Feuerwehr steht für Mut, Nächstenliebe und Einsatzbereitschaft
Bürgermeister Rehm: „Wunderbares Fest - Bayerdilling hat geliefert!“
Buntes Treiben beim Festumzug
Es war ein Fest in Bayerdilling, das dauerhaft in Erinnerung bleibt: volles Festzelt, ein Programm für alle Generationen mit zehn Musikgruppen, der zwei Kilometer lange Festzug und die Predigt des eigenen Feuerwehrmanns. Der Rainer Stadtteil feierte fünf Tage den 150. Geburtstag seiner Freiwilligen Feuerwehr mit gelebter Gemeinschaft, Tausenden von Zuschauern, 65 Gastvereinen und sieben Kapellen allein am Sonntag.
Auftakt der Festtage war der „Firebeatz Partyabend“ mit DJ Spinplex, politisch war der Fronleichnamsabend mit Minister Hubert Aiwanger (wir berichteten). Bereits bei den Abenden mit „Die Schmalzler“ und „Muckasäck“ hatte die vom Vorsitzenden Konrad Spies und Kommandanten Daniel Haberl geleitete Hilfsorganisation jeweils mehrere Feuerwehren zu Gast. Die Festdamen des Patenvereins Münster und des Gastgebers heizten die Stimmung mit Tanzeinlagen zusätzlich an. Ideales Festgelände war die Wiese der Familie Geier am Ortsrand in Richtung Oberpeiching, für den Festgottesdienst stellte die Familie Gutmann ihr Areal mitten im Dorf zur Verfügung.
Pfarrer Joseph Afatchao, Kaplan Richard Reißner und Diakon Mathias Biberthaler feierten mit den Feuerwehren die Werte, die sie mit dem christlichen Glauben verbinden: Mut, Nächstenliebe und Einsatzbereitschaft. Ortspfarrer Afatchao bezeichnete Gott als den eigentlichen Feuerwehr-Hauptmann. Auf die Feuerwehr zugeschnitten waren die Lesung von dem einen Leib und seinen vielen Gliedern und das Evangelium vom Barmherzigen Samariter.
Mehrfach schlug Festprediger Richard Reißner die Brücke zwischen Glauben und Feuerwehr. Er kennt das „Innenleben“, war viele Jahre bei der Jubiläumswehr aktiv und ist ihr auch nach seiner Priesterweihe 2024 verbunden. Reißner stellte den Zusammenhalt in Feuerwehr, im Leben und im Glauben als tragende Säulen heraus – und das Vertrauen, das den Floriansjüngern geschenkt werde.
Vorstand Spies moderierte die fünf mittäglichen Festansprachen, die Festdamen geleiteten die Redner auf die Bühne. Auftakt machte Schirmherr Franz Hertl, Senior-Chef der Vereinsgaststätte. Er bezeichente die Wehr als unverzichtbaren Bestandteil des Dorflebens und überreichte für das Feuerwehrheim eine gemalte Collage mit Motiven zum Jubiläum. Bürgermeister Karl Rehm lobte das „wunderbare Fest – Bayerdilling hat geliefert“ und die Leistungen der Ortsteil-Wehr. Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler stellte Ehrenamt, Hilfsbereitschaft und Nachwuchsarbeit als Rückgrat einer starken Gemeinschaft heraus. Für seine Kollegin Eva Lettenbauer gehören Dorf und Feuerwehr einfach zusammen: „man interessiert sich füreinander“.
Die Feuerwehren stehen für Beständigkeit und Gemeinschaft, so Kreisbrandrat Heinz Mayr, erfüllen ihre Aufgabe mit Herz und Leidenschaft und verdienen das Vertrauen der Menschen. Die Jubiläumswehr sei ein wichtiger Bestandteil der flächendeckenden Einsatzbereitschaft. Die Herausforderungen würden mehr.
Am Nachmittag ergab sich auf der festlich geschmückten Strecke über Flur-, Rainer, Pessenburgheimer- und Sportplatzstraße zurück zur Sulzer Straße ein buntes Bild. Tausende Zuschauer applaudierten den Vereinen sowie der Stadtkapelle Rain (sie hatte schon den Vormittag begleitet), der Marktmusikkapelle Burgheim (die im Anschluss unterhielt) und den Musikvereinen Rennertshofen, Oberndorf, Ehekirchen, Marxheim-Schweinspoint und Baar.
In das Heer der blau gewandeten Feuerwehrleute mischten sich die Orts- sowie Schützenvereine. Die aktive Nachwuchsarbeit demonstrierten mehrere Kinder- und Jugendfeuerwehren. Die Festdamen von 1975 (100 Jahre), 1983 (Patenschaft) und 2001 (125 Jahre) waren mit dabei und selbstverständlich beide Vereinsfahnen Die Ehrengäste nahmen von der Stiglmair-Drehleiter das Defilee der Umzugsteilnehmer ab.
Tradition und Moderne begegneten sich: Die Spritze von 1886 führte ein Oldtimer beim Umzug mit, das von Rain übernommene erste Löschfahrzeug (bisher besaß man ein TSF) stand am Festgelände. Zum krönenden Abschluss zeigten die Fähnriche beim Einzug in das „rappelvolle“ Festzelt ihr Können. Selbst der ans Zelt „angedockte“ Biergarten und der Kaffee-Ausschank waren vollbesetzt. Petrus hatte – abgesehen von zwei kurzen Schauern am Donnerstag und Samstag – ein Einsehen mit den Feiernden.
Und „nebenbei“ organisierte das Team für den Samstagnachmittag ein „Spiel ohne Grenzen“. 14 Mannschaften mit je fünf Teilnehmern stellten sich dem Wettbewerb. Am Ende siegte die FFW Etting, der „Junggesellenabschied“ aus Bettingen am Main landete auf Platz zwei und der SV Bayerdilling erreichte den Bronze-Rang.
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