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Römische Straßenstation offenbart Details zur Via Claudia bei Flotzheim

Flotzheim

Archäologen stoßen bei Flotzheim auf spektakuläre Funde entlang einer Römerstraße

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    Ein Interpretationsplan der Befunde aus Geophysik und Luftbildern, den das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erstellt hat. Er zeigt den Verlauf der Straße und eine Gebäudeansiedlung.
    Ein Interpretationsplan der Befunde aus Geophysik und Luftbildern, den das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erstellt hat. Er zeigt den Verlauf der Straße und eine Gebäudeansiedlung. Foto: Grafik: Roland Linck/BLfD

    Im Umfeld des Monheimer Stadtteils Flotzheim ist eine Vielzahl römischer Bodendenkmäler bekannt. Durch den Einsatz von Luftbildarchäologie und geophysikalischer Prospektion konnte nun eine weitere Fundstelle erforscht werden: Entlang einer Römerstraße zeichnen sich im Untergrund mehrere Gebäude ab, die durch Vergleich mit bekannten Parallelen als römische Straßenstation interpretiert werden können.

    Im Jahr 2022 identifizierte Stefan Kluthe, ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Denkmalpflege, in Drohnenluftbildern die bis dahin unbekannte Fundstelle. Im Frühjahr 2023 führte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) geophysikalische Messungen mit den Methoden der Magnetik und des Bodenradars durch.

    Der Bodenradar gibt spannende Aufschlüsse

    Die Römerstraße ist auf einer Gesamtlänge von rund 390 Metern eindeutig nachgewiesen. Im Bodenradar zeigt sie eine Breite von sechs Metern und einen massiven Kiesunterbau. Beidseitig begleiten sie je ein rund 1,5 bis 2 Meter breiter Entwässerungsgraben – ein typisches Merkmal einer via publica.

    Der Verlauf deutet auf eine Verbindung zwischen dem Donauübergang bei Donauwörth – dem Ende der Via Claudia – und dem Kastell Weißenburg hin. Die Entfernung von Flotzheim nach Donauwörth beträgt rund 16 Kilometer (11 römische Meilen) und entspricht damit dem in antiken Quellen überlieferten Abstand zwischen Straßenstationen.

    Bislang waren in Bayern nur vier solcher Stationen bekannt

    Die geophysikalischen Untersuchungen erfassten insgesamt elf Gebäude. Anhand von Grundriss, Inneneinteilung und bautechnischen Merkmalen lassen sich folgende Funktionen erschließen: Unterkunft, überdachter Innenhof mit Lagerräumen, Badegebäude, Tempel oder Speicherbau, Stallung; Unterkunftsgebäude, Nebengebäude oder Grabbauten.

    Die Gesamtstruktur der Fundstelle – Aufreihung von Gebäuden entlang einer Straßenseite, Nachweis von Unterkunft, Bad und Stallung – entspricht dem Typus einer römischen Straßenstation. Eine Interpretation als Villa rustica kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da die Grenzen zwischen beiden Siedlungstypen fließend sind.

    Die Ergebnisse wurden veröffentlicht

    In Bayern waren bislang nur vier solcher Straßenstationen eindeutig bekannt (Nördlingen, Gauting, Eining, Pfünz). Ein geophysikalischer Nachweis einer Herberge gelang im gesamten römischen Imperium bisher nur an wenigen Stellen.

    Die Ergebnisse sind veröffentlicht in: R. Linck / T. Gericke / A. Stele / S. Kluthe, Neuentdeckung einer römischen Straßenstation bei Flotzheim mittels Luftbildarchäologie und Geophysik. Bericht der bayerischen Bodendenkmalpflege 65, 2024, 143–152.

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