Im Zeichen des Abschieds stand die jüngste Stadtratssitzung in Rain: Sieben Stadträte/Stadträtinnen und drei Ortssprecher waren zum letzten Mal in diesem Gremium dabei. Ihre Plätze am runden Tisch im Rathaus werden künftig anderweitig besetzt sein. „Das ist kein gewöhnlicher Tagesordnungspunkt“, stellte Bürgermeister Karl Rehm denn auch fest. „Es ist ein Moment des Innehaltens - ein Moment, in dem Stadtrat und Stadt zurückblicken und Danke sagen.“
Rehm blickte auf die abgelaufene Legislatur, die „alles andere als gewöhnlich war“. Herausforderungen während Corona, dazu unterschiedliche Sichtweisen, gewachsene Strukturen und Spannungen hätten zu Beginn „die Zusammenarbeit auf die Probe gestellt“. Sein Anspruch damals: Ein neues Miteinander zu entwickeln mit Sacharbeit, Wertschätzung und dem Blick auf das Gemeinsame.
Die Bilanz fällt für den Bürgermeister positiv aus: „Diesen Weg sind wir gemeinsam und erfolgreich gegangen. Wir haben gut zusammengearbeitet, einander zugehört und stets Lösungen gefunden - auch dann, wenn wir nicht immer einer Meinung waren.“ Und genau darin liege die Stärke der kommunalen Demokratie. Diesen Geist auch in die kommende Amtsperiode mitzunehmen, wünschte sich Karl Rehm.
Rehm: „Wir können gemeinsam stolz sein auf das Erreichte.“
Konkret auf den Weg gebrachte Projekte erstrecken sich unter anderem von der Rettungswache, über die Sanierung des Hallenbads und diverser Straßen bis hin zu wichtigen Maßnahmen in der Wasser- und Abwasserversorgung. Baugebiete, Wohnbauprojekte, Innenstadtbelebung, Schulen und Kinderbetreuung, moderne Energieversorgung und gute Rahmenbedingungen für Gewerbe sind weitere Punkte, die Rehm auflistete.: „Wir können gemeinsam stolz sein auf das Erreichte, denn wir haben fest für diese Ziele gearbeitet“.
In Zahlen gefasst sieht die Arbeit von Bürgermeister, Stadtrat und Ortssprechern laut Rehm folgendermaßen aus: Hochgerechnet auf sechs Jahre gab es rund 120 Sitzungen zuzüglich Ausschuss- und Fraktionsarbeit. Rund 2000 Themen wurden behandelt.
Das sind die ausscheidenden Ratsmitglieder
Der besondere Dank des Bürgermeisters für die geleistete Arbeit galt am Tag des Abschieds „den zehn Kolleginnen und Kollegen, die dem Stadtrat nicht mehr angehören werden“:
- Rudolf Ruisinger (Ortssprecher Mittelstetten seit 1. Mai 2002)
- Peter Steinherr (Ortssprecher Unterpeiching seit 1. Mai 2014)
- Stefan Lehmeier (Ortssprecher Staudheim seit 29. September 2020)
- Caroline Mayinger-Ludwig (Stadträtin seit 1. Mai 2014)
- Marion Segnitzer-König (Stadträtin seit 1. Mai 2024)
- Manuela Hackenberg (Stadträtin seit 1. Juli 2016)
- Martin Strobl (Stadtrat seit 1. Mai 2020)
- Josef Gawlik (Stadtrat seit 1. Mai 2002, davon die letzten sechs Jahre als weiterer stellvertretender Bürgermeister)
- Hans Hafner (Stadtrat seit 1. Mai 2008, von 2014 bis 2020 Dritter Bürgermeister)
- Claudia Marb (Stadträtin seit 1. Mai 2008, die letzten sechs Jahre Zweite Bürgermeisterin)
Rehm zollte ihnen Respekt und Anerkennung: „Ihr habt Zeit investiert, Verantwortung getragen und unsere Stadt mitgestaltet.“ Kommunalpolitik sei oft leise. Sie finde nicht nur im Rampenlicht statt, sondern in Sitzungen, Gesprächen und sorgfältig abgewogenen Entscheidungen. „Und sie lebt von Menschen wie Euch, die bereit sind, sich einzubringen.“ Für die Zukunft wünschte er „alles Gute, Gesundheit, Zufriedenheit und die Gewissheit, dass Ihr in unserer Stadt Spuren hinterlassen habt.“
Der scheidende Martin Strobl - oftmals in Stadtratsabstimmungen mit seinen Sachargumenten auf verlorenem Posten - gab einen Gedanken mit auf den Weg. Er stellte den öffentlichen Antrag - im Sinne des Philosophen Jürgen Habermas -, es sollten sich „im Diskurs nicht Macht oder Ängste durchsetzen, sondern der zwanglose Zwang des besseren Arguments“.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren