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Geburtshilfe und Notaufnahme: Wie soll es in den Donau-Ries-Kliniken weitergehen?

Landkreis Donau-Ries

Geburtshilfe und Notaufnahme: Wie soll es in den Donau-Ries Kliniken weitergehen?

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    Die Donau-Ries-Kliniken stehen vor Herausforderungen – zum Beispiel wird die Notaufnahme in Donauwörth stark belastet.
    Die Donau-Ries-Kliniken stehen vor Herausforderungen – zum Beispiel wird die Notaufnahme in Donauwörth stark belastet. Foto: Wolfgang Widemann (Archivbild)

    Grundsätzlich stehen die Donau-Ries Kliniken stabil da. So soll Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach Landrat Stefan Rößle versichert haben, dass die Ampel für die Kliniken im Rahmen der Krankenhausreform auf Grün stünde. Dennoch gibt es auch in den Kliniken Donauwörth, Nördlingen und Oettingen Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem die stark belastete Notaufnahme in Donauwörth sowie die Zukunft der beiden defizitären Geburtshilfestationen. Wie die Landratskandidaten diese Themen anpacken wollen.

    CSU-Kandidatin Claudia Marb betont die Bedeutung der Geburtshilfestationen: „Als Mutter von vier Kindern ist es mir selbstverständlich besonders wichtig, die beiden Geburtshilfen in Donauwörth und Nördlingen zu erhalten.“ Sie verweist auf ein Förderprogramm des Freistaats, das jährlich bis zu eine Million Euro Zuschüsse pro Haus bereitstelle. „Dies ist alles andere als selbstverständlich und das gibt es so nur in Bayern, dafür bin ich auch sehr dankbar.“ Darüber hinaus müsse auch in Zukunft die Hebammenversorgung sichergestellt werden. Hinsichtlich der Belastung der Notaufnahme in Donauwörth plädiert Marb für eine räumliche Erweiterung. Es brauche bei den Donau-Ries-Kliniken weitere Spezialisierungen, die zur jetzigen Ausrichtung passten und eine medizinische Weiterentwicklung, die zu den Häusern passten.

    Dinkelmeier möchte Spitzenzeiten in Notaufnahme Donauwörth herausfinden

    Freie Wähler-Kandidat Michael Dinkelmeier verweist hinsichtlich der Geburtshilfestationen ebenfalls auf besagtes Förderprogramm. „Ich möchte beide Abteilungen auf jeden Fall erhalten.“ Die langen Wartezeiten in der Donauwörther Notaufnahme hätten ihm auch Menschen auf seiner Zuhör-Tour durch den Landkreis berichtet. Er möchte herausfiltern, wann dort besonders viel los ist, um, wenn möglich, in diesen Spitzenzeiten mehr Personal einzusetzen. Vorstellen könnte sich Dinkelmeier auch, Bereitschaftspraxen miteinzubeziehen. „Aber nur, wenn das medizinisch möglich ist, das gilt es vorher herauszufinden.“ Sollte er Landrat werden, wolle er über Dialogformate verstärkt mit der Leitung und den Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Außerdem plant er, die Infrastrukturausstattung zu prüfen und Investitionen entsprechend zu planen.

    Auch AfD-Kandidat Ulrich Singer möchte beide Geburtshilfestationen erhalten. Geburtshilfe sei Daseinsvorsorge, keine Rand- oder Renditeleistung. „Wer hier nur auf Defizite schaut, rechnet zu kurz: Es geht um Familien, Verlässlichkeit und die Zukunftsfähigkeit unserer Region.“ Die Notaufnahme müsse wieder das sein, was sie ist: ein Ort, an dem echte Notfälle behandelt werden. „Wer kein Notfall ist, sollte schnell und verbindlich in die passende Versorgung gelenkt werden.“ Insgesamt seien die Krankenhäuser im Landkreis sehr gut aufgestellt. Es brauche aber trotzdem beides: medizinische Qualität und wirtschaftliche Vernunft. „Dazu gehören effizientere Abläufe, sinnvolle Digitalisierung und KI, aber weniger Bürokratie. Auch mehr Energieeffizienz und Photovoltaik dort, wo es wirtschaftlich trägt, können einen Beitrag leisten.“

    Sowohl im Nördlinger Stiftungskrankenhaus als auch in Donauwörth gibt es eine Geburtsstation.
    Sowohl im Nördlinger Stiftungskrankenhaus als auch in Donauwörth gibt es eine Geburtsstation. Foto: Jan-Luc Treumann (Archivbild)

    Albert Riedelsheimer von den Grünen steht ebenfalls zu den Geburtshilfe-Standorten – solange dies finanziell und personell machbar sei. „Das Defizit wäre ja nicht automatisch weniger, wenn wir die beiden Standorte zusammenlegen würden.“ Man müsse beobachten, wie sich die Geburtenziffern im Landkreis entwickelten. Über die Verbesserung der Situation in der Notaufnahme müsse mit allen Beteiligten über Lösungsansätze gesprochen werden. „Wir müssen schauen, zu welchen Zeiten die Auslastung besonders hoch ist. Ich denke daran, die personellen und die räumlichen Kapazitäten zu erhöhen.“ Außerdem müsse weiter in die Modernisierung der Kliniken investiert und die Kooperation mit anderen Häusern fortgeführt werden. „Bezüglich der Ansiedlung neuer Fachbereiche wie etwa der Pädiatrie bin ich grundsätzlich offen, sehe aber im Moment wenig Chancen zur Realisierung.“

    Den Kandidaten ist die Belastung der Notaufnahme in Donauwörth bewusst

    Claudia Müller von der SPD betont, dass aus ihrer Sicht beide Geburtshilfestationen für den Landkreis notwendig und sinnvoll sind. Sie wolle beide „auf jeden Fall“ dauerhaft erhalten. „Geburtshilfe wird auch in nicht unerheblichem Maße bezuschusst, das sollte man bedenken.“ Durch die Schließung der Notaufnahme in Wertingen komme es in Donauwörth zu einem erhöhten Patientenaufkommen, so Müller. Es sei deshalb wichtig, dass in Donauwörth durch den Erweiterungsbau nun eine bessere und schnellere Verlegung der Patienten auf die Stationen möglich werde. „Dadurch sollte die Notaufnahme indirekt entlastet werden.“ Eine der größten Herausforderungen werde es, genügend qualifiziertes Personal für die Kliniken zu finden und zu halten. „Ich werde mich insbesondere dafür einsetzen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gute Arbeitsbedingungen haben“, so Müller.

    FDP-Kandidat Mark Tanner erklärt bezüglich der Geburtshilfestationen: „Als Bestandteil der Regelversorgung und räumlich gesehen sollte jedes Krankenhaus des GkU über eine Geburtshilfeabteilung verfügen, solange dies finanziell vertretbar ist.“ Sollten die Defizite weiter anwachsen, müsse über eine Zusammenlegung nachgedacht werden. Die Belastung der Notaufnahme möchte Tanner über eine verbesserte Ersteinschätzung vor Ort oder am Telefon abmildern. „Gleichzeitig ist eine Stärkung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 wichtig, Leitstellen von Rettungsdienst und Bereitschaftsdienst müssen besser vernetzt oder zusammengelegt werden.“ Die ambulante medizinische Versorgung müsse gestärkt werden. Wichtig sei für die Donau-Ries-Kliniken unter anderem der Ausbau und die Stärkung der kardiologischen und chirurgischen Abteilungen.

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