Kinder brauchen Platz zum Spielen und Herumtollen. Sie brauchen Treffpunkte auch außerhalb des heimischen Gartens oder Balkons. Bis vor Kurzem galt im Freistaat eine Spielplatzpflicht, die Bauherren verpflichtet hatte, ab einer gewissen Zahl von neu zu bauenden Wohneinheiten solche Treffpunkte des sozialen Miteinanders für die Kleinsten zu schaffen. Diese Pflicht hat Bayern im Oktober aufgehoben. Doch nicht nur zwischen Wohnblocks, sondern auch in Neubaugebieten mit Einfamilienhäusern sind Spielplätze nicht immer in der Nähe. Ab und an werden sie sogar schlichtweg vergessen - so wie jüngst offenbar in Wörnitzstein. Die Donauwörther Sozialdemokraten setzten sich nun für eine möglichst unbürokratische Lösung ein. Kann es diese geben? Jene Frage dürfte auch andernorts interessant sein.
SPD-Stadträtin Brigitte Kundinger-Schmidt brachte die spielplatzlose Lage im Wörnitzsteiner Neubaugebiet in bemerkenswerter Offenheit auf den Punkt: „Dass es hier einen solchen Platz nicht gibt, ist uns durch die Lappen gegangen.“ Auch Bärbel Stahl sprach von einem Versäumnis: „Das scheint vergessen worden zu sein.“ Kundinger-Schmidt berichtete, sie hätte unlängst eine Reihe von Anfragen junger Eltern erreicht, dass in Wörnitzstein ein Treffpunkt für die Kleinen fehlt - zumindest einer, der ohne Gefahr durch den Straßenverkehr fußläufig erreichbar wäre.
Bauausschuss in Donauwörth unterstützt Spielplatzbau im Neubaugebiet
Gemeinsam mit den Familien und dem Ortssprecher hat man sich daraufhin auf die Suche gemacht, um ein geeignetes Grundstück zu finden. Dieses wurde auf einem landwirtschaftlichen Areal am Rande der Neubausiedlung, das in städtischer Hand ist, gefunden. Doch ganz ohne Bürokratie geht es offensichtlich dann doch nicht, obwohl sich am Montagabend im städtischen Bauausschuss in Donauwörther alle Fraktionen einig darüber waren, dass der Spielplatz gebaut werden soll.
Es brauche eine sogenannte Einbeziehungssatzung, weil es sich um ein Areal im Außenbereich handle. Oder aber, um das Ganze zu beschleunigen, es müsste eine alternative Fläche im Dorf gefunden werden.
Sorré setzt Vier-Wochen-Frist für Alternativsuche beim Spielplatz
Kundinger-Schmidt, die mit der SPD den Antrag auf den Spielplatzbau gestellt hatte, betonte die Geeignetheit des Platzes am Ortsrand. Sie sagte: „Einbeziehungssatzungen werden immer öfter angewendet, wenn es um Bauplätze geht - warum denn nicht auch für Spielplätze?“ Ein anderes Grundstück in der Gegend wäre kaum zu finden.
Oberbürgermeister Jürgen Sorré regte nicht zuletzt aus dem Grund an, dass ein Bau ohne Einbeziehungssatzung schnell vonstattenginge, sich innerhalb einer festen Frist von vier Wochen nach einem Alternativareal umzusehen. Dieser Anregung wurde schließlich im Konsens zugestimmt.
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