Es war eine doch recht überraschende Entscheidung: Jüngst entschied sich der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbands dazu, zunächst keine weiteren Vorrangflächen für Windräder ausweisen zu wollen (wir berichteten). Das sorgt dem Vernehmen nach für Unmut in mancher Kommune im Landkreis. Auch die Stadt Donauwörth hat vor einigen Jahren Flächen gemeldet, die grundsätzlich für ein solches Gebiet infrage kämen.
Was hat der Regionale Planungsausschuss entschieden?
Das Ziel ist klar: Statt bislang 1,1 Prozent der Fläche im Gebiet des Regionalen Planungsverbands sollten 1,8 Prozent als Vorrangfläche für die Windkraft ausgewiesen werden; und das bis 2032. Dieses Ziel gilt im gesamten Freistaat. Es fehlen also noch 0,7 Prozent. Eigentlich sollte nun der Beschluss über weitere Flächen gefällt werden. Doch darüber gab es offenbar kein Einvernehmen. So will manche Kommune die Hoheit über die Planung von Windrädern zurückerlangen, die Entscheidungsebene über Windkraftanlagen sollte demnach direkt die Gemeinde beziehungsweise Stadt sein und kein übergeordnetes, regionales Gremium. Nicht zuletzt der Landrat des Landkreises Augsburg-Land, Martin Sailer, setzt sich dafür ein. Wie es nun weitergeht, ist offen. Eine Entscheidung soll der neu gewählte Planungsausschuss treffen, der im Mai in die neue Amtsperiode startet.
Welche Flächen kann sich die Stadt Donauwörth als Vorranggebiete vorstellen?
Ein entsprechender Beschluss über mögliche Flächen wurde bereits im Jahr 2023 gefasst. Die diesbezüglichen Meldungen seien im Anschluss an die Beschlussfassung an den Regionalen Planungsverband gegangen. Klar ist: Der allergrößte Teil Donauwörths scheidet aus. Die Gründe sind laut Stadt mannigfaltig: Sie reichen von Umweltfaktoren bis hin zu bestehenden Flugkorridoren. Diese seien allerdings nicht alle durch Airbus begründet, auch der Flugplatz Stillberghof spiele zum Beispiel eine Rolle. Es bleiben grundsätzlich fünf Flächen übrig; vier davon sieht die Stadt aber selbst kritisch. Das betrifft zwei Areale nördlich von Osterweiler sowie ein Gebiet nördlich von Binsberg. Hier befinden sich jeweils Flugkorridore. Auch ein Gebiet westlich von Riedlingen ist eher nicht möglich, da auch hier der Luftverkehr beeinträchtigt werden könnte. Übrig bleibt letztlich ein Areal nördlich von Lederstatt. Dieses werde von Seiten der Stadt „prinzipiell befürwortet“. Von Seiten des Planungsverbands habe man aber noch keine offizielle Antwort erhalten, heißt es von städtischer Seite.
Wie bewertet die Stadt den Beschluss des Regionalen Planungsverbands?
Dazu erklärt die Pressestelle: „Wir bewerten den Beschluss als schwierig.“ Einerseits laute der Auftrag, die Energiewende voranzutreiben und von fossilen Energieträgern wegzukommen. Andererseits würden die bürokratischen Hürden immer höher und schwerer zu überwinden. „Beides passt nur bedingt zusammen.“
Möchte die Stadt Windkraft-Vorranggebiete in Zukunft weiter vorantreiben?
„Die Stadt Donauwörth möchte sich auf jeden Fall die Option offen halten, Windkraftanlagen zu bauen“, heißt es von der Pressestelle. „Deshalb liegt es auch in unserem Interesse, dass entsprechende Vorranggebiete vorhanden sind.“ Darauf habe die Stadt ein Auge. Man werde sicherlich prüfen, ob es auch in Betracht komme, selbst eine entsprechende Fläche auszuweisen. „Ganz ohne Windkraft werden wir in Zukunft wahrscheinlich nicht auskommen.“
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