: neue Brücken und Radwege, Parks bis hin zur Schaffung von neuem Wohnraum. OB Sorré erklärte, dass die LGS eine große Chance für Donauwörth sei: „Wir können jetzt vieles, was in den Schubladen schlummert, umsetzen. Die LGS werde die Stadt auf Generationen prägen. Auch Stahl erklärte, sie habe volles Vertrauen in die Planer“, mahnte aber an, dass all die Parks und Bauwerke auch in nach der LGS durch die Stadt gepflegt werden müssten. Mit Blick auf Sorgen der Bürger, dass diverse Wege wegen der Absperrungen zu den über die Stadt verteilten LGS-Schauplätzen unpassierbar sein könnten, erklärte der OB: „Wir werden nicht die Stadt komplett einzäunen; es wird auch mal kleine Umleitungen geben.“ Jeder Donauwörther könne auch ohne LGS-Ticket problemlos von A nach B kommen. Stahl unterstrich, dass vor allem viel genutzte Hauptwege wie beispielsweise die Promenade „frei bleiben“ müssten.

    Thema Finanzen: Die Zahl, die Redaktionsleiterin Bachmann vortrug, ließe die Rathauschefs so manch anderer Kommune vor Neid erblassen - 80 Millionen Euro hat Donauwörth auf der hohen Kante. Ein Grund zum kräftigen Investment in Leuchtturmprojekte quer durch die Stadt? OB Sorré erklärte, dass die Rücklagen in der Tat wohltuend seien, die Stadt werde allerdings weiterhin verantwortungsvoll mit den Geldern umgehen: Neben der LGS seien Großprojekte wie der Umbau des Tanzhauses oder der Neubau des städtischen Kindergartens zu stemmen, parallel dazu stets die Pflichtaufgaben wie der Erhalt der Infrastruktur im Allgemeinen. Auch Stahl erklärte: „Nur Shoppen gehen geht nicht.“ Allein der Erhalt der städtischen Infrastruktur koste schließlich „eine große Menge Geld“. Beide Kandidaten unterstrichen, dass gerade im Hinblick auf anstehende Schulerweiterungen (Mangold- und Sebastian-Franck-Schule) weitere finanzielle Herausforderungen auf die Stadt zukommen werden. Und: Dem Vernehmen nach wird auch die LGS teurer für die Stadt - im neuen Haushalt sollen 15 Millionen anstatt der bisher kolportierten acht Millionen Euro eingeplant sein.

    Beide Kandidaten drängen auf Tempo beim Hochwasserschutz

    Thema Hochwasser: Stahl forderte mit Blick auf die teils heruntergekommenen, mindestens aber vom Freistaat vernachlässigten Deiche (in den Stadtteilen Nordheim, Auchsesheim und Zusum) die Eigeninitiative Donauwörths: Im Zweifel solle die Stadt die Dämme in Eigenregie herrichten. Dem widersprach Sorré: Jene Bauwerke seien nun einmal Eigentum des Freistaats und demnach sei es Aufgabe des dem Freistaat direkt unterstehenden Wasserwirtschaftsamts, die Dämme in Schuss zu halten. Die Stadt könne und dürfe schlichtweg keine Erhöhungen und Ausbauten in Eigenregie umsetzen, zudem brauche es hierfür eine sehr spezifische Expertise. Beide Kandidaten waren sich indessen einig, dass auf den Freistaat und das Wasserwirtschaftsamt in Kooperation mit den Anwohnern steter Druck ausgeübt werden müsse, damit es mit den Bauten und Ertüchtigungen zum Hochwasserschutz schneller voran geht.

    Podiumsdiskussion zur OB-Wahl in Donauwörth: die Bilder

    Podiumsdiskussion zur OB-Wahl 2026 in Donauwörth
    Icon Galerie
    152 Bilder
    Den Fragen von Redaktionsleiterin Martina Bachmann stellten sich am Dienstagabend OB Jürgen Sorré und Herausforderin Bärbel Stahl im Gasthof Hoser in Auchsesheim.

    Als Auflockerung zwischen den Themenblöcken mussten sich Stahl und Sorré bei Entweder-oder-Fragen entscheiden. So erfuhr das Publikum, dass beide eher Fleisch denn Veganes essen, Sorré im Urlaub Italien vorzieht, Stahl hingegen eher nach Schweden fahren würde. Was beide wiederum verbindet: der FC Bayern.

    Aus dem Publikum kamen neben Fragen zum Hochwasserschutz auch Forderungen für mehr Barrierefreiheit in der Innenstadt. Hier versprachen beide, sich dem Thema intensiv zu widmen. Nach gut 120 Minuten war die Debatte vorbei. Am Schluss war klar: Größere Differenzen trennen Stahl und Sorré nicht. Man umarmte sich herzlich, weiß aber: Es kann nur einen Sieger geben am 8. März.

    Info: Die Live-Diskussion steht ihnen als Aufzeichnung in voller Länge im Internet zur Verfügung. Diese finden Sie unter  donauwoerther-zeitung.de

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren