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Krankenhäuser

16.12.2016

gKU: Abfindung für Ex-Vorstand

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Das gKU wird das Jahr 2016 mit einem Defizit von 110000 Euro abschließen. Sorgenkinder bleiben die Seniorenheime, die zwar voll belegt sind, doch wegen aufgenommener Kredite ins Minus rücken. Ausnahme ist das Haus in Monheim (Bild). Hier wurde ohne Kredite investiert, was sich heute positiv auswirkt.

Nach fast drei Jahren und zähen Verhandlungen, stimmt der Verwaltungsrat einer ausgehandelten Einigung zu. Damit scheint die Krise am gKU beendet.

Seit dreieinhalb Jahren haben Landrat Stefan Rößle und alle Verantwortlichen des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) an einer Nachricht zu knabbern, die im Juni 2013 ein Schock war. An diesem Datum wurde bekannt, dass den Krankenhäuser und Seniorenheimen statt berechneter 1,2 Millionen Euro satte sechs Millionen Euro fehlen werden. Die „Krise gKU“ begann und als eine der ersten Reaktionen feuerte der Verwaltungsrat den damaligen Vorstand Gerhard Wurm. Man war sich sicher, dass sein Handeln zu dem finanziellen Desaster beigetragen hatte.

Wurm wollte nicht auf Gehalt verzichten

Wurm räumte seinen Chefposten im gKU, akzeptierte allerdings nicht, dass er auch auf sein Gehalt verzichten sollte. Immerhin hatte man mit ihm zu Jahresbeginn 2013 erst einen frischen Vierjahresvertrag geschlossen. Es folgte die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung, die gestern ein Ende fand. Der Verwaltungsrat akzeptierte einstimmig die ausgehandelte Lösung eines Mediators. Der Inhalt: Wurm erhält eine Abfindung in Höhe von eineinhalb Jahresgehältern, was in realen Zahlen exakt 217500 Euro bedeutet. Dafür verzichtet er auf weitere Ansprüche. Zudem trennt man sich „im gegenseitigen Einvernehmen“. Folglich verzichtet das gKU darauf, Wurm weiter als den Hauptverursacher der Misere auszumachen, zumal das wohl nicht eindeutig nachzuweisen war. Die Anwaltskosten über die über drei Jahre laufende Auseinandersetzung tragen die Beteiligten zu gleichen Teilen.

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„Es war ein langwieriges und schwieriges Verfahren“, sagte Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Rößle, gestern nach der Sitzung des Gremiums. „Aber jetzt fällt eine gewisse Last von uns ab.“

Für Rößle ist das Ende des Rechtsstreits mit Gerhard Wurm zugleich das Ende der „Krise gKU“. Denn nicht nur die Altlasten scheinen nun größtenteils abgearbeitet, auch die Jahresbilanz der Krankenhäuser und Seniorenheime entwickelt sich „erfolgreich“. 2016 erwartet man insgesamt ein Defizit von 110000 Euro für alle sieben Häuser, angepeilt hatte man zu Jahresbeginn 70000 Euro Verlust. Dass der Patient gKU auf dem Weg der Besserung ist, zeigen die Zahlen der Vorjahre: 2015 hatte das gKU mit einem Minus von 750000 Euro abgeschlossen, 2014 mit 2,7 Millionen.

“Schwarze Null„ für 2017 anvisiert

Alle drei Krankenhäuser erwirtschaften 2016 zusammen ein ordentliches Plus in sechststelliger Höhe im „mittleren bis oberen Bereich“. Genaue Zahlen wollte Vorstand Jürgen Busse mit Blick auf die Konkurrenz nicht nennen. Allerdings machte er keinen Hehl daraus, dass dieser erwirtschaftete Überschuss nicht ganz ausreicht, um das Defizit der Seniorenheime zu decken. „Außer in Monheim, wo Investitionen ohne Kredite auskamen, verhageln uns in Rain und Wemding die Abschreibungen die Bilanz“, sagte Busse. Die Häuser an sich seien voll belegt und wirtschafteten gut. Doch die Altlasten drückten. Und so werde es dabei bleiben, dass eine Einrichtung, die andere querfinanzieren müsse. Für 2017 rechnet Busse mit einer „schwarzen Null“ in der Bilanz des gKU. „Aber wir wissen auch, dass jetzt nicht alles ein Selbstläufer ist“, fügte Rößle hinzu.

500 Patienten mehr behandelt

In den Krankenhäusern agiere man immer erfolgreicher. Jeweils 25000 Patienten wurden 2016 stationär und ambulant behandelt, das sind 500 mehr als noch im Vorjahr. Das wolle man weiter steigern, denn alle Abteilungen laufen laut Busse gut und behandeln Patienten auch von außerhalb des Landkreises. Ein Erfolgsmodell sei mittlerweile auch das Angebot in Oettingen für Lungenpatienten, die nach längere Zeit am Beatmungsgerät aufwendig entwöhnt werden müssen (Weaning). Deshalb sollen bis März 2017 zwei neue Betten dafür geschaffen werden – auch, weil für diese Patienten hohe Erlöse erzielt werden können.

Investitionen wird es im kommenden Jahr in Donauwörth geben. Hier soll die Notaufnahme einen separaten Eingang erhalten und auch im Inneren umgebaut werden. Eine neue Bereitschaftspraxis wird eingerichtet. Im Seniorenheim Rain wird eine neue Heizungsanlage installiert und das MRT in Nördlingen verwirklicht.

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