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Fußball

30.07.2020

Alex Käs ist beim TSV Rain nur noch Trainer auf Zeit

In rund vier Monaten ist die Zeit von Alex Käs in Rain abgelaufen, aber der Trainer verlässt den Verein auf eigenen Wunsch. 
Bild: Izsó

Plus Der 27-Jährige tritt Mitte August eine Stelle beim DFB an. Was er dort genau macht und warum er bis November parallel weiter Rains Regionalligakicker betreut.

Trainer Alex Käs ist auf Abschiedstour beim TSV Rain. Ab 15. August wird der 27-jährige Burgheimer beim Deutschen Fußballbund ( DFB) als Stützpunktkoordinator für die Region Westbayern arbeiten. Die Tillystädter benötigen aber nicht sofort Ersatz, denn Käs wird den Regionalligisten parallel zu seiner neuen Tätigkeit noch bis zum Jahresende betreuen.

„Eigentlich gibt es von Verbandsseite die Regel, dass ein Koordinator nicht gleichzeitig auch noch eine Mannschaft trainieren darf“, berichtet Käs, der derzeit jüngster Coach in der Regionalliga Bayern ist. Weil aber derzeit auch im Fußball wegen der Corona-Pandemie vieles anders ist als bisher, wird in diesem Fall eine Übergangsphase gebilligt.

Einer von 29 hauptamtlichen Stützpunktkoordinatoren

So wird Käs in verbleibenden Partien 2020 noch an der Seitenlinie stehen – und auch die Übungsabende leiten. „Natürlich kann es sein, dass ich vielleicht einmal nicht da bin. Grundsätzlich habe ich aber schon den Anspruch immer da zu sein. Wir trainieren ja regulär immer drei Mal in der Woche, das kann man ja dann entsprechend legen“, so der Coach.

Alex Käs ist beim TSV Rain nur noch Trainer auf Zeit

Als einer von aktuell 29 hauptamtlichen DFB-Stützpunktkoordinatoren wird Käs die Sichtungs- und Trainingsmaßnahmen koordinieren und als Schnittstellen zwischen den Vereinen, dem DFB, den Gremien und Mitarbeitern der Landesverbände und den Stützpunkten fungieren. In seinen Aufgabenbereich fallen auch die Trainerentwicklung, indem er Trainertalente für die Tätigkeit in den Stützpunkten entdeckt und fördert, sowie die Vermittlung der Spiel- und Trainingsphilosophie an die Basis als verlängerter Arm des DFB. „Sehr facettenreich und deshalb auch so spannend“, freut sich Käs schon auf den neuen Job.

Sein Vorgänger wechselte zum FC Bayern München

Vom Zeitpunkt her habe der Wechsel sehr gut gepasst, denn bald hat er sein Studium der Sportwissenschaften abgeschlossen. „Und es ist ja kein Geheimnis, dass eine hauptberufliche Tätigkeit im Fußball mein Ziel ist.“ Er war einst selbst Stützpunkttrainer in Rain und kennt daher die Strukturen. Mit seinem Vorgänger im Amt, Oskar Kretzinger, der in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München wechselte, stand er auch immer mal wieder und Kontakt – und bewarb sich ganz klassisch auf die Stellenanzeige des Verbands hin für den frei gewordenen Posten des Stützpunktkoordinators. Nach einem Vorstellungsgespräch in Frankfurt folge die Zusage des Verbands. Die Region Westbayern, die Käs dann unter seinen Fittichen haben wird, erstreckt sich grob von Sonthofen bis Fürth sowie von Gundelfingen bis Neuburg.

Derzeit steckt der A-Lizenz-Inhaber aber noch mitten in der Vorbereitung auf die Wiederaufnahme der Regionalliga-Saison. Am Donnerstagabend stand noch ein Training an, nun haben die Spieler frei bis Donnerstag. Ausnahme sind die Kicker, die zuletzt im Urlaub waren und die Versäumnisse in den kommenden Tagen nachholen dürfen.

Neuzugänge hinterlassen einen positiven Eindruck

„Wir haben zuletzt intensiv gearbeitet“, resümiert Käs. Einen guten Eindruck hätten dabei auch die Neugänge Joseph Königsdorfer – der Bayerdillinger lief zuletzt für den FC Ingolstadt II auf – und Abdel Abou Khalil (vom VfR Neuburg) gemacht. Ralf Schröder (ebenfalls aus Neuburg) fällt derzeit wegen eines Muskelfaserrisses aus. Mit der Zusammenstellung des Kaders ist Käs zufrieden, wenngleich auf der Torhüterposition noch nachgelegt werden muss, da Christoph Hartmann den TSV wohl verlassen wird.

Bis dies auch bei Alex Käs soweit ist, stehen noch einige wichtige Partien an. „Wir haben noch elf Ligaspiele in der Restsaison, sieben davon finden heuer statt. Da geht es auch mehrfach gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Es wird als kein lockeres Austrudeln oder so etwas geben, nur weil das meine letzten Spiele sind. Bis Ende November können wir viele Dinge in die richtige Richtung lenken, das ist mein und unser Ziel.“

Verantwortliche legen Käs keine Steine in den Weg

Die Mannschaft hätte auf seinen bevorstehenden Abgang zwar überrascht, aber auch verständnisvoll reagiert. „Da spielt sicher eine Rolle, dass ich nicht zu einem anderen Klub gehe, sondern mich beruflich komplett verändere.“ Im Training jedenfalls hätte zuletzt kein Akteur geschludert – ganz im Gegenteil. „Es ist guter Zug und richtig Feuer drin“, schildert Käs.

Vonseiten der Sportlichen Leitung seien ihm auch keine Steine in den Weg gelegt worden. „Der Vorstand und auch Geschäftsführer Alexander Schroder waren sehr verständnisvoll, wofür ich mich bedanken will. Genauso wie dafür, dass man mir hier die Chance gegeben hat, so jung Cheftrainer eines Viertligisten werden zu können.“

Kein Stress bei der Suche nach einem neuen Coach

Die Verantwortlichen haben nun einige Wochen Zeit, um einen neuen Mann für die Kommandobrücke zu finden. Stress verspüre es deswegen noch nicht, betont Schroder: „Wir haben ja jetzt lange Zeit, theoretisch sogar bis Ende Februar“, erklärt er. Auch in der Tatsache, dass Käs bereits im August mit seiner neuen Tätigkeit beim DFB beginnt und bis zum Winter sozusagen zweigleisig fährt, sehe Schroder kein Problem.

Gleichwohl gesteht er ein, dass die Nachricht über den baldigen Abschied seines Trainers für ihn „völlig überraschend“ kam. Doch nachdem er selbst, Käs und spielender Co-Trainer Johannes Müller ein gutes Team seien, sei schnell klar gewesen, dass man Käs diesen Schritt ermöglichen woll. „Für ihn ist so eine Anstellung eine super Chance“, betont Schroder.

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